Renault Sport hat in einer Studie den Twizy mit dem KERS-System aktuelle Formel 1-Boliden bestückt. Das Ergebnis ist ein Twizy, der mit 100 PS unterwegs ist – zumindest für 14 Sekunden.

Ich bin selbst vor einigen Tagen den Twizy von Renault gefahren. Auf einer Tour durch die Innenstadt von Essen konnte ich mich von den Vorzügen elektrischer Mobilität überzeugen. Ausgerüstet mit einem 18 PS starken Elektromotor war mein Twizy kein echtes Verkehrshindernis. Ich bin nicht schlechter von A nach B gekommen, sondern einfach nur etwas anders.

Trotzdem muss irgendwo in der Firma Renault jemand die Frage gestellt haben, wie sich wohl der leichte Twizy mit mehr Leistung fahren würde. Und weil theoretische Gedankenmodelle zwar interessant sein können, auf Dauer aber nicht befriedigen, entstand bei Renault Sport eine fahrfertige Studie, die diese Frage beantworten kann. Der ebenfalls rein elektrisch angetriebene Twizy Renault Sport F1 vereint die vernünftige Technik des Serienfahrzeug mit einer Menge Formel 1 Technologie.

Twizy Renault Sport F1
Die Studie Twizy Renault Sport F1 (Foto: Renault)

Wo im normalen Twizy üblicherweise ein Mitfahrer Platz nimmt, haben die Techniker von Renault Sport das Kinetic Energy Recovery System (KERS) der hauseignen Formel 1 Motoren untergebracht. Das System verfügt neben einer zusätzlichen Batterie über einen circa 82 PS starken Elektromotor. In der Formel 1 unterstützt dieser den V8 Verbrennungsmotor. Im Twizy sorgt der zusätzliche Elektromotor dafür, dass die Studie Twizy Renault Sport F1 über fast die sechsfache Antriebskraft der Straßenausführung verfügt.

Wird der Elektromotor der KERS-Einheit zugeschaltet, sind mit dem Twizy Beschleunigungswerte auf dem Niveau des Mégane R.S. möglich. Rund 14 Sekunden lang, mehr gestattet das Reglement der Formel 1 nicht, kann das System für zusätzlichen Vortrieb sorgen. Auch wenn die Höchstgeschwindigkeit der Studie auf 110 km/h begrenzt ist, klingt das alles nach einer Menge Fahrspaß.

Zumal der Twizy Renault Sport F1 auch optisch heftige Anleihen in der Formel 1 nimmt. Schmücken die Studie doch Frontspoiler, Seitenkästen, Heckflügel und ein Heckdiffusor mit integrierter Regenleuchte, die deutlich den Geist der Formel 1 verströmen. Für weitere Rennatmosphäre sorgen auch die Rennslicks und das Lenkrad, das von einem Rennwagen der Formel Renault 3.5 stammt.

Heckansicht der Studie Twizy Renault Sport F1
Heckansicht der Studie Twizy Renault Sport F1 (Foto: Renault)

Technisch interessant ist, wie die Techniker das Aufladen der KERS-Batterie gelöst haben. In der Formel 1 lädt der Elektromotor der KERS-Einheit die KERS-Batterie, indem er beim Bremsen als Generator wirkt. Durch die limitierte Höchstgeschwindigkeit fällt bei der Studie Twizy Renault Sport F1 nicht genug Bewegungsenergie an, um die KERS-Batterie so effizient aufzuladen.

Stattdessen kann im Twizy Renault Sport F1 daher während der normalen Fahrt ein spezieller Energiegewinnungsmodus aktiviert werden. Ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo wird dann die mechanische Energie, die der Antriebsmotor des Twizy beim Fahren produziert, in elektrische Energie umgewandelt und die KERS-Batterie damit geladen.

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