256 Formel 1 Rennen, sechs Siege, acht mal Pole-Setter, 13 schnellste Runden und ein Vize-WM-Titel. Die Daten der Formel 1 Karriere von Riccardo Patrese sind bis heute beeindruckend. 17 Jahre fuhr der Rennfahrer aus Padua in der Königsklasse des Motorsports. Von 1978 bis 1993 griff Patrese für Shadow, Arrows, Brabham, Alfa Romeo, Williams und Benetton ins Lenkrad.

In den Anfangstagen seiner Karriere galt Patrese als Crashpilot. Dafür verantwortlich war die Beteiligung des Italieners an der Massenkarambolage von Monza, die 1978 dem Schweden Ronnie Peterson das Leben kostete. Patrese wurde wegen dieses Unfalls für ein Rennen gesperrt, später aber von einem Gericht freigesprochen.

Mit dem Wechsel ins Brabham-Team von Bernie Ecclestone wechselte Patrese 1982 zu einem F1-Topteam. Schon im ersten Jahr bei Brabham gewann Patrese den Großen Preis von Monaco. Auch in der zweiten Saison konnte Patrese für Brabahm ein Rennen gewinnen. 1984 und 1985 erlag der Italiener der Versuchung, für das Alfa Romeo Werksteam von Euroracing zu fahren.

Doch das Team war nur noch ein Schatten seiner selbst. Trotz guter Techniker wie Gérard Ducarouge oder Gustav Brunner war das Team nicht konkurrenzfähig. Patrese kehrte nach zwei Jahren frustiert zu Brabham zurück. Doch der revolutionäre BT 55, der eher einem Bügelbrett als einem üblichen Rennwagen glich, erwies sich auf der Strecke als extrem problematisch. Patrese erlebte zwei unauffällige Jahre im ehemaligen Top-Team und zog 1988 zu Williams weiter.

Nach einem Übergangsjahr mit Judd-Motoren kehrte Patrese mit Williams in die Erfolgsspur zurück. Patrese fuhr unzählige Tests und trug damit entscheidend zu den Erfolgen des Teams in den kommenden Jahren bei. 1990 folgte endlich der dritte Grand Prix Sieg, der Patrese auch in der folgenden Saison seinen Platz bei Williams sicherte. Mit zwei weiteren Siegen fuhr der Italiener 1991 zum Dank auf den dritten Platz der WM.

Ein Jahr später folgten – hinter seinem Teamkollegen Nigel Mansell – der Titel des Vize-Weltmeisters sowie ein weiterer Grand Prix Sieg. 1993 fuhr Patrese noch ein Jahr bei Benetton an der Seite von Michael Schumacher, um sich am Ende des Jahres mit einem fünften Platz in der WM aus der Formel 1 zu verabschieden.

Mit Tourenwagen- und Sportwagen-Rennen lies Riccardo Patrese seine Karriere anschließend locker ausklingen. Zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Nur beim Großen Preis von Monaco lässt sich Patrese regelmäßig den Wind der Formel 1 um die Nase wehen. Und nebenbei wurde Patrese zum YouTube-Star. Vor sechs Jahren probierte der ehemalige Grand Prix Sieger einen Honda Civic Type R auf der Rennstrecke aus. Mit seiner Frau auf dem Beifahrersitz, die von der Fahrweise ihres Gatten nicht durchgängig erfreut war.

Schreib einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.