Walter Schock gewann als erster Deutscher die Rallye Monte Carlo. 1960 fährt der Stuttgarter zusammen mit seinem Co-Piloten Rolf Moll in einem Mercedes-Benz 220 SE (W 111) zu diesem Erfolg. Heute vor 100 Jahren erblickte Walter Schock das Licht der Welt.

Rallye-Sport war vor 60 Jahren ein anderer Sport als heute. Die Wettbewerbe waren ursprünglich Orientierungsfahrten und Zuverlässigkeitsprüfungen. In der Regel starteten die Teilnehmer an unterschiedlichen Orten, um zu einem Ziel zu fahren. Kein Wunder, dass der Begriff Rallye vom französischen Begriff rallier („sammeln“, wörtlich re + allier = „wiedervereinigen“) abstammt.

Als Urmutter aller Rallyes gilt die Rallye Monte Carlo, die 1911 als Autosternfahrt entstand. Sie gilt bis heute als die Königin des Rallye-Sports. 1960 gewann Walter Schock die Monte, wie Fahrer und Fans die Rallye nennen. Am Ende des Jahres sicherte sich Schock den Titel des Rallye-Europameisters der Tourenwagen-Piloten. Damit wiederholte das Team einen Erfolg, den es sich bereits vier Jahre zuvor erstmals sichern konnte.

Die Karriere der Rallye-Piloten war eng mit Mercedes-Benz verbunden. Schock kannte das Unternehmen seit seiner Lehrzeit. Denn der Stuttgarter begann nach der Schulzeit eine Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker. Anschließend landete Schock in der Versuchsabteilung, arbeitete als Einfacher und Versuchsfahrer. Der Zweite Weltkrieg verhinderte allerdings eine motorsportliche Betätigung.

Doch nach Kriegsende gibt es kein Halten mehr!

Nach einer kurzen Zeit bei Daimler tritt Schock in den Südfrüchte-Import der Familie seiner Ehefrau ein. Die neue Tätigkeit gibt den Rückhalt, als Privatfahrer endlich Motorsport zu betreiben. Dabei bleibt Schock dem Stern treu. Im Motor Sport Club Stuttgart e.V. trifft der Privatfahrer auf Rolf Moll. Der angehende Ingenieur steigt als Co-Pilot zu Schock ins Auto. Ab Mitte der 1950er-Jahre machen sich beide bei internationalen Rallyes einen Namen.

Schon 1955 fahren sie bei der Rallye Monte Carlo mit einem Mercedes-Benz 220 (W 180) auf Platz drei der Gesamtwertung. Ein Jahr später folgen der Sieg und der Titel des Rallye-Europameisters. Bundespräsident Theodor Heuss heftet den Sportlern daher 1957 das Silberne Lorbeerblatt ans Revers. Den EM-Titel gewinnt die Mannschaft Schock und Moll 1960 erneut. Diesmal ist ihr Sportgerät ein Mercedes-Benz 220 SE.

Die „Große Flosse“ der Baureihe W 111 verbindet heute wohl kaum jemand mit Sporterfolgen. Zudem betreibt Daimler-Benz zu diesem Zeitpunkt nach der Katastrophe von Le Mans offiziell keinen Motorsport. Schock, der 2005 verstarb, profitierte davon, dass die Versuchsabteilung Rallyes als Erprobungsfeld nutzte. Erst Ende 1964 stellte Daimler-Benz das Rallye-Programm vollständig ein.

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