Sébastien Loeb wird Ende Juni für Peugeot das „Pikes Peak International Hill Climb“ bestreiten. Bei der Ankündigung vor gut zwei Wochen hielt sich Peugeot bedeckt, was das Fahrzeug betrifft. Inzwischen wissen wir mehr. Der Rallye-Rekordweltmeister wird beim „Rennen zu den Wolken“ mit einem 875 PS starken Peugeot 208 T16 Pikes Peak antreten.

Möglich macht diesen spektakulären Auftritt das Pikes-Peak-Reglement, das in der Klasse „Unlimited“ ungewöhnliche Freiheiten erlaubt. Um das Ziel des Siegs in Angriff zu nehmen, haben die Franzosen einen brachialen Mittelmotor-Allradler auf die Räder gestellt. Der Bolide hat nur wenig mit den sonstigen Rennsportfahrzeugen des Hauses gemeinsam. Im Vergleich zum Peugeot 208 T16 Pikes Peak wirkt das Kundensportgerät Peugeot 208 T16 wie ein Freizeitsportler.

Peugeot 208 T16 Pikes Peak
Der Peugeot 208 T16 Pikes Peak verfügt über eine spektakuläre Aerodynamik (Foto: Peugeot)

Dies wird besonders beim Vergleich der Motoren deutlich. Denn im Rennwagen für die Rallye-Kategorie R5 des Automobil-Weltverbandes FIA sorgt ein 1,6 Liter großer Vierzylindermotor mit 280 PS für Vortrieb. Sébastien Loeb kann im Peugeot 208 T16 Pikes Peak einen 3,2-Liter-V6-Motor mit zwei Turboladern vertrauen. Mit 875 PS ist der Peugeot 208 T16 Pikes Peak das stärkste Auto, das Sébastien Loeb bisher gefahren hat.

Auffällig ist auch die Aerodynamik des Peugeot 208 T16 Pikes Peak. Der Heckflügel stammt vom in Le Mans siegreichen Langstrecken-Prototyp 908 HDi FAP. Zusammen mit einem großen Frontsplitter und einem speziell gestalteten Unterboden sorgt der zwei Meter breite Heckflügel für den notwendigen Anpressdruck, um den Rennwagen beim „Rennen zu den Wolken“ zu stabilisieren. Schließlich sind die Rennwagen auf der Bergrennstrecke bis zu 240 km/h schnell.

Peugeot 208 T16 Pikes Peak
Der Peugeot 208 T16 Pikes Peak verfügt über einen stabilen Rohrrahmen. (Foto: Peugeot)

Kein Wunder, dass die Techniker von Peugeot Sport im Peugeot 208 T16 Pikes Peak auf weitere Teile des Le Mans Prototypen zurückgreifen. Neben dem Heckflügel stammen auch die Kraftübertragung, die Bremsen sowie der Lufteinlass für den Motor vom LMP1-Sportwagen. Dazu liefert Michelin Spezialreifen.

Es sieht also so aus, als ob Peugeot gut vorbereitet beim Pikes Peak Bergrennen antreten wird. Kein Wunder, denn das Rennen ist für die Franzosen keine ganz unbekannte Veranstaltung. Bereits in den 1980er-Jahren trat Peugeot in Colorado an. 1988 und 1989 gewannen Ari Vatanen und Robby Unser mit dem Peugeot 405 T16 das Rennen.

Peugeot 208 T16 Pikes Peak
Der Heckflügel des Peugeot 208 T16 Pikes Peak stammt aus Le Mans. Teilespender ist der Langstrecken-Prototyp 908 HDi FAP. (Foto: Peugeot)

Wir werden es aufmerksam verfolgen, wenn sich Sébastien Loeb am 30. Juni der Herausforderung stellt. Anders als in der Rallye-Weltmeisterschaft muss Loeb die 19,9 Kilometer lange Strecke übrigens allein in Angriff nehmen. Ein Beifahrer, der die 156 Kurven ansagt, ist beim „Pikes Peak International Hill Climb“ nicht erlaubt.

2 Kommentare

  1. Das wird spannend. Seit Walter Röhrl ist da doch kein Spitzenfahrer mehr angetreten. Loeb fährt bestimmt locker zu einem neuen Rekord.

  2. Mit diesem Powerwagen hat er definitiv gute chancen für einen Sieg. Allerdings ohne Beifahrer wird es keine leichte Nummer. Es wird auf jeden Fall ein interessantes Rennen.

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