Heute vor 90 Jahren rief der „Automobile Club de l’Ouest“ (ACO) erstmals zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Im Laufe der Zeit überstand das Rennen der Rennen die Börsenkrise 1929, den Zweiten Weltkrieg, eine Katastrophe wie 1955 und die Ölkrise.

Le Mans 1923 - Werbeplakat
Mit diesem Plakat warb der ACO 1923 für das erste 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Die Lady, wie die Verantwortlichen des ACO ihr Rennen gern liebevoll nennen, ist heute so fit und rüstig, wie eh und je ist. Dabei war der Start schwierig. Beim Start zum ersten Rennen am 26. Mai 1923 um 16:00 Uhr stellten sich nur 33 Autos mit je zwei Piloten der Herausforderung. Im strömenden Regen nahmen sie das Rennen auf einer 17,262 Kilometer langen und weitestgehend unbefestigten Strecke auf.

Die Rennstrecke verband Le Mans mit den Orten Mulsanne im Süden und Arnage im Südwesten, führte teilweise durch die Innenstadt von Le Mans. Erst ab 1932 verzichtete der ACO auf das Rennen durch die Stadt. Mit dem Bau einer Kurzanbindung am Ortseingang entstand der Kurs, der heute als „Circuit des 24 Heures“ weltbekannt ist.

Doch zurück zum Anfang

Schon vor 90 Jahren gab es vieles, was bis heute die Rennen rund um die Uhr für Fahrer und Zuschauer so interessant macht. Bei Boxenstopps füllten die Teams in großer Eile der Spritvorrat an Bord der Rennwagen auf. Während der Nacht donnern die Autos über die Strecke, während das Publikum am Rand eine große Party feiert.

Denn die Veranstalter rund um ACO-Geschäftsführer Georges Durand und den Motorjournalisten Charles Faroux hatten es verstanden, an der Strecke für Stimmung zu sorgen. Während des ersten 24-Stunden-Rennens eröffnete eine damals am Champs-Elysées beheimatete American Bar eine Außenstelle an der Strecke. Die Mannschaft von Radio Tour Eiffel, die kurz zuvor als erste öffentliche Radiostation ihren Betrieb aufgenommen hatte, und zahlreiche Livebands sorgten für musikalische Unterhaltung.

Die ersten Le Mans Sieger

Nach 24 Stunden hatten André Lagache und René Léonard mit einem Chenard & Walcker Sport die größte Distanz zurückgelegt. 2209,536 Kilometer legten die Franzosen innerhalb eines Tages und einer Nacht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 92,064 Kilometern pro Stunde zurück. Womit Lagache und Léonard einen von der Motorrad-Firma Rudge-Whitworth gestifteten Preis gewannen.

Der Widerspruch, das eine Motorrad-Firma den Preis für eine Zuverlässigkeitsfahrt für Autos stiftet, geht auf den Unternehmer Emile Coquille zurück. Coquille war Generalvertreter für Rudge-Whitworth in Frankreich und sofort begeistert, als Durand und Faroux ihm die Idee eines Langstreckenrennens vorstellten. Gemeinsam entwickelten die drei Motorsportfreunde die Idee, die Länge des Rennens auf einen ganzen Tag auszudehnen.

Das Geheimnis der 24-Stunden-Rennen von Le Mans

80-mal haben die Verantwortlichen des ACO inzwischen zum Start gerufen. Die Verantwortlichen haben es verstanden, das Rennen immer auf der Höhe der Zeit zu halten. Damit überstand das Rennen auch die Katastrophe von 1955 mit insgesamt 81 Toten. Die Ölkrise meisterte der ACO, weil er bereits im Schatten der Suezkrise 1959 neben der Gesamtwertung auch eine Effizienzwertung einführte.

Viel hat sich in der Zwischenzeit geändert. Doch im Kern ist Le Mans immer Le Mans geblieben. Der Distanzrekord liegt heute bei 5410,713 Kilometern. Aufgestellt vor drei Jahren, als Mike Rockenfeller, Timo Bernhard und Romain Dumas mit dem Audi R15 TDI diese Entfernung im Rennen zurücklegten. Ihre Leistung, ihre Geschwindigkeit dokumentieren eindrucksvoll, worum es in Le Mans im Kern geht. Wahrscheinlich ist das der Grund für den Erfolg des Rennens.

In diesem Sinne, herzlichen Glückwunsch alte Lady!

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