Abarth meint es Ernst. Mit der „Abarth School of Racing“ bietet man den Kunden eine beeindruckende Herausforderung. Anlässlich des Saisonfinales der „Abarth School of Racing“ in Spa-Francorchamps durften sich dabei zwei Klassiker aus der historischen „ABARTH COPPA MILLE“ unter die modernen Abarth mischen. AutoNatives.de hat die Abarth-Treter dabei begleitet.

Der Name Abarth ist seit 1949 ein beliebtes Synonym für sportliche Kleinwagen. Vor 40 Jahren erwarb FIAT das Unternehmen und die Namensrechte vom Gründer Carlo Abarth. In den 1980er Jahren verlor man in Turin wohl die Lust an der echten Sportlichkeit. Nach dem Produktionsende des Autobianchi A112, von dem bis zum Produktionsende 1986 eine Abarth-Version im Angebot war, verkam der Name Abarth im Zeitalter der Modelle Ritmo, Tipo und Stilo zu einer Ausstattungslinie.

2007 ändert man den Kurs!

Auf der IAA 2007 in Frankfurt leitete FIAT die Renaissance der Kultmarke Abarth ein. Zunächst stellte man den „Grande Punto Abarth“ vor. Als zweites Modell folgte kurze Zeit später der „Abarth 500“. Heute gehört auch der „Abarth 500C“ zur Modellpalette der jungen und doch alten Marke. In der Tradition Carlo Abarths, der in den 1950er Jahren für viele Fahrzeuge Kits zur Leistungssteigerung anbot, bietet Abarth auch heute für die Modelle der Marke spezielle Tuning-Kits an, um die Leistung der Abarth-Fahrzeuge nochmals zu steigern. Mit den Kits kann der Abarth-Händler dabei den Serien-Abarth fast wie früher auf Wunsch des Kunden „updaten“.

Tuning-Kit von Abarth

Für den Absatz der Autos und der Tuning-Kits wählte man ebenfalls einen mutigen Weg: Kunden können ihren Abarth heute ausschließlich bei ausgewählten Abarth Stützpunkthändlern ordern und betreuen lassen. Mit dieser Maßnahme, die bei vielen FIAT Händlern nicht nur Begeisterung hervorrief, möchte man die Exklusivität der Abarth Modelle hervorheben.

Der Erfolg gibt den Machern der Marke Abarth inzwischen recht. Denn seit dem Relaunch der Marke im Jahr 2008 entschieden sich inzwischen fast 36.000 Käufer für einen Abarth. Darüber hinaus wurden rund 9.000 Tuning-Kits abgesetzt.

„Abarth School of Racing“

Um den Verkauf der Autos zu unterstützen, bietet Abarth rund um die Marke ein „Rund-um-Paket“. Die Marke Abarth wird online und offline als Lebensauffassung der automobilen Sportlichkeit verkauft. Ein wichtiger Pfeiler dieser Strategie ist die „Abarth School of Racing“. Abarth verspricht, dass die „Abarth School of Racing“ weit über die Grenzen eines konventionellen Fahrsicherheitstrainings hinausgeht.

1300ccm.de machte sich im belgischen Spa-Francorchamps live vor Ort ein Bild von der „Abarth School of Racing“. Das Fazit ist einfach: Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das Fahren auf der Rennstrecke. Von 9 bis 18 Uhr heißt es, fahren, fahren und nochmals fahren! In Spa hatte man die Strecke dazu zunächst in vier Abschnitte aufgeteilt. Zu jedem der Abschnitte gehörten einige der markanten Kurven der Ardennen-Achterbahn. Ein Abschnitt führte beispielsweise von Start und Ziel über die Haarnadelkurve La Source bis durch die Eau Rouge.

Abarth School of Racing

Unter der Anleitung erfahrener Instruktoren konnten die Teilnehmer in Spa jeden der Abschnitte satte 45 Minuten am Stück trainieren. Im Entenmarsch – aber eher dem Tempo des Vogel Strauß – hieß es dem Führungsfahrzeug, das den optimalen Weg durch den Streckenabschnitt wies, zu folgen. Wer dabei übrigens nicht mit seinem eigenen Abarth an den Start gehen wollte, der konnte – gegen Aufpreis – einen Abarth für die „Abarth School of Racing“ mieten.

Alles auf Anfang!

Noch während der Fahrt unterstützten die Instruktoren die Teilnehmer über die mitgeführten Funkgeräte mit einem Feedback zum gewählten Bremspunkt oder zur gefahrenen Linie. Am Ende des Abschnitts angekommen, trat die Gruppe unmittelbar der Rückweg zum Ausgangspunkt an, um sich möglichst schnell erneut der Herausforderung der Sektion zu stellen. Die zahlreichen Wiederholungen sorgen für Fortschritte. Als Beobachter konnte man deutlich sehen, welche Verbesserungen dem einen oder anderen Fahrzeug während der Trainingseinheiten gelungen sind.

Zusätzlich zu den Sektionstrainings bestand abseits der Rennstrecke die Möglichkeit, um die Reaktion des jeweils bewegten Abarth im Grenzbereich kennenzulernen. Auf einer Slalom-Strecke konnten die überwiegend männlichen Teilnehmer ihre Reaktionsfähigkeit am Lenkrad verbessern und die korrekten Gegenmaßnahmen bei Über- oder Untersteuerverhalten erlernen. Und dabei für das Finale am Nachmittag üben. Denn auf der Slalom-Strecke – und nicht auf der der Rennstecke – wurde in einem „Race of Champions“ genannten Wettstreit am Nachmittag schließlich noch der „Beste des Tages“ ermittelt.

Freies Fahren mit schnellen Gästen!

Zum Abschluss des Tages konnten die Teilnehmer dann das Gelernte beim freien Fahren auf der Strecke umsetzen. Dabei hatte sich Abarth für das Saisonfinale in Spa ein besonderes Highlight einfallen lassen. Mit dem Abarth-Urgestein Reinhold Köster und dem Solinger Thorsten Babon verstärkten zwei regelmäßige Starter der Abarth Coppa Mille, einer Wertungsklasse im Kampf der Zwerge das Feld.

Abarth Punto

Reinhold Köster ist seit 1965 mit Fahrzeugen von Fiat und Abarth im Motorsport aktiv. In den 1970er-Jahren eilte Köster in der Hubraumklasse bis 1.000 ccm des ONS Automobil Rundstreckenpokals von Sieg zu Sieg. 1978 konnte der Herforder – punktgleich mit dem Gesamtsieger Klaus Niedzwiedz – den in der Gesamtwertung sogar den Vizemeister-Titel der damals zweiten Liga des Tourenwagensports feiern.

In Spa führte Köster seinen wunderbaren Abarth 1000 TC aus. Thorsten Babon vom Team servizio corse aus Solingen ging mit seinem bekannten Fiat 127 auf die Strecke. Für beide Piloten war der Ausflug nach Spa eine willkommene Gelegenheit, um wenige Tage vor der Westfalentrophy auf dem Nürburgring ihre Fahrzeuge ausführlich zu testen.

Abarth 500 und Fiat 127 in SPA

Auf der Strecke konnten sich die beiden Zwergenkämpfer im Feld der modernen Abarth Fahrzeuge durchaus beachtlich aus der Affäre ziehen. Die modernen Abarth Fahrzeuge konnten dank der überlegenen Motorleistungen auf den Geraden meist mühelos an den Oldtimern vorbeifahren. Doch in den Kurven schlug die Stunde der Klassiker. Dank ihrer Slicks und des geringen Gewichts konnten sie die Zuschauer und Teilnehmer mit deutlich höheren Kurvengeschwindigkeiten begeistern – trotz zum Teil gerade einmal der halben Motorleistung.

Bleibt zu hoffen, dass der Winter schnell vorübergeht!

Ebenso bleibt zu hoffen, dass die „Abarth School of Racing“ wie 2011, als man neben Spa auch den Hockenheimring und den Salzburgring (Österreich) unter die Räder nahm, auch 2012 wieder die Teilnehmer rufen wird. Unser Sparschwein wird dafür nämlich jetzt jeden Tag ein Stückchen aufgefüllt.

3 Comments

  1. Schöne Fotos und ein schön geschriebener Bericht. Als Teilnehmer in Spa vielen Dank dafür.

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