Mit der ADAC Opel Rallye Academy haben junge Autofahrer von 18 bis 25 Jahren jetzt die Gelegenheit, sich um ein Fördercockpit im ADAC Opel Rallye Cup zu bewerben. Das Cockpit bekommt, wer sich in einem dreistufigen Auswahlverfahren durchsetzt.

Rallye-Piloten sind für viele Motorsportfreunde die wahren Helden. Denn wie sie ihre Rennwagen über Stock und Stein bewegen, das ist in der Regel ganz große Fahrkunst. Besonders Sébastien Loeb beeindruckte in den vergangenen 10 Jahren mit einer an Perfektion grenzenden Fahrweise. Kein Wunder, dass der Franzose aus dem Elsaß bei den Fans als König der Auto-Fahrer gilt.

Zu den Vorgängern des Franzosen, die zuvor diesen Titel trugen, gehört auch Walter Röhrl. „Der Lange“ begeisterte in den 1970er und 1980er Jahren weltweit die Fans. Der ehemalige Chauffeur des Regenburger Bischofs fuhr zu zwei Weltmeister-Titeln. Einen dieser Titel sicherte sich Röhrl 1982 am Steuer eines Opel Ascona 400 und schloss damit einen Kreis. Denn Opel spielte in der Karriere von Walter Röhrl eine wichtige Rolle.

Opel machte Walter Röhrl zum Profi

Nach ersten Erfolgen als Amateur und einem nebenberuflichen Engagement bei Ford wurde Röhrl 1973 bei den Rüsselsheimern zu Rallye-Profi. Schon im ersten Jahr driftete Röhrl zusammen mit seinem damaligen Co-Piloten Jochen Berger auf den zweiten Platz der Europameisterschaft. Ein Jahr später gelang in der EM der Titelgewinn. Doch Röhrl wusste, dass es damals bei Opel kein Fahrzeug gab, das im Kampf um den WM-Titel ernsthaft ein Wort mitreden konnte.

Daher zog Röhrl 1978 zu Fiat weiter, um sich 1980 mit dem Fiat 131 Abarth seinen ersten WM-Titel zu sichern. Ab 1981 sicherte sich dann Mercedes-Benz die Dienste des Langen. Doch der Daimler-Vorstand stoppte das ambitionierte Projekt von Mercedes-Sportchef Erich Waxenberger, der ein Gruppe B Monster mit Stern plante. Nach nur einem Jahr landete Röhrl daher erneut bei Opel.

Doch obwohl Röhrl mit dem Opel Ascona 400 zum Titel fuhr, zog der Bayer nach nur einem Jahr zu Lancia weiter. Während Opel, damals übrigens auch Arbeitgeber von Ausnahmekönner Henri Toivonen, in den kommenden Jahren im Rallye-Sport kontinuierlich an Boden verlor. Denn in Rüsselsheim konnte oder wollte man lange keinen Allradboliden auf die Räder stellen und zog sich schließlich ganz aus dem Rallye-Sport zurück.

Inzwischen ist Opel zurück

Doch vor ein paar Jahren dämmerte es den Verantwortlichen bei FIA und DMSB, dass dem Rallye-Sport der Nachwuchs ausgeht. Mit einer Neugliederung der Fahrzeugklassen wollen sie diesen Trend umkehren. Unterhalb der Topklasse World Rally Car definierten die Verantwortlichen zahlreiche Kategorien speziell für den Rallye-Sport. Damit kehrte auch Opel nach einer langen Pause in den Rallye-Sport zurück.

Allerdings nicht wie früher auf die Bühne der Weltmeisterschaft, sondern als Nachwuchsförderer. Zusammen mit dem ADAC organisiert der Autobauer den „ADAC Opel Rallye Cup“, um Rallye-Talente professionell zu fördern und in mehreren Schritten auf internationales Niveau zu heben. Mit der ADAC Opel Rallye Academy haben junge Motorsportler von 18 bis 25 Jahre jetzt die Gelegenheit, sich ein Fördercockpit im ADAC Opel Rallye Cup zu sichern.

Das Auswahlverfahren ist dreistufig angelegt. In der ersten Stufe werden die Teilnehmer in einem eineinhalbtägigen Grundlagentraining von einem professionellen Instruktoren-Team an den Rallye-Sport herangeführt. Die Teilnahme an diesem Grundlagentraining ist übrigens kostenlos. Bewerbungen sind bis zum 31. Juli 2016 über die Websites www.opel-motorsport.com und www.adac-motorsport.de möglich. Gesucht werden übrigens Fahrer und Beifahrer.

Die Besten des Grundlagentrainings qualifizieren sich dann für einen dreitägigen Lizenz-Lehrgang, der die zweite Stufe des Programms darstellt. Wer auch dort zu den Besten gehört, der darf an der dritten Stufe des Programms teilnehmen. In diesem Top-Lehrgang geht es um ein Fördercockpit im ADAC Opel Rallye Cup. Und wer weiß, vielleicht gelingt es dem Gewinner anschließend, zu einer professionellen Rallye-Karriere durchzustarten.

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