Sie ist da! In Monte Carlo präsentierte Renault in dieser Woche das Showcar Alpine Vision. Es zeigt, wie 2017 die neue Alpine aussehen soll.

Auf diese Nachricht haben Freunde der französischen Autolegende Alpine lange gewartet. Zwar war klar, dass Renault den Namen Alpine wiederbeleben will. Doch zum „wie“ herrschte zeitweilig Unsicherheit. Zeitweilig gab es eine Allianz mit Caterham. Doch die Zusammenarbeit mit dem Kleinserienhersteller, der dem durchaus etwas schillernden Millionär Tony Fernandes gehört, scheiterte. Renault war auf sich alleine gestellt und bekennt sich offensichtlich auf traditionelle Werte.

Denn der jetzt gezeigte Zweisitzer nimmt deutliche Anleihen bei der legenden Alpine A110. Ein Fahrzeug, das Alpine-Gründer Jean Rédélé 1962 noch ohne Hilfe von Renault auf die Räder stellte. Alpine mit dem kleinen Sportwagen zu zahlreichen Erfolgen im Rallye-Sport und wurde mehr und mehr zum sportlichen Aushängeschild von Renault. Doch der Motorsport erfordert viel Geld, das die kleine Sportwagenmanufaktur kaum verdienen konnte. Renault sprang zur Seite und erwarb in den Siebziger Jahren schrittweise den Sportwagenbauer.

Die Studie Alpine Vision orientiert sich am Klassiker!

Das fängt bei der Form der Karosserie an und setzt sich bei vielen Details fort. Die Studie Alpine Vision, die Renault jetzt zeigt, ist trotzdem mehr als ein Retrocar. Denn  Renault hegt ernsthafte Absichten, das Comeback der Marke Alpine durchzuziehen. Innerhalb eines Jahres wollen die Verantwortlichen aus der Studie ein Serienmodell entwickeln. Es soll dem Showcar Alpine Vision in Design, Leichtbau, Handling und Agilität sowie in der Ausführung von Details sehr nahekommen.

Gesetzt ist der Antrieb. Damals wie heute treibt die Alpine ein Vierzylinder-Motor an. Doch während die klassische Alpine ihre Atemluft selbst ansaugte, setzt bei der Reinkarnation ein Turbo den Motorblock unter Druck. Damit folgt die Neue den Zeichen der Zeit. Schließlich ist der Turbo in Zeiten des Downsizing ja fast schon Standard.

Gebaut wird das Serienmodell des aktuellen Showcars übrigens wieder in Dieppe. Dort gründete Jean Rédélé einst das Unternehmen. Bis 1995 entstanden in Dieppe die Alpine-Modelle A106 bis A310. Später baute Renault Sport an der französischen Kanalküste die besonders heißen Varianten des Mégane. Heute entstehen die Sportmodelle des Kompakten von Renault im Rahmen der „normalen“ Serienproduktion. Das schafft in Dieppe die notwendigen Kapazitäten, um dort die neue Alpine fertigen zu können.

Spannend finde ich, dass Renault zu den Fotos des Showcars auch Bilder eines möglichen Rennsport-Modells veröffentlicht. An die Rallye-Tradition des Alpine wird Renault damit nicht anknüpfen können. Zumindest nicht auf Ebene der Weltmeisterschaft, denn dort die Welt heute der Klasse der WRC-Fahrzeuge vorbehalten. Denkbar ist natürlich – und das hätte bei Renault eine gewisse Tradition – wieder ein Markenpokal.

Aber auch die Entwicklung eines GT4 oder sogar eines GT3-Modells ist möglich. Schließlich könnte Alpine damit sogar nach Le Mans zurückkehren. Ab 1963 trat Alpine mit den Modellen M63, M64 und A210 bei den 24 Stunden von Le Mans an. Die damit mögliche echte Rückkehr an die Sarthe würde sicherlich für viel mehr Aufmerksamkeit sorgen, als das aktuelle Engagement der Franzosen in der LMP2-Klasse. Denn dort sind Renault und Alpine nicht mehr als Namensgeber.

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