Red Bull und Aston Martin stellen den AM-RB 001 vor. Chef-Konstruktor des Sportwagens ist Adrian Newey, der erfolgreichste Formel-1-Techniker der Gegenwart. Klingt danach, dass das Hypercar der perfekte Aston Martin ist. Denn zum Credo des Unternehmens gehört seit der Firmengründung 1913, Rennwagen für die Straße zu bauen.

Formel 1 Boliden aus der Feder von Adrian Newey gewannen bisher 20 WM-Titel. Zehn Piloten wurden mit einem „Newey“ Weltmeister. Genauso oft durfte sich der Arbeitgeber des Briten über den Konstrukteurspokal freuen. Newey kennt seinen Wert. Red Bull sicherte sich vor zehn Jahren die Dienste des Weltmeister-Machers mit der Zusage, dass Newey parallel zum Engagement in der Formel 1 andere Projekte verfolgen könne.

Denn der geniale Konstrukteur, der bei seiner Arbeit bevorzugt mit dem Reißbrett arbeitet, schätzt es Sportwagenrennen zu fahren. Mit einem Ford GT40 tritt Newey regelmäßig im historischen Motorsport an. Ich traf den Briten 2010 bei den Silverstone Classics. Am gleichen Tag mussten die von ihm konstruierten Formel-1-Rennwagen in Ungarn rennen. Im britischen Motorsport-Gürtel ist so etwas kein Problem.

Denn die Verantwortlichen der Silverstone Classics nahmen auf Newey Rücksicht. Sein Lauf wurde so in den Zeitplan eingepaßt, dass der Konstrukteur trotzdem das Formel-1-Rennen in der Red Bull Racing Basis im nahen Milton Keynes verfolgen konnte. Drei Jahr zuvor, trat Newey in Le Mans an. Mit einem Ferrari 430 GT und zwei britischen Freunden sicherte sich Newey bei diesem Ausflug den 22. Platz.

Bilder vom AM-RB 001

 

Die aktuelle Zusammenarbeit mit Aston Martin ist ebenfalls so eine Geschichte. Denn Newey hat mehrfach erklärt, dass er seit seinem sechsten Lebensjahr zwei Träume verfolge: Rennwagen zu entwerfen und einen Supersportwagen zu bauen. Bisher gab es zum Zweiten nur ein paar Entwürfe. Wer Newey kennt, der weiß, dass die vermutlich besser als vieles sind, was andere tatsächlich auf die Räder stellen.

Die radikale Aerodynamik ist typisch Newey

Doch die Umsetzung wurde erst möglich, als sich Newey vor gut einem Jahr aus dem Tagesgeschäft bei Red Bull etwas zurückzog. Zusammen mit Marek Reichman, dem Kreativchef von Aston Martin, entstand der AM-RB 001. Wer die Bilder des Autos sieht, muss ein frustrierter Autoverweigerer sein, um nicht begeistert zu sein. Denn das Design des Sportwagens ist atemberaubend.

Ich musste beim Anblick des Sportwagens sofort an den March 881 denken. Die Linienführung des ersten Formel 1 von Adrian Newey verfügte ebenfalls über zahlreiche damals ungewöhnliche Lösungen. Der Rennwagen wurde damit zum Trendsetter. Viele Teams kopierten in den nächsten Jahren Ideen von Adrian Newey. Gut möglich, dass das beim AM-RB 001 ähnlich sein wird.

Denn die konsequente Durchströmung des Fahrzeugs erinnert an die aktuellen LMP1-Prototypen. So radikal habe ich das auf der Straße noch nicht gesehen. Denn dort soll das Hypercar ab 2018 tatsächlich fahren. Zwischen 99 und 150 Fahrzeuge will Aston Martin bauen. 25 davon werden exklusiv für Trackdays konstruiert und nicht auf der Straße zum Einsatz kommen.

Gemeinsam ist allen AM-RB 001, dass ein hochdrehender V12 den Vortrieb übernimmt. Auch wenn zu diesem Motor noch keine weiteren Daten vorliegen, sprechen Aston Martin und Red Bull davon, ein Leistungsgewicht von einem PS pro Kilogramm anzustreben. Das liegt im Bereich von „Spielzeugen“ wie dem Caparo T1, KTM X-Bow und Caterham Seven Roadsport.

AM-RB 001 verschiebt die Maßstäbe

Denn der Ferrari LaFerrari verfügt über ein Leistungsgewicht von 1,42 kg/PS. Seine Systemleistung von 963 PS muss ein Gewicht von 1.365 Kilogram bewegen. Beim 1.125 PS starken und 1.435 Kilogramm schweren Koenigsegg Agera R sind es 1,29 kg/PS. Der Vergleich zeigt, Aston Martin und Red Bull definieren mit dem AM-RB 001 das Segment der Hypercars neu, wenn sie jetzt als erste die Marke von einem Kilogramm pro PS knacken.

1 Kommentar

  1. Sollen sie ihn erstmal rausbringen. Und wenn es ihn dann wirklich gibt kann man gerne vom Verschieben von Maßstäben reden.
    Das letzte Auto aus England was Maßstäbe verschieben sollte war der McLaren P1 und dessen Rundenzeit auf dem Ring kennen wir ja alle….nicht.
    Dazu kommt, das mit Hennessey Venom GT und Königsegg One-1 schon Fahrzeuge in der Leistungsgewicht-Liga spielen, ergo muss man auch nicht von einer Premiere reden.
    Es handelt sich sicher um ein interessantes Spielzeug für die Reichen dieser Welt, aber es ist weder etwas neues, noch etwas wirklich revolutionäres daran.

Schreib einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.