In den goldenen Siebzigern fuhren Motorsport-Profis fast jedes Wochenende irgendwo ein Rennen. Dabei wechselten die Piloten oftmals munter die Serien. Traten an dem einen Wochenende im Tourenwagen und am nächsten Wochenende im Sportwagen oder Formelfahrzeug an.

Sehr zur Freude der Fans, die so auch gestandene Grand Prix Piloten in regionalen Serien wie der Deutschen Rennsport Meisterschaft oder der Tourenwagen Europameisterschaft bewundern konnten. Heute sind solche Gaststarts etablierter Profis in anderen Serien sehr, sehr selten. Aber sie kommen vor, wie der aktuelle Langstrecken-Weltmeister André Lotterer mit einem Einsatz im historischen Motorsport beweist.

Der gebürtige Duisburger trat am vergangenen Wochenende mit einem historischen Audi Coupé in Spa-Francorchamps an. Lotterer bestritt mit dem rund 240 PS starken Zweiliter-Coupé die Trophée des Fagnes. Das Rennen gehört zur Meisterschaft des Belgian Historic Cup. Eine Woche vor dem Saisonstart der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Silverstone fuhr Lotterer bei seinem privaten Renneinsatz in Spa mit dem 32 Jahre alten Renngerät auf einen dritten Platz.

Lotterer musste sich mit dem Audi Coupé nur zwei deutlich stärkeren GT-Sportwagen geschlagen geben. „Es hat riesigen Spaß gemacht und die schnellste Rennrunde war ein schöner Lohn“, freute sich Lotterer nach dem Rennen. Um anschließend zu verweisen, dass die wundervolle Eau-Rouge-Kurve wie in seinem aktuellen Einsatzgerät in der Langstrecken-Weltmeisterschaft, dem im Audi R18 e-tron quattro auch im historischen Audi Coupé mit Vollgas durchfahren werden könne.

Das Audi Coupé, mit dem Profi Lotterer bereits im vergangenen Jahr bei einem Rennen in Spa-Francorchamps antrat, wurde 1981 nach den Regeln der damaligen Gruppe 2 aufgebaut. Einsatzgebiet des „Verbesserten Serien-Tourenwagens“ war die Tourenwagen-Europameisterschaft. Nach dem Audi dort 1980 mit dem Audi 80 GTE zum Markentitel gefahren war, sollte der Titel 1981 mit dem Audi Coupé GT5S verteidigt werden.

Doch nach Total-Ausfällen beider Fahrzeuge blieb Audi in Donington und in Silverstone ohne Punkte. Anders als die heutige Konzernschwester Skoda, die 1981 mit dem Skoda 130 RS in der Hubraumklasse bis 1.300 ccm antrat. Skoda gewann seine Hubraumklasse bei sieben der acht Wertungsläufe. Damit sicherten sich die Tschechen 1981 den Markentitel der Tourenwagen-Europameisterschaft, vor BMW, Fort und Audi.

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