Top Gear ist großartig. Auch weil zum Konzept der Sendung das gekonnte Spiel mit Grenzen und der Bruch von Konventionen gehören. Der Meister der Provokation ist Jeremy Clarkson. Zurzeit dreht das Team in Argentinien das kommende „Weihnachts-Special“. Auf dem Programm steht eine Tour nach Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt.

"Jeremy Clarkson" by Ed Perchick - flickr. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 via Wikimedia Commons
„Jeremy Clarkson“ by Ed Perchick – flickr. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 via Wikimedia Commons

Clarkson bewegt dabei einen Porsche 928 mit dem Kennzeichen „H982 FKL“. Darin sahen argentinische Kriegs-Veteranen einen Bezug zum Falkland-Krieg 1982 und demonstrierten prompt gegen die Dreharbeiten.

Der Protest eskalierte!

In Patagonien wurden die Fahrzeuge des Teams mit Steinen beworfen. Offensichtlich waren sich die Demonstranten bewusst, dass Demonstrationen im Umfeld von Top Gear weltweite Aufmerksamkeit bringt.

Aufmerksamkeit für ein sinnloses Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur. Die Inseln wurden erst im 17. Jahrhundert von europäischen Seefahrern besiedelt. Seit 1833 beansprucht Argentinien die Falklands.

1982 überfiel Argentinien die Inseln!

Großbritannien eroberte die Inseln sieben Wochen später zurück. Rund 900 argentinische Soldaten verloren ihr Leben. Gegen die hochgerüstete und gut ausgebildete britische Armee hatten sie keine Chance. Sie wurden von der Militärdiktatur ihres Landes schlicht verheizt.

Seit rund um die Inseln 60 Milliarden Barrel Öl vermutet werden, nimmt der Streit um die Inseln wieder zu. Argentinien genießt die Unterstützung anderer südamerikanischer Staaten. Doch bei einer Volksabstimmung auf den Inseln stimmten vor einem Jahr nur drei der rund 1.700 Bewohner für einen Anschluss an Argentinien. Großbritanniens Premierminister David Cameron erklärte wiederholt, dass Großbritannien die Inseln auch in Zukunft verteidigen werde.

Natürlich lässt das Kennzeichen H982 FKL am Porsche von Jeremy Clarkson einen Bezug zum Falkland-Krieg zu. Ich persönlich glaube auch nicht an den Zufall, als den die Produzenten der Sendung das Kennzeichen bezeichnen. Trotzdem ist das Werfen von Steinen keine geeignete Form des Protests. Zumal Argentinien in diesem Streit der Aggressor ist, der vor 32 Jahren den Krieg begonnen hat.

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