Audi kündigte vor ein paar Tagen den neuen Audi Q3 Sportback an. Zunächst war ich geneigt, diesen zusätzlichen SUV zu ignorieren. Doch der Q3 Sportback glänzt mit einer attraktiven Karosserie. Deshalb sah ich etwas genauer hin. Das lohnte sich, denn ich fand einige Überraschungen.

Mit dem Audi Q3 Sportback kündigt Audi einen weiteren SUV an. Es ist eine dieser Meldungen, die mich wieder meine Lieblingsfragen stellen lässt. Wann ist die SUV-Welle endlich vorbei? Und was kommt dann? Denn scheinbar gibt tief in uns Autokäufern doch noch einen Wunsch nach flachen Autos. Denn bei diesem SUV hebt der Autobauer aus dem VW-Konzern die niedrige Dachlinie hervor. Doch warum muss der Rest des Autos dann so hochbeinig sein?

Ok, akzeptieren wir das und betrachten den neuen SUV zunächst einmal betont sachlich. Der Audi Q3 Sportback ist ein weiterer Kompakt-SUV. Im Unterschied zum bereits vor gut einem Jahr präsentierten Q3 der II. Generation verfügt der Sportback über eine deutlich abgesenkte Dachlinie. Der Sportback ist drei Zentimeter flacher als der klassische Q3 SUV. Die niedrige Dachlinie geht beim Sportback in flacher geneigte D-Säulen über, um in einem Spoiler an der Dachkante auszulaufen.

Bilder vom neuen Audi Q3 Sportback (2019)

Audi schreibt dazu, dass das neue Modell „die starke Präsenz und den vielseitigen Alltagsnutzen eines SUV mit der sportlichen Eleganz und dem agilen Handling eines Coupés“ vereine. Inzwischen wissen wir, dass Hersteller solche Fahrzeuge als Coupé bezeichnen. Dies ist kein Aufregen mehr wert. Zumal es mit dem Rover P5 bereits 1958 ein viertüriges Coupé gab. Anfreunden wollen wir uns mit mit diesem Trend trotzdem nicht.

Der Audi Q3 Sportback ist mehr Coupé als die Mehrzahl seiner Mitbewerber!

Zumal die Abgrenzung zu dem, was die Marketing-Abteilungen heute als „Coupé“ bezeichnen, zu den Standard-Modellen oft schwierig ist. Insbesondere, wenn es wie dem Toyota C-HR, dem Mitsubishi Eclipse Cross oder auch dem Tesla Modell X gar kein Standard-Modell gibt. Insofern verdienen die Designer bei Audi ein Lob. Denn der Audi Q3 Sportback ist mehr Coupé als fast alle seine Wettbewerber.

Die Designer gestalteten einen SUV, der mir beim Betrachten sofort gefällt. Ich gebe zu, dass ich nie erwartet hätte, eines Tages diesen Satz zu schreiben. Sicherlich, mir gefällt auch der – deutlich größere – Jaguar F-Pace. Aber das lag auch daran, dass ich diesen SUV in seiner stärksten Version testen konnte. Motorkraft ist bei mir immer ein guter Weg, um mich für ein Auto zu begeistern. Die Karosserie des Q3 Sportback überzeugt auch so.

WLTP lässt grüßen!

Zum Marktstart bietet Audi in Deutschland nur zwei Motoren an. Spitzenmodell ist ein Benziner mit Turbolader, Direkteinspritzung und 230 PS. Diesen zwei Liter großen Vierzylinder gibt es nur in Verbindung mit Allradantrieb und automatisiertem Schaltgetriebe. Da Audi seine Modelle etwas verschroben benennt, heißt der Benziner „Audi Q3 Sportback 45 TFSI quattro S tronic“. Daneben gibt es nur noch einen 150 PS starken Turbo-Diesel Audi Q3 Sportback 35 TDI S tronic.

Beim Allradantrieb des Audi Q3 Sportback 45 TFSI quattro S tronic handelt es sich wieder um einen Quattro light. Denn auch im Q3 Sportback verzichtet Audi auf das klassische Torsen-Differenzial, das viele Jahre das Markenzeichen von Audi war. Der Sportback koppelt die Hinterachse nur bei Bedarf über eine hydraulische Lamellenkupplung an. Dabei arbeitet die Steuerung eng mit der radselektiven Momentensteuerung zusammen.

Audi weiß offensichtlich, dass diese Motorenpalette sehr schmal ist. Doch die Zulassung von Motoren nach dem Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ (WLTP) ist ein zeitraubender Prozess. Trotzdem kündigt der Autobauer an, im Laufe des Jahres weitere Motorisierungen nachzureichen. Es kommen ein leistungsstärkerer Diesel sowie ein kleinerer Benziner. Interessant ist, dass dieser Benziner über ein 48-Volt-Mild-hybrid-System verfügt.

Die Liste der Extras ist deutlich länger!

Länger ist die Liste der Optionen, die Audi den Kunden bei der Bestellung ihres Q3 Sportback zur Wahl stellt. Alleine beim Licht stehen drei Varianten zur Wahl. Spitzenbeleuchtung ist die Matrix LED-Technologie. Bei ihr passt sich das adaptive Fernlicht automatisch an die Situation vor dem Auto an, um die Straße optimal auszuleuchten. Wer will, der kann das serienmäßige Sportfahrwerk durch eine adaptive Dämpferregelung ersetzen. 

Standardmäßig verfügt der Q3 Sportback über ein 10,25 Zoll großes digitales Kombiinstrument. Auf Wunsch gibt es das 12,3 Zoll große Audi „virtual Cockpit“. Wer will, der kann seinen Sportback mit den Online-Services von Audi connect umfangreich vernetzen. In diesem Fall wird das eigene Auto Teil der Audi-Cloud. Es meldet dann Infos über Parkplätze, Gefahrenstellen und Tempolimits, um diese Infos gemeinsam mit anderen Audi-Fahrern zu nutzen.

Teilweise kommuniziert das Auto auch direkt mit Ampeln und Verkehrsleitsystemen. Auf Grundlage dieser sogenannten „Car-to-X-Dienste“ lässt sich die Geschwindigkeit vorausschauend anpassen, um die Effizienz und den Verkehrsfluss zu steigern. Dieses Projekt startet zurzeit in einigen europäischen Städten. Der Audi Q3 Sportback gehört zu den ersten Fahrzeugen, die diese neue Technik nutzen.

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