Bald ist es wieder so weit. Viele Autofahrer bekommen Post von ihrer Versicherung, weil sich die Tipklasse und damit auch die Versicherungsprämie ihres Autos ändert. Was steckt eigentlich dahinter? Wie erfolgt die Berechnung der Typklassen?

Im Prinzip ist das eine einfache Rechnung: Je größer die Schäden, desto höher die Typklasse. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) analysiert jedes Jahr die Schaden- und Unfallbilanzen für rund 27.000 verschiedene Pkw-Modelle. Grundlage der Analyse sind die Schadenabrechnungen der vergangenen drei Jahre. Viele Kfz-Versicherer stellen dazu ihre anonymisierten Abrechnungsdaten dem GDV zur Verfügung.

Am Ende führen wenig Schäden und geringen Reparaturkosten zu einer niedrigeren Typklasse. Autos, die überdurchschnittlich viele Schäden verursachen und die zu hohen Versicherungsleistungen führen, ordnen die Statistiker in hohe Typklassen ein. Wobei das System der Typklassen drei Werte pro Auto-Modell kennt. Denn die Berechnung erfolgt getrennt für die Kfz-Haftpflichtversicherung, die Teilkasko- und die Vollkasko-Versicherung.

Typklassen sind nur ein Merkmal von vielen

Die Typklassen sind in der Kfz-Versicherung eines von vielen Tarifmerkmalen. Die Typklasse allein lässt keinen Rückschluss über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages zu. Denn dort spielen auch persönliche Merkmale wie die Kilometerleistung, das Alter und die Anzahl der Fahrer oder die Selbstbeteilung eine Rolle. Zudem sind die Typklassen für die Versicherungsunternehmen nur eine Empfehlung.

Trotzdem gibt es nur wenige Versicherungsgesellschaften, die das System der Typklassen nicht nutzen. Praktisch alle wichtigen Versicherungen nutzen das von GDV entwickelte System, um ihre Produkte in diesem Punkt vergleichbar zu machen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25). In der Vollkaskoversicherung sind es 25 (10-34) und in Teilkasko 24 (10-33) Typklassen.

Für die Statistiken der Kfz-Haftpflichtversicherung sind die Versicherungsleistungen für bei Verkehrsunfällen geschädigte Dritte maßgeblich. Bei der Berechnung der Vollkasko-Typklasse fließen die Versicherungsleistungen für Schäden am eigenen Auto nach selbst verschuldeten Unfällen ein. In der Teilkasko-Typklasse sind die Grundlage durch Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle sowie Naturereignisse verursachten Schäden.

Gewinner und Verlierer bei den Typklassen 2017?

2017 ändert sich für die meisten Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr nur wenig oder gar nichts. Je nach Versicherungsart sind maximal drei Prozent der Fahrzeugmodelle von einer Änderung betroffen. Trotzdem gibt es natürlich Gewinner und Verlierer. Höhere Einstufungen gibt es beispielsweise für r viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUVs. So werden der Tesla Model S, der Range Rover 4.4 TD oder der Audi Q7 6.0 TDI höher als bisher eingestuft. Runter ging es für Kleinwagen wie den Seat Mii 1.0, den Peugeot 108 1.0 oder den Toyota Aygo 1.0.

Weitere Gewinner und Verlierer findet Ihr in der folgenden Tabelle:

Gewinner (Typklasse runter) Verlierer (Typklasse rauf)
In der Vollkaskoversicherung verbesserte sich der Nissan Qashqai 1.2 um zwei Klassen. Der Kia Carens 1.7 CRDI verschlechtert sich gleich um vier Klassen in der Haftpflicht.
Zwei Klassen tiefer wird der Fiat 500 1.2 in der Teilkasko eingestuft. Drei Klassen hoch geht es für den BMW 218i Active Tourer in der Vollkasko.
Zwei Klassen tiefer wird der Subaru Forester 2.0 in der Haftpflicht eingestuft. Der Ford Mondeo 2.0 mit Fließheck wandert in der Teilkasko zwei Klassen nach oben.
Zwei Klassen besser in der Vollkasko wird der Honda Jazz 1.2 in diesem Jahr einsortiert. Der VW Golf GTD der 7. Generation verschlechtert sich um zwei Klassen in der Vollkasko.
Zwei Stufen runter geht es für den Mercedes GLK 280 in der Haftpflicht. Zwei Stufen rauf ging es für den Audi A5 2.0 TFSI in der Vollkasko.

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