Auf Veranstaltungen im Mercedes-Benz Museum weisen wir hier bei AutoNatives.de immer wieder gerne hin. Denn das Museum in Stuttgart ist vielleicht einer der schönsten Autotempel, die es gibt. In den kommenden Monaten ist das Mercedes-Benz Museum noch mehr als sonst eine Reise wert, denn die Stuttgarter würdigen mit einer Sonderausstellung die Mille Miglia.

Unter dem Motto „Mille Miglia – Leidenschaft und Rivalität“ macht Mercedes-Benz das legendäre italienische Straßenrennen in Stuttgart erlebbar. Bis zum 6. Januar 2013 zeigt das Mercedes-Benz Museum dabei nicht nur eigene Fahrzeuge, sondern auch Fahrzeuge von Wettbewerbern wie Lancia, Ferrari und Alfa-Romeo.

Denn die Geschichte dieses berühmten 1000-Meilen-Rennens, das von 1927 bis 1957 auf öffentlichen Straßen auf einem Dreieckkurs im Norden Italiens durchgeführt wurde, ist natürlich nicht nur eine Geschichte von Mercedes-Benz. Obwohl Mercedes-Benz in Italien viel beachtete Erfolge feiern konnte. Bereits 1931 siegte Rudolf Caracciola mit einem Mercedes SSKL.

Doppelsieg 1955

Doch legendär wurde der Doppelsieg von 1955, als Stirling Moss und sein Beifahrer Denis Jenkinson das Rennen gewannen. 10 Stunden 7 Minuten und 48 Sekunden benötigte das Duo mit der Startnummer 722 für die 1.597 Kilometer lange Strecke – Durchschnittsgeschwindigkeit 157,62 km/h. Das war die schnellste Zeit, die jemals auf dieser Strecke gefahrenen wurde, und mit Sicherheit ein Rekord für die Ewigkeit.

Das britische Duo war dabei mit dem Mercedes-Benz 300 SLR – für „Sport Leicht Rennen“ – unterwegs. Der Sportwagen ist ein enger Verwandter des Formel 1 Rennwagens W196. Entsprechend überlegen zeigte sich der Mercedes, denn die italienischen Rennwagen Ferrari 750 Monza Scaglietti und die Maserati A6 GCS – beide werden in der Ausstellung gezeigt – hatten gegen die Mercedes keine Chance. Auch der Zweite Juan Manuel Fangio, der die Strecke im Alleingang bewältigte, hätte das Rennen überlegen gewonnen.

Mille Miglia: Entstanden aus Trotz

Start- und Ziel-Ort der Mille Miglia war Brescia, wo man in den Anfangstagen des Automobilsports auch den Großen Preis von Italien ausgetragen hatte. Nach dem Bau der Rennstrecke von Monza hatte die Stadt im Osten der Lombardei dieses Prädikat in den Einzugsbereich der Regionalhauptstadt Mailand verloren. Zum „Ausgleich“ veranstaltete man ein Sportwagenrennen einmal quer durch Italien – von ihrer Brescia nach Rom und zurück.

Dabei führte die Strecke vom Startort Brescia auf dem Hinweg über Padua, Ferrara und Pescara nach Rom. Auf dem Rückweg – gefahren wurde ohne Pause – führte die Strecke über Florenz, Bologna und Piacenza nach Brescia zurück. Als Gemeinheit waren dabei der Futapass sowie der Raticosa-Pass zu bewältigen, um den Apennin zu überqueren.

Kooperation mit dem Museo Mille Miglia

Als Partner für die Sonderausstellung „Mille Miglia – Leidenschaft und Rivalität“ gewann das Mercedes-Benz Museum das „Museo Mille Miglia“ in Brescia, das die Geschichte des Rennens dokumentiert. Durch diese Kooperation ergänzen heute die Fahrzeuge der ehemaligen Wettbewerber die Ausstellung in Stuttgart.

Mercedes-Benz Museum, Stuttgart, Sonderausstellung „Mille Miglia – Leidenschaft und Rivalität“
Zum ersten Mal in der Geschichte des Mercedes-Benz Museum können in Stuttgart auch Fremdfabrikate bewundert werden. Foto: Mercedes-Benz Museum, Stuttgart

An 1931, das Jahr des Caracciola-Siegs, so auch ein Alfa Romeo 6C 1750 GS und ein OM 655 Superba. Zum legendären Doppelsieg der Mercedes-Benz 300 SLR erinnern ein Ferrari 750 Monza Scaglietti und ein Maserati A6 GC. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien und weitere zeitgeschichtliche Dokumente.

Öffnungszeiten des Mercedes-Benz Museum

Das Mercedes-Benz Museum ist täglich von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere zum Mercedes-Benz Museum finden Sie im Online-Auftritt des Museums.

3 Kommentare

  1. Sehr interessantes Beitrag und Photos. Es gibt nicht Merkwürdigeres auf vier Räder im Rennsport als die Carrera Panamericana de Mexico (1950-54) und die Mille Miglia (1927-1957). Zum Glück haben wir heute noch auf zwei Räder richtiges Road Racing : Isle of Man TT, Macau, Tandragee, Cookstown, Ulster, the Southern 100, Mid-Antrim…

    • Stimmt schon, es ist heute gar nicht mehr vorstellbar wie diese Rennen über 1.000 oder mehr Kilometer durchgeführt wurden.

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