Messen, Ausstellungen und Museen

Austro Daimler „Bergmeister“ im Porsche-Museum

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Überraschungen. Land auf, Land ab öffnen Kleine und Große Oldtimer-Freunde gespannt die Türen ihrer Adventskalender. Das Porsche-Museum in Stuttgart hat sich von diesem Brauch inspirieren lassen und bietet seinen Gästen vom 1. bis zum 24. Dezember daher jeden Tag eine neue Überraschung. Am kommenden Samstag, den 17. Dezember feiert man dabei den „Tag der offenen Museumswerkstatt“ und nutzt diese Gelegenheit, um mit dem Austro Daimler „Bergmeister“ Sport-Cabriolet ein besonders seltenes Stück Automobilgeschichte erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Das Austro Daimler „Bergmeister“ Sport-Cabriolet aus dem Jahr 1932 gilt unter Automobilhistorikern als einer der Höhepunkte der österreichischen Automobilgeschichte. Versehen mit einer Karosserie der Armbruster K&K Hofwagenfabrik halten viele Oldtimer-Freunde das jetzt im Porsche-Museum gezeigte Sport-Cabriolet sogar für eines der schönsten Automobile seiner Zeit. Das Exponat stammt übrigens aus der privaten Automobilsammlung von Dr. Wolfgang Porsche.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG wird seinen „Bergmeister“ daher am Samstag, den 17. Dezember um 14.00 Uhr persönlich in der Ausstellung vorstellen.
„Sein“ Austro Daimler „Bergmeister“ Sport-Cabriolet wurde seit 2007 vom österreichischen Oldtimerspezialisten Egon Zweimüller in mehr als 10.000 Arbeitsstunden restauriert. Im März dieses Jahres war der „Bergmeister“ fertiggestellt. Im Sommer fand die Arbeit beim Pebble Beach Concours d’Elegance in Monterey, Kalifornien, der als eine der wichtigsten Oldtimer-Veranstaltungen der Welt gilt, mit einen zweiten Platz in der Klasse der „European Classic 1925 bis 1931“ weltweite Anerkennung.

Ferdinand Porsche und Austro Daimler

Obwohl das Austro Daimler „Bergmeister“ Sport-Cabriolet „erst“ 1932 gebaut wurde, gehen viele Details der Konstruktion – insbesondere des technisch anspruchsvollen 120 PS starken Sechszylindermotors mit oben liegender Nockenwelle – noch auf Ferdinand Porsche zurück, der von 1906 bis 1923 als Chefkonstrukteur der Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft (kurz: Austro Daimler) in Wien tätig war. Während der 17 Jahre währenden Tätigkeit Porsches galt Austro Daimler als einer der technisch führenden Automobilhersteller Europas.

Der von Ferdinand Porsche (5.v.r.) konstruierte Austro-Daimler „Sascha“ siegte 1922 bei der Targa Florio in der 1,1-Liter-Klasse.

Für Aufmerksamkeit sorgten insbesondere die von Porsche für Austro Daimler konstruierten Rennwagen. Mit dem so genannten „Prinz-Heinrich-Wagen“ belegte die Austro-Daimler-Werksmannschaft 1910 die ersten drei Plätze der viel beachteten Prinz-Heinrich-Fahrt, die von Berlin nach Bad Homburg über eine Distanz von 1.495 Kilometer ausgetragen wurde. Als weiterer Höhepunkt der Porsche-Jahre bei Austro Daimler gilt der Kleinwagen ADS „Sascha“. Mit Rennausführung dieses Fahrzeugs sicherte sich Austro Daimler 1922 einen überlegenen Klassensieg bei der Targa Florio.

Fünf Jahre nach dem Ausscheiden Porsches fusionierte Austro Daimler 1928 mit Puch und der Oesterreichischen Flugzeugfabrik (Oeffag). Doch die dabei entstandenen Austro-Daimler-Puchwerke AG hielten sich nur bis 1934, ehe eine neuerlich Fusion mit der Steyr-Werke AG zur Steyr-Daimler-Puch AG führte. Im Zuge dieser Fusion wurde das Austro-Daimler-Werk in Wiener Neustadt am 30. Juni 1934 teilweise stillgelegt, der Bau Pkw der Marke Austro-Daimler völlig eingestellt.

Das Porsche Museum in Stuttgart

Das Porsche Museum in Stuttgart ist dienstags bis sonntags von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt vier Euro. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Weitere Informationen zum Museum stehen im Internet unter www.porsche.de/museum zur Verfügung.

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