In den 1960er-Jahren sorgte der Wettlauf zum Mond, den die Supermächte der USA und Sowjetunion austrugen, für Faszination. Frank Sinatra nahm die Stimmung als er 1964 das Lied „Fly Me to the Mood“ des Komponisten und Songtexters Bart Howard einspielte. Nach einer längeren Pause ist das Interesse am Mond inzwischen wieder entfacht. Mit Suzuki und Audi beteiigen sich auch zwei Autohersteller an Projekten, die den Mond ins Visier nehmen.

Vor rund 50 Jahren gewannen die USA den Wettlauf. Die US-Raumfahrer Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin setzten im Juli 1969 als erste Menschen ihre Füße auf den Boden des Erdtrabanten. Ihnen folgten fünf weitere US-Teams, dann bliebt der Mond von menschlichen Besuchen verschont. Denn die Sowjetunion scheiterte auch mit diesem Projekt. Die Sowjets verzichteten am Ende darauf, einen Kosmonauten zum Mond zu fliegen und beschränkten sich auf unbemannte Mondmissionen.

Seit 1972 haben nur noch Sonden und Landeroboter den Mond besucht. Trotzdem hat der Mond nichts von seiner Faszination verloren. Zurzeit arbeiten zahlreiche Projekte am Mondflug. Darunter sind nicht nur staatliche Raumfahrtagenturen wie die japanische JAXA, die indische ISRO oder die amerikanische NASA, sondern auch private Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Sie kämpfen seit 2007 um ein im Rahmen der Google Lunar XPRIZE ausgelobtes Preisgeld in Höhe von 30 Millionen US-$.

NASA Apollo 17 Lunar Roving Vehicle
Apollo 17 Lunar Roving Vehicle – damals fuhren Astronauten über den Mond (Foto: Nasa)

Die Aufgabe des Wettbewerbs besteht aus zwei Teilen. Bis Ende 2017 müssen die Teams eine Sonde sicher auf dem Mond landen und mit einem Fahrzeug mindestens 500 Meter auf der Mondoberfläche zurücklegen. Das erste Projekt, das diese Aufgabe erfolgreich meistert, gewinnt immerhin 2/3 des Gesamtpreisgelds. Das restliche Preisgeld zahlen die Organisatoren für das Erreichen unterschiedlicher Meilensteine. Ursprünglich haben sich 29 Teams an diesem Wettbewerb beteiligt. Aktuell sind noch 16 Teams im Rennen.

Autohersteller bei der Google Lunar XPRIZE

Mit der Aufgabe, mindestens 500 Meter mit einem Fahrzeug auf dem Mond zurückzulegen, kommen auch Autohersteller ins Spiel. Schon bei der Entwicklung des Lunar Roving Vehicle (LRV), das bei drei Apollo-Missionen zum Einsatz kam, war mit General Motors ein Autobauer an Bord. Heute bringen Suzuki und Audi ihr Knowhow in zwei Projekten, die sich der Google Lunar XPRIZE stellen, ein.

Suzuki unterstützt das japanische Team Hakuto. Triebfeder dieses Projekts ist der Roboterbauer ispace technologies. Autobauer Suzuki bringt bei der Entwicklung des von Hakuto geplanten Mondfahrzeugs seine Leichtbau-Kompetenz sowie die Erfahrung beim Bau von Allradfahrzeugen in das Projekt ein. Das japanische Team gewann bereits einen der im Rahmen der Google Lunar XPRIZE ausgesetzten Meilensteine. Gut möglich, dass das Projekt seine Mission erfolgreich abschließt.

Audi lunar quattro - Audi unterstützt die Part-Time Scientists aus Berlin
Audi lunar quattro – Audi unterstützt die Part-Time Scientists aus Berlin (Foto: Audi)

Offen ist allerdings, ob Hakuto das tatsächlich als Erster schafft. Denn auch die Part-Time Scientists, das letzte im Wettbewerb verbliebene deutsche Projekt-Team, hat bereits Meilensteine sichern können. Mobilitätspartner der Part-Time Scientists ist Audi. Weshalb ihr Mondfahrzeug inzwischen auf den Namen Audi Lunar Quattro hört. Auch den Deutschen trauen Beobachter zu, den Mond zu erreichen.

Wobei ihr Projekt eine fast perfekte Brücke in die Vergangenheit schlägt. Denn der Audi Lunar Quattro soll im Taurus-Littrow Valley auf Erkundungsfahrt gehen. Dort landete mit Apollo 17 die letzte bemannte Mondmission. Dort steht auch noch ein Lunar Roving Vehicle. Das Berliner Projekt könnte bald die Frage beantworten, wie das Fahrzeug nach 45 Jahren auf dem Mond aussieht.

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