Das Beste steht diesmal (vielleicht) schon am Beginn: Denn bereits am Freitag, den 08.08.2008, schickt der AvD im Rahmen des „36. AvD Oldtimer Grand Prix“ mit der Nürburgring Trophy 100 und dem 18. AvD-Historic Marathon 500 zwei interessante Startfelder auch auf die Nordschleife. Doch auch am Samstag und Sonntag wird den Freunden des historischen Motorsports wieder eine ganze Menge geboten. Denn insgesamt stehen beim „36. AvD Oldtimer Grand Prix“ am Nürburgring mehr als 20 historische Rennen auf dem Programm.

Zu den Höhepunkten des Samstags gehört zweifelsfrei der Auftritt des TOYOTA-Formel-1-Piloten Timo Glock, der gerade beim Formel-1-Rennen in Ungarn mit einem feinen zweiten Platz glänzen konnte. Der 26-Jährige wird um 13:30 Uhr die Grand Prix Strecke in einem legendären Toyota GT-One, der 1998 und 1999 bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans startete, umrunden.

Der vom Toyota Team Europe (TTE) in Köln entwickelte und aufgebaute Toyota GT-One wird von einem 8-Zylinder-V-Motor mit 3,6 l Hubraum und rund 630 PS angetrieben. 1999 stellte der Brite Martin Brundle diesen Sportprototypen bei den 24 Stunden von Le Mans auf den besten Startplatz. Im Rennen reichte es für den Toyota GT-One nach einem Reifenschaden in den Schlussrunden nur zu einem zweiten Platz.

„ORWELL SuperSports Cup“ – Starter mit Le Mans Historie

Direkt nach dem Auftritt des deutschen Formel-1-Piloten eröffnen mit dem „ORWELL SuperSports Cup“ quasi die Vorgänger des Toyota GT-One den Rennnachmittag. Denn im „ORWELL SuperSports Cup“ starten Sportwagen-Prototypen und zweisitzige Rennwagen der Baujahre 1966 bis 1976, die zum Teil ebenfalls in Le Mans am Start waren. Auch wenn die Sportwagen von Chevron, Lola oder March meist nicht um den Gesamtsieg mitfahren konnten, gehörten Sie doch über viele Jahre zum festen Bestandteil des Rennens an der Sarthe. Der „ORWELL SuperSports Cup“ erfreut sich bei den Fans und Fahrern äußerster Beliebtheit. Dies beweist auch die die Auszeichnung als „Series of the Year“, die die Organisatoren um Silvio Kalb von der Historic Motorsportshow im britischen Stoneleigh verliehen bekommen haben.

„FIA Formel Junior“ – 1100 ccm und viele große Namen

Passend zu unserem Hubraumlimit von 1300ccm startet beim „AvD Oldtimer Grand Prix“ die „FIA Formel Junior“. Die „Formel Junior“ wurde 1958 in Italien als Rennserie für den Nachwuchs ins Leben gerufen. Mit den kleinen und leichten Monoposto der „Formel Junior“ sollten sich Nachwuchsfahrer für größere Aufgaben empfehlen können. Der maximal 1100 ccm große Motor musste aus einem Tourenwagen stammen. Aus Kostengründen durfte der Motor zunächst nur zusammen mit der in diesem Tourenwagen verwendeten Bremsanlage auch in der „Formel Junior“ gefahren werden. Mit der „Formel Junior“ entwickelte sich für Rennwagenhersteller wie Lotus, Brabham, Lola oder Cooper schnell ein lukratives Geschäftsfeld. Denn die Idee des Rennfahrers und Journalisten Giovanni Conte Lurani wurde bereits 1959 in weiteren Ländern aufgegriffen.

Revival Deutsche Rennsportmeisterschaft 1972-1981

Zum festen Bestandteil des „AvD Oldtimer Grand Prix“ gehört das „Revival der Deutschen Rennsportmeisterschaft“, die ab 1972 die Motorsportfans in Deutschland begeisterte. Die Idee zur Deutschen Rennsportmeisterschaft ging auf Hugo Emde, Jochen Neerpasch und Fitz Jüttner zurück. Nachdem sie den Zündfunken gesetzt hatten entwickelte sich die Deutsche Rennsportmeisterschaft schnell zu der wohl bedeutendsten europäischen Tourenwagenserie. Im Rahmen des „AvD Oldtimer Grand Prix“ gehen als Vertreter der Deutschen Rennsportmeisterschaft sowohl Tourenwagen nach FIA-Gruppe 2-Regeln aus der „Frühzeit“der Deutschen Rennsportmeisterschaft, als auch (Super)-Tourenwagen nach Regeln der FIA-Gruppe 5 wie sie ab 1977 gefahren wurden, an den Start.

BMW M1 Procar beim AvD Oldtimer Grand Prix
BMW M1 der ProCar-Serie beim AvD Oldtimer Grand Prix

Im Feld starten auch zahlreiche BMW M1 aus der ProCar-Serie. Mit dieser 1979 speziell für den BMW M1 geschaffenen ProCar-Serie wurde der M1 im Rahmenprogramm der Formel 1 vorgestellt. Heute ist es undenkbar, dass damals an diesen Rahmenrennen, das unmittelbar vor Grand Prix gestartet wurde, aktuelle Formel-1-Fahrer teilnahmen. Oder können Sie sich Lewis Hamilton drei Stunden vor dem Start zum Großen Preis von Ungarn in einem Cup Porsche vorstellen?

„Grand Prix Masters“ – Die Königsklasse der Formel 1

Mitte der 60er-Jahre verfügten Rennsportwagen und selbst einige Serienfahrzeuge über mehr Leistung als die so genannte Königsklasse der Formel 1, die zu dieser Zeit mit „nur“220 PS leistenden 1500er-Achtzylindern unterwegs war. Zur Saison 1966 wurden daher die Regeln geändert – und zwar gleich mit einer Verdopplung der Hubräume (3000 cm³ für Saugmotoren, 1500 cm³ für aufgeladene Triebwerke). Ford lies extra für dieses Reglement von der kleinen Firma Cosworth einen Dreiliter-Motor bauen, den „Ford Cosworth DFV“. In den kommenden 15 Jahren sollte das Ergebnis dieser Zusammenarbeit zum erfolgreichsten Triebwerk in der Geschichte der Formel 1 werden und schließlich für 155 Grand-Prix-Siege verantwortlich zeichnen.

Formel 1 beim AvD Oldtimer Grand Prix
Surtees-Ford beim AvD Oldtimer Grand Prix

Kein Wunder also, dass die Mehrzahl der Starter im Feld der „Grand Prix Masters“ vom „Ford Cosworth DFV“ angetrieben werden. Denn im Rahmen der „Grand Prix Masters“ treten historische Formel-1-Rennwagen der Baujahre 1966 bis 1978 an. Dies ermöglicht den Besuchern die interessante Entwicklung, die die Formel 1 in dieser Zeit nahm, nachzuvollziehen. Denn die ältesten Fahrzeuge im Feld sind noch „Einbäume", die nur aus einem – gut sichtbaren – Motor und einem knappen Blechkleid bestehen. Und während den etwas jüngeren Fahrzeugen bereits die ersten Flügel gewachsen sind tragen die Boliden der 70er-Jahre großen Luftsammler, fette Reifen und ein großes Flügelwerk.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Das bunte Programm beginnt an allen drei Tagen um 8.00 Uhr. Eine Wochenendkarte für alle Veranstaltungstage kostet 58 Euro. Das Tagesticket kostet am Samstag und Sonntag jeweils 38 Euro, am Freitag 18 Euro. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Mit allen Karten kann das Fahrerlager besucht werden.

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