Das „Eifelrennen“ begründete einst die Motorsport-Tradition in der Eifel. Zunächst ab 1922 auf einem 32,2 km langen Rundkurs rund um die Burg Nideggen ausgetragen, wird es seit der Eröffnung des Nürburgrings auf der permanenten Rennstrecke ausgetragen. Im Laufe der Jahre haben unterschiedliche Fahrzeuge und Rennserien um den symbolträchtigen Titel gerannt. So ist es nur logisch, dass das „Eifelrennen“ seit 2009 als einer der Höhepunkte im Kalender des historischen Motorsports gilt. Beim Eifelrennen 2011 übernahmen die Motorsport-Freunde des „Düsseldorfer Automobil- und Motorsport Club 05“ (DAMC 05) die Verantwortung für die Veranstaltung. In der Tradition des Jan Wellem-Pokals stellten die Düsseldorfer ein abwechselungsreiches Programm auf die Beine, das die Geschichte des „Eifelrennens“ fast vollständig wiedergab.

Ganz in der Tradition des bisher vom DAMC 05 organisierten Oldtimer-Festival durften dabei beim „Eifelrennen“ in diesem Jahr neben Autos auch historische Motorräder auf dem Nürburgring rennen. Eine Kombination, die es in gleicherweise zuletzt 1974 gab. Damals wurden das „Eifelrennen“ und der Große Preis von Deutschland für Motorräder im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung ausgetragen.

Während Rolf Stommelen mit einem Ford Capri RS das Rennen der Tourenwagen gewann, boykottierten die meisten der damaligen Motorrad-Spitzenpiloten den Großen Preis von Deutschland. Die Motorrad-Piloten bemängelten, dass man bei diesem Event aus Brandschutzgründen darauf verzichtet hatte, Strohballen zur Absicherung der Strecke zu verwenden, wie sie seinerzeit bei Motorradrennen üblich waren. Dank des Boykotts trugen sich in allen Solo-Klassen deutsche Piloten in die Siegerlisten ein, die unter normalen Umständen wohl chancenlos gewesen wären.

Schmiermax im Beiwagen

Einzig die damaligen Vize-Weltmeister Werner Schwärzel und Karl-Heinz Kleis, die das Rennen der Seitenwagen-Klasse gewinnen konnten, konnten 1974 auch auf anderen Strecken überhaupt in die Punkte fahren. Und auch 2011 waren es die Seitenwagen-Fahrer, die mit ihren akrobatischen Höchstleistungen, das Publikum beim „Eifelrennen“ zu begeisterten wussten.

Hahn-BMW Kneeler beim Eifelrennen 2011

Voller Einsatz im Kneeler

Wie die Turner in den Beiwagen mit vollem Körpereinsatz den Gesetzmäßigkeiten der Schwerkraft trotzend, das Gespann im Gleichgewicht – und damit auf Kurs – halten, das gehört bis heute zu den faszinierendsten Fahrdarbietungen, die auf Rennstrecken bewundert werden können. Mehr zu den historischen Seitenwagen finden Sie übrigens unter kneeler.de.

Von der Wiedersehensfreude übermannt

Im Bereich der Autos übernahm wieder einmal der „Kampf der Zwerge“ die Aufgabe der Publikumslieblinge. Wenn die rund 60 Kleinwagen der 1960er und 1970er-Jahre um Punkte und Plätze kämpfen, dann sind auf den Tribünen viele Zuschauer von ihrer persönlichen Wiedersehensfreude übermannt.

Überall erklingen Sätze wie „Guck, den hatte ich auch mal!“ oder „Damit hat die Mutter mich früher zur Schule gebracht.“ Und da die meisten der sportlichen Kleinwagen auf der Strecke doch fixer bewegt werden, als Muttern das auf dem Schulweg konnte, begeistert der „Kampf der Zwerge“ auch sportlich.

Donnerkeile aus Amerika

Ebenfalls auf großes Interesse des Publikums stieß das – im Vergleich zum „Kampf der Zwerge“ – Kontrastprogramm des „CANADIAN-AMERICAN CHALLENGE CUP“. Auch wenn sich die Anzahl der Starter noch verbesserungswürdig zeigte, waren die vielleicht brutalsten und buntesten Rennboliden aller Zeiten aus der von 1966 bis 1974 ausgefahrenen ehemaligen CanAm-Series in den Boxen immer stark umlagert. Besonders der ungewöhnlich gestaltete AVS Shadow von 1970, den der ehemaliger Porsche-Designer Harm Lagaaij restauriert hat, zog das Publikum magisch an.

Insgesamt überzeugte das Eifelrennen 2011 mit einer großen Anzahl interessanter Fahrzeuge auf und neben der Strecke. Denn gerade auch bei den Klubtreffen im Fahrerlager wurde zahllosen Raritäten und „Schätzchen“ aus verschiedenen Epochen von ihren stolzen Besitzern vorgeführt. Gerade dieses Engagement unterstreicht den Stellenwert, den das Eifelrennen bei Sammlern und Oldtimer-Liebhabern auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus genießt.

Die Fotos zum Eifelrennen 2011 um den Jan-Wellem-Pokal

7 Kommentare

  1. die organisation dieses damc05 war eine absolute katastrophe und wird hoffentlich nie wiederholt, das chaos erstreckte sich über alle Serien angefangen von der track experience, glp bis hin zum 300km rennen, von der anmeldung über dokumentenausgabe bis hin zur aufstellung der ergebnislisten reihte sich ein fehler an den nächsten, das ganze unterstützt von teills überforderten, mindestens unfreundlich agierenden ordnern, die aufgrund ihrer äußerungen hart am rand einer ohrfeige spazierten, interessant dabei, dass sich der damc05  im dunstkreis der nun endlich insolventen [NAMEN VON DER REDAKTION GELÖSCHT] organisation bewegt, fazit: schlechter geht es für die teilnehmer wirklich nicht, schade um eine eigentlich schöne veranstaltung, die auch- nicht zuletzt wegen des wechselhaften wetters- unter wenig zuschauern zu leiden hatte

  2. @#1 Lieber Absender,
    es ist immer Schade, wenn Kritik nicht mit offenem Visier geäußert wird. Denn leider ermöglicht dies keinen sinnvollen Dialog. Da Sie sich entschlossen haben haben, hier anonym zu posten, haben wir in Ihrem Posting die genannten Namen gelöscht.
    MfG
    Die Redaktion

  3. Wir waren auch dort mit 4 Fahrzeugen. Bevor jemand solch einen Kommentar schreibt und veröffentlicht. Jungs Organisiert doch selbst einmal solch eine Veranstaltung wenn Ihr alles besser könnt. Oder noch besser bleibt beim nächsten mal einfach weg.Wir zb. hatten niergendwo probleme.
    F.S.

  4. Als Teilnehmer kann Ich das auch überhaupt nicht nachvollziehen! Aber das Androhen von Prügel sagt doch eine Menge über des Verfasser aus.

  5. @ 2: meine kritik wird mit offenem visier weder anders noch offener, die namen können sie gerne löschen, das ändert nichts an den bekannten tatsachen
    @3: es geht überhaupt nicht darum, ob irgendwelche jungs meinen, so etwas besser zu können, sondern ausschließlich darum, dass es der damc05 (im gegensatz zum adac) definitiv nicht konnte ,solche organisatorische fehler sollte man sich nicht mal bei orientierungsfahrten leisten
    @4: ich habe lediglich abläufe beschrieben, daraus zu schliessen, dass ich jemandem prügel angedroht hätte, sagt eine menge über den interpreten aus
    @ all: selbst wenn ich der einzige kritiker bleiben würde, ist die reaktion bis jetzt schon sehr interessant, in der hoffnung, dass der diesjährige ablauf der veranstaltung ein einzelfall bleiben möge
    mfg peter

  6. Hallo Peter,

    ich fand auch nicht alles gut am vergangenen Wochenende. Aber ich empfinde Deine Kritik am DAMC übertrieben. Zumal die mit dem OF bewiesen haben, dass die das wirklich können.

    Mit sportlichem Gruß
    AH

  7. Schöne Bilder. Hätten ruhig mehr sein können. Vor allem von den Beiwagenrennen. Das ist nämlich noch echter Knochensport 🙂

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