Vor fast drei Jahren haben wir hier nach dem Mut im Vierzylinder gefragt. Damals hatte BMW sich aus der Formel 1 zurückgezogen und wir vermissten in der BMW-Zentrale in München den Hang zum Motorsport. Inzwischen hat sich diese Kritik überholt, den BMW ist nicht nur in die DTM zurückgekehrt, sondern 2012 mit Bruno Spengler auf Anhieb zum DTM-Titel gefahren. Dazu gewann man mit Schnitzer die Teamwertung und sicherte sich als Hersteller auch die Markenwertung.

BMW lebt mit dem Motorsport - Anzeige von 1974
BMW Anzeige: „BMW lebt mit dem Motorsport“ von 1974 (Foto: BMW)

Sicherlich wurden diese Erfolge auch dadurch begünstigt, dass die Wettbewerber bereit waren, 2012 für die DTM ein völlig neues Reglement zu akzeptieren. Denn mit der vorher genutzten Fahrzeuggeneration wären die BMW-Erfolge quasi aus dem Stand heraus wohl nicht möglich gewesen. Denn die bis Ende 2011 in der DTM eingesetzten Fahrzeuge galten dank ihrer extremen Durchströmung als aerodynamisch sehr sensibel und schwierig im Umgang mit den Reifen. Ohne Erfahrung in der Serie hätte ein solcher Einstieg, wie er BMW gelungen ist, wohl auch den Münchenern kaum gelingen können.

Nur damit wir uns hier nicht falsch verstehen, das soll die Leistung der Münchener nicht schmälern. BMW hat sich den Erfolg mit der konsequenten Testarbeit und mutigen Entscheidungen im Vorfeld des Einstiegs hart und konsequent erarbeitet. Dadurch und sicherlich auch das eine oder andere Rennglück war man am Ende eben besser als die Wettbewerber aus Stuttgart und Ingolstadt. Ein Erfolg auch für das System DTM, denn die DTM wollte sich mit der Neugestaltung der Fahrzeuge und der Verwendung vieler Einheitsteile ja bewusst attraktiv für Neueinsteiger machen. Den Verantwortlichen von ITR, Mercedes-Benz und Audi war offensichtlich klar, dass der Erfahrungsschatz der etablierten Hersteller zuvor andere Interessierte abgeschreckt hat. BMW war nach MG Rover, deren Konkurs Mitte 2005 einen Einstieg schließlich verhinderte, der erste Hersteller, der öffentlich sein Interesse an der DTM bekundete.

BMW lebt mit dem Motorsport? Offensichtlich!

Erst 2012 wagte sich BMW in die DTM und erinnerte uns damit jetzt an das Werbeplakat „BMW lebt mit dem Motorsport“ von 1974, das wir für das heutige Clipping ausgewählt haben. Damals – mitten in der Ölkrise – bekannte man sich in München zu seinem Sport-Engagement. Ein Engagement, das zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war. Heute scheint es, also ob die Mission für BMW noch nicht beendet ist. Denn mit der Verpflichtung von Timo Glock, der sein Formel 1 Cockpit bei Marussia verlor, weil das Team mit der Verpflichtung eines Paydrivers das eigene Überleben in der Königsklasse des Motorsports zu sichern versucht, landete BMW im langsam zur Neige gehenden Winter einen echten Transferknaller.

Dazu werden neben Glock mit DTM-Champion Bruno Spengler, Augusto Farfus, Joey Hand, Andy Priaulx, Martin Tomczyk, Dirk Werner und Neuling Marco Wittmann im kommenden Jahr gleich acht BMW M3 in der DTM an den Start rollen. Inzwischen kann niemand mehr behaupten, dass im Vierzylinder kein Sportsgeist mehr vorhanden ist. Es scheint eher, dass man die Maxime seiner Werbung von 1974 nicht nur erinnert, sondern sie wieder befolgt.

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