Zugegeben, ich habe keinen großen Bezug zu Autos von BMW. Ich habe bisher überhaupt erst zweimal am Steuer eines BMW gesessen. Einmal Mitte der 1990er, als hier im Ruhrgebiet eine lokale Autoglas-Kette den 3er Compact beim Scheibenwechsel als Ersatzfahrzeug anbot. Das andere Mal habe ich auf der Fahrt zur IAA das Steuer von unserem Co-Blogger Christian, der seit vielen Jahren begeisterter Kunde des Hauses BMW ist, übernommen.

Irgendwie sprechen die Fahrzeuge aus München nicht mit mir. Mein Vater erzählt immer gern, dass wir Anfang der 1970er-Jahre einmal einen 02er für die Fahrschule meines Großvaters im Werk abgeholt haben. Auf dem Rückweg nach Kiel gab es noch in Bayern eine Panne. Möglicherweise hat dieses Erlebnis meinen Autogeschmack beeinflusst hat. Mein Desinteresse ist also eine frühkindliche Prägung.

Auf der diesjährigen IAA habe ich erstmals registriert, dass BMW seine Nomenklatura ändert. Vereinfacht gesagt haben die Zweitürer der automobilen Mittelklasse bei BMW nun eigene Namen bekommen. Bisher gehörten zum 3er bei BMW auch ein Coupé und ein Cabrio. Seit der IAA werden diese Ableger der Mittelklasse unter dem Namen 4er als eigenes Modell geführt. Was immer BMW damit ausdrücken will.

Die neuen Namen gelten natürlich auch für die M-Baureihe

Seit mehr als 40 Jahren werden die besonders sportlichen BMW mit dem Buchstaben „M“ gekennzeichnet. Eingeführt ursprünglich von der BMW Motorsport GmbH sind die M-Modelle heute die sportliche Speerspitze des Modellprogramms.

BMW M3 der Baureihe E30, erfolgreichste Tourenwagen der Welt
Der BMW M3 prägte ab 1987 die DTM. BMW beauftragte Teams wie Zakspeed mit dem Einsatz des Seriensiegers.

Im 3er lässt sich das M auf den 1987 vorgestellten BMW M3 zurückführen. Das Ur-Modell entstand für den Einsatz in der Tourenwagen Weltmeisterschaft, die damals zunächst nur einen Sommer lang tanzen durfte. Zusammen mit Paul Rosche schob Thomas Ammerschläger das Projekt BMW M3 dafür in München an. Mit Erfolg, denn die Technik-Legenden stellten mit dem BMW M3 der Baureihe E30 den erfolgreichsten Tourenwagen der Welt auf die Räder.

Roberto Ravaglia wurde im BMW M3 schon im Debütjahr Tourenwagen-Weltmeister. Bernard Béguin siegte mit dem M3 im gleichen Jahr auf Korsika bei einem Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft. M3-Piloten sicherten sich bis heute mehr als 1.500 Rennsiege. Darunter waren auch Erfolge bei allen wichtigen 24-Stunden-Rennen für Tourenwagen und zahlreiche Meisterschaften.

Über die Jahre hat BMW die Baureihe M3 gepflegt

Seit 1992 steht die Bezeichnung BMW M3 hauptsächlich für ein Coupé, auch wenn es das Label M3 auf Wunsch auch als Cabrio und als Limousine gab. Für die jetzt angekündigte fünfte Generation „M in der Mittelklasse“ übernimmt BMW die aktuellen Modellbezeichnungen. Daher heißt die Limousine M3, während das Coupé als M4 geführt wird. Beide Versionen werden auf der „North American International Auto Show“ (NAIAS) im Januar in Detroit offiziell vorgestellt.

Schon jetzt ist klar, sie teilen sich einen neu entwickelten Sechszylinder-Reihenmotor. Dank zweiter Turbolader, was BMW als „M TwinPower Turbo Technologie“ bezeichnet, stehen 431 PS und ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern zur Verfügung. Ausgelegt ist das Aggregat als Hochdrehzahlmotor, geblieben ist die Betonung des Leichtbaus. Egal wie BMW seine Mittelklasse in das eigene Zahlensystem einordnet, das klingt alles ziemlich M-typisch – sogar für mich als BMW-Muffel.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Der neue BMW M3 ist eine Limousine (Foto: BMW)

Der neue BMW M3 ist eine Limousine (Foto: BMW)

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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