Mit der Studie Vision iNEXT wagt BMW einen Ausblick, wie das Fahren morgen oder übermorgen aussehen könnte. Wir sagen Euch, was die Zukunftsvision des bayrischen Autobauers beinhaltet.

Die größte Konstante der Welt ist ihr Wandel! Das ist auch deshalb erstaunlich, weil sich Menschen gleichzeitig erstaunlich oft vor Veränderungen fürchten. Trotzdem sind Zauderer – unter Umständen sogar sehr schnell – sichere Verlierer. Gewinner sind dafür die, deren Idee von der Zukunft dann das ist, vor dessen Verlust wir uns im übernächsten Schritt fürchten. Und so dreht sich die Welt seit Jahrtausenden weiter.

Viele der etablierten Autohersteller wirken zurzeit auf Außenstehende wie Zauderer. Besonders die europäischen Hersteller kämpfen mit den Folgen der Dieselkrise. Denn die trifft nicht nur den VW-Konzern. Mehr als die Wettbewerber aus Nordamerika oder Asien setzten in der Vergangenheit praktisch alle Europäer auf den Diesel. Doch der ist selbst auf den Stammmärkten inzwischen ein Auslaufmodell. Offenbar sind zurzeit Feinstaub und Stickoxide wichtiger als der Klimawandel.

Gleichzeitig sorgen neue Spieler dafür, dass das Tempo des Spiels hoch bleibt. Zu den Neuen am Tisch gehört ein Branchenfremder wie Elon Musk. Musk sorgte mit Tesla fast im Alleingang dafür, dass die Elektrifizierung des Autos inzwischen salonfähig ist. Gleichzeitig ist in Japan und Korea die Brennstoffzelle auf der Straße angekommen. Alles zusammen lässt um die Zukunft der europäischen Hersteller fürchten.

Doch der Schein trügt – die Europäer kommen!

Erst vor ein paar Tagen stellte Mercedes den EQC vor. Das ist immerhin ein Anfang. Auch wenn der erste reinelektrische Mercedes technisch noch nicht mit dem angekündigten Audi e-tron oder dem realen Jaguar iPace mithält. Denn der Mercedes ist, die Sternen-Jünger mögen wir das verzeihen, bisher nur auf dem Niveau des VW eGolf. Und den gibt es schließlich schon ein paar Jahre. Trotzdem würde ich als Elon Musk jetzt eher schlecht schlafen.

Denn viele Kunden schauen gar nicht so genau hin und erwarten keine Avantgarde. Gerade Kunden von Mercedes sind konservativ. Ein elektrifizierter GLC – mehr ist der EQC nicht – ist für die Stammkundschaft der Stuttgarter genau das richtige Auto. BMW ist da deutlich dynamischer. Schon 2013 brachten die Bayern mit dem i3 ein richtiges Elektroauto an den Start. Jetzt dreht BMW das Rad deutlich weiter und stellt sich der Frage, was uns in Zukunft bewegen wird.

Das Ergebnis ist die Vision iNEXT!

Die Studie steht – so BMW – für einen Aufbruch in ein neues Zeitalter. Sie fährt lokal emissionsfrei und ist dabei genauso vernetzt wie automatisiert – wenn der Kunde das will. Denn die Studie iNext fährt nicht zwingend autonom. BMW trennt zwischen den Fahrzuständen „Boost“ und „Ease“.Dem BMW-Leitmotiv von der Freude am Fahren folgend, spricht „Boost“ den Selbstfahrer an. Dabei steht die Studie für eine moderne Interpretation eines dynamischen Elektrofahrzeugs.

Im Fall von „Ease“ wird das Auto zum Lebensraum und bietet den Insassen Raum zur Entfaltung. Dabei entspricht das, was BMW jetzt zeigt, übrigens auffallend dem, was uns Yanfeng Automotive Interiors auf der letzten IAA vorführte. Die Vision iNEXT überträgt die statische Präsentation der Konzeptstudie XiM18 in die Realität und gibt Ausblick auf ein für 2021 angekündigtes neues elektrisches BMW-Modell. Schon vier Jahre später will BMW übrigens 12 rein-elektrische Fahrzeuge anbieten.

Wie immer bei solchen Studien ist es auch bei der Vision iNEXT spannend, welche der Ideen es tatsächlich in die Serie schafft. Gute Chancen hat das große Panoramadach.. Es flutet den Innenraum geradezu mit Licht. Schon das sorgt für ein freundliches und einladendes Ambiente. Die Auswahl der Materialien verstärkt den positiven Eindruck. Im „Ease“-Mode übernimmt der Computer die Steuerung.

Lenkrad und das Fahrpedal, die im „Boost“-Modus klar auf den Fahrer ausgerichtet sind, ziehen sich zurück. Das sorgt für zusätzlichen Raum in der Hütte. Die großen Displays wechseln in den „Exploration Mode“. Sie versorgen die Insassen mit Infos zu dem, was außen am iNEXT vorbeizieht. Das erinnert etwas an die Informationsdisplays in Flugzeugen. Wir sind gespannt. Gut möglich, dass unsere Autos in zehn oder 15 Jahren tatsächlich so aussehen. Gibt Schlimmeres!


AutoNatives.de ist auch bei Facebook. Wir freuen und über ein Like.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Blick durch das Panoramadach der BMW Studie Vision iNEXT

Foto: BMW

Ähnliche Arikel:

Author

Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

1 Comment

  1. wäre ja nicht das Schlimmste, einen solchen Wagen fahren zu können 🙂

Write A Comment