Im Bremen feierte an diesem Wochenende die Bremen Classic Motorshow ihren zehnten Geburtstag. Zum Jubiläum glänzte sie mit jungen Klassikern und der Sonderschau „Unberührte Klassiker“ deren Exponate aus dem nicht öffentlichen Réserve einer der größten Automobilsammlungen der Welt, der „Collection Schlumpf“ aus dem „Musée National d’Automobile“ in Mülhausen, Elsass stammen. Dazu boten, wie traditionell in Bremen üblich, auch wieder zahlreiche Händler Teile und Werkzeuge an, um die Oldtimer und Klassiker der Besucher für die in wenigen Wochen anstehende Klassikersaison angemessen vorzubereiten.

Eindrücke von der Bremen Classic Motorshow 2012 haben gute Chancen, in den Köpfen der Besucher bewahrt zu werden. Denn mit der Präsentation der „Unberührten Klassiker“ ist es den Veranstaltern gelungen, eine ganz außergewöhnliche Idee im Bremen umzusetzen. Man bewegte die Kuratoren der weltberühmten „Collection Schlumpf“ dazu, ihr Magazin zu öffnen und der Bremen Classic Motorshow einige ausgewählte Oldtimer, die zuvor noch nie gezeigt öffentlich wurden, im originalen, absolut nicht restaurierten Zustand zur Verfügung zu stellen.

Die Vorkriegsklassiker wurden in Bremen exakt so ausgestellt, wie sie die Gegenwart erreicht haben. Für die Sonderschau „Unberührten Klassiker“ im Rahmen der Bremen Classic Motorshow 2012 wurden die Spuren der Zeit nicht beseitigt, sondern von den ausgestellten Oldtimern fast schon stolz zur Schau getragen. Damit hoben sich die ausgestellten Oldtimer angenehm und gleichsam eindrucksvoll von den oftmals völlig überrestaurierten Ausstellungsstücken ab, die sonst die großen Oldtimer-Messen dominieren.

Auch am Ersatzrad des Panhard & Levassor X29 Torpedo von 1925 sind die Spuren der Zeit sichtbar.

Gemeinsam mit dem „Musée National d’Automobile“, das die zwischen 1945 und 1977 von den Brüdern Fritz und Hans Schlumpf zusammengetragene Oldtimersammlung heute bewahrt, haben die Verantwortlichen der Bremen Classic Motorshow das Oldtimer-Jahr 2012 damit zweifelsfrei mit einem sehr besonderen Klassiker-Feuerwerk eröffnet. Denn ganz gleich ob man nun staunend vor dem Bugatti Typ 57 Cabriolet von 1937, beeindruckt vor dem Panhard & Levassor X29 Torpedo von 1925 oder einfach neugierig vor dem Ravel 9HP, der 1925 vom Bruder des klassischen Komponisten Maurice Ravel gebaut wurde, stand, die „Unberührten Klassikern“ übten eine Faszination aus, der sich kaum ein Besucher der Bremen Classic Motorshow wirklich entziehen konnte.

Doch die Bremen Classic Motorshow kann nicht nur Show

Gerade in Bremen, wo die Tradition der Hanse und damit des Handels ganz, ganz tiefe Spuren in der Stadtgeschichte hinterlassen hat, versteht man eine Messe als Handelsplatz – wenn auch nicht alle Bewohner diesen Geist verinnerlicht haben. Dem Umstand der Handelstradition tragen bei der Bremen Classic Motorshow traditionell nicht nur zahlreiche Händler Rechnung, die Werkzeuge und Teile für die Klassiker der Besucher anbieten, sondern auch die großzügigen Ausstellungsbereiche in denen ganze Fahrzeuge zum Verkauf stehen.

Wie im Vorjahr stellten Privatverkäufer und Händler auch 2012 wieder zahlreiche Youngtimer in die Auslage. Unter der Überschrift „Junge Klassiker“ widmete man diesen Einstiegsfahrzeugen, um einmal nicht verharmlosend von einer Einstiegsdroge zu sprechen, großzügige Verkaufsfläche. Ein Konzept, das auch in diesem Jahr offensichtlich überzeugte. Denn im Laufe der drei Messetage verschwanden an immer mehr der angebotenen Fahrzeugen die Preisschilder, was ja meist als sicheres Zeichen des Besitzerwechsels gilt. Händler, wie der Solinger Rennwagenbauer Thorsten Babon von Servizio Corse, zogen zum Abschluss der Bremen Classic Motorshow ein durchweg positives Fazit.

Der historische Motorsport in Bremen

Der Traditionsrennstall „Kremer Racing“, der sich unter seinem neuen Besitzer Eberhard „Ebi“ Baunach zu einer deutlich wahrnehmbaren Größe des historischen Motorsports entwickelt, feierte in Bremen den 50. Firmengeburtstag. Dabei beeindruckte Kremer das Publikum mit der Präsentation einiger Erfolgsfahrzeuge. Neben dem legendären Gruppe 5 Porsche 935 im Jägermeister-Outfit stand ein 1989er Porsche 962 Ck6 der Gruppe C. Veranstalter wie der DAMC 05, der auch 2012 wieder das Eifelrennen ausrichten wird, oder Vereine und Serien wie die FHR oder der „Kampf der Zwerge“ nutzen, die Bremen Classic Motorshow, um den Besuchern ihr Programm für die historische Motorsportsaison 2012 vorzustellen.

Die vollen Hallen und die Kennzeichen der Fahrzeuge auf den Besucherparkplätzen, die die zum Teil weite Anreise der Besucher dokumentieren, belegen, dass auch das Publikum die Bremen Classic Motorshow als Startpunkt in die persönliche Klassikersaison versteht und das besondere Konzept der Messe voll angenommen hat.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Cockpit eines „Panhard & Levassor X29 Torpedo“ von 1925, der bei der Sonderschau „Unberührten Klassiker“ im Rahmen der Bremen Classic Motorshow 2012 ausgestellt wurde (Foto: Tom Schwede)

Cockpit eines „Panhard & Levassor X29 Torpedo“ von 1925, der bei der Sonderschau „Unberührten Klassiker“ im Rahmen der Bremen Classic Motorshow 2012 ausgestellt wurde (Foto: Tom Schwede)

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3 Comments

  1. Ich hätte mir die schönen Oldtimer aus der Sammlung der völlig verrückten Brüder auch gern näher angesehen. Das ging aber nicht, weil es am Samstag unglaublich voll war. Das ging gar nicht!

  2. Ich weiß gar nicht was Du hast! Am Samstag um 17 Uhr hatte ich die Schlümpfe fast ganz für mich alleine. Die Ahnungslosen haben sich da lieber die Hochglanz-Oldtimer angeguckt. :-))))

  3. Pingback: Manchmal muss man einfach mal laut Danke sagen! » AutoNatives.de

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