Flaminio Bertoni (1903 bis 1964) kam 1932 als Auto-Designer zu Citroën. Bis zu seinem Tod prägte der Italiener mehr als 30 Jahre das Design des französischen Autobauers.

Heutige Erwerbsbiografien – wie es im Deutsch der Soziologen heißt – sind oft von vielen Brüchen und Wechseln durchzogen. Früher war das oft anders. Da war die Entscheidung für einen Arbeitsplatz oft eine Entscheidung fürs Leben. Im Fall von Flaminio Bertoni war es dies zumindest. Denn nach einem Studium an der Technischen Hochschule in Varese und einer Zwischenstation bei der Carrozzeria Macchi stieß der Italiener 1932 zu Citroën.

Es sollte der letzte Arbeitgeberwechsel sein. Wobei wohl auch eine Rolle spielte, dass Bertoni auch privat sein Glück in der französischen Hauptstadt fand. Beruflich schuf Bertoni immer wieder Stilikonen. Ob Citroën Traction Avant 1934 oder Citroën 2CV 1948, ob Citroën DS 1955 als Limousine und 1961 als Cabriolet oder 1961 Citroën Ami 6 – die Autos aus der Feder von Flaminio Bertoni waren außergewöhnlich.

Skizze der Front der Citroën DS von Flaminio Bertoni
Skizze der Front der Citroën DS von Flaminio Bertoni (Foto: Citroën)

Besonders das stromlinienförmige Design der historischen Citroën DS gilt bis heute als automobiles Kunstwerk. Es gibt wenige Autos, die bei ihrem Debüt der Zeit so weit voraus waren, wie die Göttin. Passend zum 60. Geburtstag des Klassikers ist jetzt auch in der deutscher Sprache eine ausführliche Würdigung des Schaffens Bertonis verfügbar. In ihrem Buch „Bertoni – Ein Leben für die Form“ schildern die Autoren Leonardo Bertoni und Stéphane Bonutto wie Flaminio Bertoni für Citroën unvergleichliche Automobile entwarf. Das 96-seitige Werk wird von der „edition garage 2cv“ verlegt.

Flaminio Bertoni  – mehr als nur ein Autobauer

Die hohe Akzeptanz der DS hat den Designer selbst übrigens immer gewundert. Denn Bertoni selbst bezeichnete die Gestaltung des Citroën Ami 6 als sein Meisterstück. Eine Einschätzung, die aus heutiger Sicht durchaus überrascht. Mindestens ebenso interessant ist, dass Bertoni neben seiner Tätigkeit bei Citroën als Bildhauer und Architekt wirkte. Beides übrigens unter den Augen der Öffentlichkeit. Denn St. Louis (USA) lieferte der Künstler 1956 Pläne, um 1.000 Einfamilienhäuser innerhalb von 100 Tagen zu errichten. Im gleichen Jahr stelle Bertoni drei Skulpturen bei den Olympischen Spielen in Melbourne aus.

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