Cadillac tritt 2017 mit einem neuen Sport-Prototypen in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship an. Das ist in unserm Auto-Blog schon deshalb eine Nachricht, weil der Antrieb für Auto-Natives ein alter Bekannter ist.

Denn der 6,2 Liter große V8-Saugmotor, der den neuen Rennwagen von Cadillac antreibt, ist mit dem Motor aus dem Cadillac CTS-V verwandt. Bei der Testfahrt mit dem Cadillac CTS-V war Tom von diesem Stück Maschinenbau nachhaltig begeistert. Während im Serieneinsatz ein Kompressor dem Motor beim Atmen hilft, verwendet Cadillac im neuen Rennwagen einen Saugmotor.

In dieser Konfiguration hat der Motor in der Corvette als GT in Le Mans und in der IMSA-Serie seine Motorsporttauglichkeit längst bewiesen. Bei 6.800 Umdrehungen pro Minuten stehen 600 PS zur Verfügung. Mehr erlaubt das Reglement der IMSA nicht. Insofern können sich die Techniker auf die Fahrbarkeit des Motors, dessen Höchstdrehzahl bei 7.600 Touren liegt, konzentrieren. Und – wie schon mit der Corvette – die Fans an den Strecken mit einer straken Soundkulisse begeistern.

Offiziell heißt die Fahrzeugklasse, in der Cadillac mit dem neuen Rennwagen antritt, Daytona Prototyp international (DPi). Mit den DPi haben Autobauer die Möglichkeit, sich mit einem „eigenen“ Prototypen in der IMSA zu engagieren. Grundlage eines solchen Rennwagens muss allerdings eines der vier ab 2017 in der LMP2 homologierten Fahrzeuge sein.

Der Unterschied kommt vom Motor!

Denn natürlich muss kein Autobauer den LMP2-Einheitsmotor verwenden. Das macht den Weg frei für den Einsatz des eigenen V8 im einem modifizierten Fallara-Chassis. Dabei nutzt Cadillac die Freiheit des DPi-Regelwerks und passt die Optik des Dallara an. Die geänderte Front nimmt eindeutlich Bezug zu den V-Series-Modellen von Cadillac und macht aus dem Dallara den Cadillac DPi-V.R.

Auch das ist keine neue Vorgehensweise. Denn schon beim Cadillac Northstar LMP von 2000 gingen die Amerikaner ähnlich vor. Damals stammte das Chassis von Riley & Scott. Cadillac lieferte – wie heute – den Motor und übernahm die Entwicklung der Karosserie. Weshalb der Rennwagen im Art & Science-Designs der Marke Cadillac, um eine Brücke zu den Serienfahrzeugen zu schlagen.

Im Januar wird es für den Cadillac DPi-V.R Ernst!

Mir gefällt der neue Renner von Cadillac. Die V-Series-Front steht dem Sport-Prototypen gut. Witzig auch, dass der Rennwagen mit dem elektronischen Innenspiegel des Cadillac XT5 3.6 auf der Rennstrecke antritt. Wie sich das Gesamtpaket Cadillac DPi-V.R auf der Rennstrecke bewährt, sehen wir in Kürze. Schon am 13./14. Dezember finden die ersten DPi-Testfahrten in Daytona statt. Dabei trifft der Italo-Amerikaner erstmals auf der Strecke auf die Konkurrenz von Mazda (mit einem Riley-Multimatic Chassis) und Nissan (mit einem OnroakChassis).

Ernst wird es dann 2017 mit dem Start der IMSA-Saison. Schon zum Saisonauftakt steht am 28. und 29. Januar mit den 24 Stunden von Daytona das Saisonhighlight im Rennkalender. Dort wird sich zeigen, ob das Prinzip DPi auch ein Weg ist, um die ausufernden Kosten in der LMP1 in den Griff zu bekommen. Denn – theoretisch – könnte aus den DPi spätestens 2019 ein LMi werden. Auch wenn ich leider befürchte, dass der Le Mans-Veranstalter ACO lieber etwas Eigenes definiert.

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