1970 war Avantgarde möglich. Citroën stellte in Genf mit dem Citroën SM ein Sportcoupé der Oberklasse vor. Mit dem SM schuf Citroën eine Stilikone. Sie gewann Auszeichnungen, floppte jedoch bei den Kunden. So tanzte dieser Citroën nur wenige Sommer. Schon nach fünf Jahren stellte Citroën die Produktion des SM ein.

In Frankreich galt das 1970 in Genf vorgestellte Sportcoupé schnell als automobiles Gegenstück zur Concorde. Damit wurde der Citroën SM zu einem nationalen Symbol. Das Frontdesign mit den hinter der verglasten Front liegenden Scheinwerfern nahm moderne Leuchtbänder um viele Jahre vorweg. Die beiden Inneren der sechs Scheinwerfer ergeben, beim Lenken hydraulisch betätigt, ein Kurvenlicht. Ähnlich ungewöhnlich war 1970 die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, die sich beim Loslassen des Lenkrads selbstständig in die Mittellage zurückstellte. In Verbindung mit einer extrem direkten Lenkung sorgte sie dafür, dass SM-Neulinge auf gerader Strecke gern Schlangenlinien fuhren.

Gestaltet wurde der Citroën SM vom französischen Designer Robert Opron, der später für die Citroën-Modelle GS und CX verantwortlich war. Für den SM schuf Opron eine extrem aerodynamische Form. In Verbindung mit dem hydropneumatischen Fahrwerk, dessen Hinterachse eine fast 20 cm schmalere Spur als die Vorderachse aufwies, lies sie den SM bei seiner Vorstellung als pure Science-Fiction erscheinen.

Für Antrieb des SM sorgte ein V6-Motor, den Maserati entwickelte. Maserati gehörte damals mehrheitlich Citroën. Angeboten wurden Sechszylinder-Maserati-Motoren mit 2,7 und 3,0 Liter Hubraum. Mit der großen Version bestückt, war der Citroën SM mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 220 km/h das schnellste frontgetriebene Serienfahrzeug seiner Zeit.

Doch ausgerechnet der Motor erwies sich als Achillesferse des SM. Denn viele Citroën-Werkstätten waren mit der Wartung des komplexen Motors überfordert. Dies führte zu Pannen und Defekten. Was für den Ruf des SM und seines italienischen Motors nicht gut war. Die Absatzzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Bis 1975 baute Citroën weniger als 13.000 SM. Die letzten 200 gefertigten SM-Rohkarossen landeten in der Schrottpresse. Peugeot strich den Verlustbringer bei der Sanierung der neuen Tochter Citroën gnadenlos aus dem Programm.

Nicht klar ist, wie der SM zu seinem Namen kam. 1970 in Genf trugen die C-Säulen des Debütanten noch den Schriftzug Citroën-S-Maserati, statt des späteren SM-Schriftzuges. Daher gilt als sicher, dass das „M“ in Anlehnung an den Motor für Maserati steht. Das „S“ steht vermutlich für Sport. Auch wenn dies nicht verbrieft ist. Anhänger der Marke scherzen, SM sei die Abkürzung für „Sa Majesté“.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Citroën SM 1970 ein Star in Genf (Foto: Citroën)

Citroën SM 1970 ein Star in Genf (Foto: Citroën)

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