In seiner mehr als 100 Jahre anhaltenden Geschichte hat Alfa Romeo einige Meilensteine der Automobilgeschichte setzen können. Beim Concorso d’Eleganza der Villa d’Este am Comer See wurden jetzt gleich zwei Alfa Romeo für ihre Schönheit und ihre Geschichte ausgezeichnet. Während der Alfa Romeo 6C 2500 SS von 1942 den Publikumspreis „Coppa d’Oro“ gewann, wurde der Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale von 1968 als „Best of Show“ ausgezeichnet. Damit sicherte sich Alfa Romeo im Bereich der historischen Fahrzeuge die beiden wichtigsten Auszeichnungen des Concorso d’Eleganza.

Der 1929 erstmals ausgelobte Concorso d’Eleganza im Grand Hotel Villa d’Este ist weit mehr als nur eine Oldtimer-Präsentation. Besitzer gepflegter Oldtimer können hier auf Einladung der Veranstalter ihr Schmuckstück in Cernobbio am Comer See zur Schau stellen. Vorausgesetzt werden ein perfekter Originalzustand sowie eine voll funktionsfähige und originale Technik. Wertungskriterien sind Schönheit und Eleganz sowie die interessante Geschichte der Wettbewerbsteilnehmer.

Gewinner des Publikums:  Alfa Romeo 6C 2500 SS

Mit dem 1942 gebauten Alfa Romeo 6C 2500 SS des Mailänder Sammlers Corrado Lopresto gewann ein sportlich eleganter Reisewagen mit einem von Bertone gestalteten Kleid die Herzen der Besucher. Vom 6C, dessen Name die Abkürzung der italienischen Bezeichnung „sei cilindri“ – Sechszylinder – darstellt, gibt es zahlreiche unterschiedliche Karosserievarianten. Verantwortlich für diese Vielfalt ist, dass Alfa Romeo den ab 1927 verkauften 6C zunächst nur als „rolling chassis“ – also als Fahrgestell inklusive Motor und Antriebseinheit – anbot. Den Karosseriebau übernahmen Spezialunternehmen, die ihren Kunden zum Teil atemberaubende Blechkleider auf das Fahrgestell schneiderten.

6C 2500 SS Bertone (1942)
Alfa Romeo 6C 2500 SS Bertone von 1942 bei der Präsentation im Rahmen des Concorso d’Eleganza in der Villa d’Este am Comer See (Foto: Alfa Romeo)

Selbst als Alfa Romeo ab 1933 optional eine eigene Karosserie für den 6C anbot, änderte sich an dieser Praxis nur wenig. Ob Zagato, Touring, Castagna, Pininfarina oder Bertone – alle bekannten italienischen Karosseriehersteller entwarfen im Laufe der Jahre ihre Varianten des Alfa Romeo 6C 2500. 1942 – mitten im Zweiten Weltkrieg – entstanden in der Werkstatt von Giovanni Bertone und seinem Sohn Giuseppe drei außergewöhnliche Alfa Romeo 6C 2500 SS. Nur eines dieser Fahrzeuge hat bis heute überlebt. Dank seiner Eleganz und seiner besonderen Geschichte wurde es jetzt in der Villa d’Este mit dem Publikumspreis „Coppa d’Oro“ ausgezeichnet.

Von der Jury geadelt: Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale

Der Imageträger, den die Werbung des Hauses einst als „… nur oberflächlich domestizierter Rennwagen …“ verkaufte, wurde von Autodelta, der Alfa Romeo Rennsport-Abteilung entwickelt. Designer Franco Scaglione orientierte sich bei der Gestaltung des nur 99 cm hohen und aufgrund der Aluminium-Karosserie nur 660 kg schweren Sportwagens eng am Rennwagen Tipo 33. Wie beim erfolgreichen Bruder wurde auch der Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale rund um den Achtzylinder-Mittelmotor entwickelt.

Der gerade einmal 2,0 Liter große V8 Saugmotor stellt bei 8.000/min bemerkenswerte 230 PS zur Verfügung. Damit beschleunigt der Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale auf bis zu 260 km/h. Ganz im Stil des Rennsports ruht der Motor unter einer Heckpartie, die sich ab der B-Säule vollständig nach hinten öffnen lässt. Das einteilige Frontsegment der Karosserie lässt sich ebenfalls vollständig nach vorn klappen. Den Zugang zum Fahrerplatz gewähren auf der Straße seltene Schmetterlingstüren.

Mit diesen Merkmalen ausgestattet, wurde der Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale kein Massenprodukt. Heute ist sogar die genaue gebaute Stückzahl unklar. Alfa Romeo spricht von 18 Exemplaren, die bis 1971 mit Unterstützung der Karosseriebaufirma Carrozzeria Marazzi gebaut wurden. Andere Quellen sprechen nur von zwölf Exemplaren; heute sind noch acht Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale bekannt. Beim Concorso d’Eleganza in der Villa d’Este stellte der Brite Clive Joy seinen der Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale der Jury vor. Das – von Kennern gern als perfekt bezeichnete – Sportwagendesign überzeugte. Die Jury des Events zeichnete den Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale als „Best of Show“ aus.

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