Da weiß man, was man hat! Mit diesem Werbeslogan warb Henkel ab 1975 für das Waschmittel Persil. Doch was wenige wissen, der Werbeslogan stammte eigentlich von Volkswagen.

Denn bereits ab 1969 bewarb der Autobauer Volkswagen mit dem gleichen Slogan seinen Dauerläufer VW Käfer. Die Anzeige und ihre Formulierung stammten von Werbelegende Helmut Schmitz und Texter Werner Butter. Die Kreativen der Werbeagentur Doyle Dane Bernbach (DDB) schufen mit ihrer VW-Anzeige ein geflügeltes Wort. Doch Volkswagen nutzte diese Formulierung nur kurze Zeit. Dann verschwand das Plakat in den Archiven.

Sechs Jahre später startete die Düsseldorfer Henkel KG im Fernsehen eine neue Werbekampagne für ihr Waschmittel Persil. Das Besondere dieser TV-Spots war, dass sie nicht nach Werbefernsehen aussahen. Denn in den Werbespots des Waschmittel-Herstellers trat ein Sprecher auf, der eher an einen Programmansager als die damals üblichen Protagonisten des Werbefernsehens erinnerte. Das war gerissen, denn diesen Job gab es damals tatsächlich noch. Und so gab der sogenannte Persil-Mann den Werbebotschaften einen „offiziellen“ Touch.

Vermutlich hielten einige der Zuschauer das damals tatsächlich für einen offiziellen Teil des Programms. Zehn Jahre lang erzählte der Herrn meist zunächst irgendetwas „Neues“ zum Waschmittel, um dann immer mit der gleichen Floskel zu enden:

Persil, da weiß man, was man hat. Guten Abend!

Das wirkt bis heute nach. Denn fast alle, die irgendwo „Da weiß man, was man hat“ hören, denken an Frische, Ergiebigkeit, Bleiche und Schmutzlöser. Nur echte Werbekenner denken an Volkswagen und den VW Käfer.

Trotzdem gibt es einen Unterschied. Denn das Plakat von Volkswagen könnte bei einer Neuauflage auch heute noch funktionieren. Bei den TV-Spots von Henkel bin ich da nicht so optimistisch. Denn sie wirken heute total altbacken, sind viel mehr als das Plakat ein Kind ihrer Zeit und sind so steif und förmlich, wie das Fernsehen damals eben war. Der Persil-Mann war da keine Ausnahme, sondern passte perfekt ins System. Erst beim zweiten Blick wird klar, dass die TV-Spots eigentliche eine Spielart des heute wieder modernen Content Marketings sind.

Denn die Art und Weise, wie der Landwirt und Journalist Jan-Gert Hagemeyer die Botschaften für Persil vortrug, hatte (fast) den Charakter einer Nachrichtensendung. Wohl auch deshalb platzierte Henkel die Spots regelmäßig kurz vor der Tagesschau. Mitte der 1980er-Jahre stoppte Henkel die Kampagne. In Düsseldorf hielten die Verantwortlichen ihre Werbung nicht mehr für modern genug. Persil schickte seinen Persil-Mann in Rente, um ihn nach zehn Jahren für ein kurzes Intermezzo zurückzuholen.

 


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
1969 schuf die Werbeagentur DDB mit dem Werbeslogan „Da weiß man, was man hat“ ein geflügeltes Wort

Foto: Volkswagen

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