Über das Konzept von Local Motors habe ich in diesem Auto-Blog bereits berichtet. Die amerikanische Initiative will das Open Source-Prinzip in den Autobau übertragen und damit die Autoindustrie verändern. Kritiker werden anführen, dass das am Ende nichts anders als ein Kitcar ist. Schließlich liefert das Unternehmen Local Motors bei Interesse die grundlegenden Bausätze. Mit diesen können der Kunde oder interessierte lokale Dienstleister die Autos zusammenbauen.

Trotzdem hat die Idee der lokalen Produktion Charme. Denn die Initiative setzt auf den freien Transfer von Wissen. Alle Baupläne werden unter der Creative Commons License veröffentlicht. Kernthese der Idee ist, vor Ort bei den Kunden Arbeitsplätze entstehen zu lassen. Local Motors plant optimistisch mit 100 Mikrofabriken in aller Welt, die sich in den nächsten zehn Jahren dem System anschließen sollen. Bei jeweils rund 100 Arbeitsplätzen pro Mikrofabrik wären das 10.000 Arbeitsplätze. Das entspricht zahlenmäßig zweimal Opel-Bochum im Endstadium.

Vielleicht ist Local Motors tatsächlich eine pfiffige Antwort auf den Trend zu Mega-Citys. Denn durch die lokale Produktion reduziert das Unternehmen die Lieferkosten des Autos und seiner Einzelteile. Die Verantwortlichen gehen von einer Ersparnis von bis zu 97% aus. Zudem hoffen Sie, mit der lokalen Produktion weiteren Müll zu vermeiden. Klingt alles danach, dass die Autos von Local Motors Überzeugungstäter als Kunden benötigen.

Bisher entstand auf dieser Basis der sehr amerikanische „Rally Fighter“. Seit der Vorstellung dieses Monsters sind gut vier Jahre vergangen. Inzwischen entstanden zusätzlich ein Spielzeug und ein Retro-Motorrad. Im Rahmen der North American International Autoshow in Detroit stellte Local Motors jetzt die Pläne für ein neues Fahrzeug vor. Unter dem Hashtag #3DPrintedRide stellen die Verantwortlichen ein Elektroauto aus dem 3D-Drucker vor. Das Fahrzeug entsteht in großen Teilen aus ABS-Kunststoff. Teilweise verstärkt Local Motors die Teile aus Sicherheitsgründen mit Kohlefasereinlagen.

Die Baupläne des #3DPrintedRide sehen 212 Bauteile vor. Sie entstehen mit dem geeigneten 3D-Drucker. BAAM (big area additive manufacturing) nennt sich das Verfahren, das in knapp 44 Stunden die für ein Fahrzeug notwendigen Teile erstellt. Wobei die Verantwortlichen das Ziel haben, diesen Druckprozess auf 24 Stunden zu reduzieren. Trotzdem zeigt das die Grenzen des Prozesses auf. Denn die Teile einer klassischen Fahrzeugkarosserie sind in deutlich kürzerer Zeit gepresst und zusammengeschweißt.

Passend für den Einsatz in den Mega-Citys der Zukunft ist das Auto aus dem 3D-Drucker ein Elektroauto. Das Konzept sieht zwei Varianten vor. Zur Auswahl stehen ein Elektromotor mit 5 PS sowie ein Elektromotor mit 17 PS. Beide Aggregate stellen ein Drehmoment von rund 60 Nm zur Verfügung. Ihre Antriebsenergie beziehen sie aus einer Batterie mit einer Kapazität von 6,1 Kilowattstunden. Für diese gibt Local Motors eine Ladezeit von rund 3,5 Stunden an. Mit diesen Daten unterstreicht das Auto aus dem 3D-Drucker, dass es für den Einsatz in Ballungsräumen konzipiert ist.

Wie findet Ihr das Auto? Könnt Ihr Euch vorstellen, dass das Auto Kunden findet?

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