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Buchtipp: Die Akte Volkswagen von Christof Vieweg

Am 17. Januar 1934 – heute vor 80 Jahren – legte Ferdinand Porsche einen detaillierten Plan („Exposé“) vor, der die Grundzüge eines neuen Volkswagen umfasste. Für viele Käfer-Freunde gilt dieser Tag daher als der Geburtstag des VW Käfers. Doch die Geschichte des Kassenschlagers aus Wolfsburg ist nicht so einfach. Christof Vieweg hat sich mit seinem Buch „Die Akte Volkswagen“ jetzt umfassend der Geburt des VW Käfers angenommen.

Die Akte Volkswagen von Christof Vieweg, Verlag GeraMond.

Auf 190 Seiten stellt der Auto-Journalist die Ideen, Irrtümer und Intrigen auf dem Weg zum VW Käfer dar. Für die offizielle Geschichtsschreibung gelten Konstrukteur Ferdinand Porsche und VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff als die Männer, die den Käfer zu einem Eckpfeiler der Autogeschichte machten. Das ist für den Autor auch deshalb erstaunlich, weil schon Mitte der 1950er-Jahre gerichtsfest feststand, dass die von Porsche als Volkswagen verwirklichte Konstruktion auch auf Gedanken von Béla Barényi zurückgeht.

Der langjährige Mitarbeiter von Daimler-Benz erfand Anfang der 1950er-Jahre die Knautschzone und gilt als Vater der passiven Sicherheit. Bereits 1925 mit gerade einmal 18 Jahren skizzierte Barényi ein Fahrzeug, das in vielen Punkten dem späteren Käfer entsprach. Zumindest deutlich mehr, als das Fahrzeug, zu dessen Bau Ferdinand Porsche im Januar 1934 einen Plan vorlegte.

Autor Christof Vieweg lässt deutlich seine Überzeugung anklingen, dass Ferdinand Porsche die Pläne von Béla Barényi gekannt habe. Schließlich habe sich Barényi mit seinen Plänen – so Vieweg – genau in der Phase im Konstruktionsbüro von Porsche beworben, als Porsche mit seinen Planungsarbeiten für den Volkswagen in Verzug geriet.

Erst nach diesem Bewerbungsgespräch habe Porsche wichtige Eckpunkte seiner Planung verändert – so wie es Barényi ihm gezeigt habe. Ein eindeutiger Beweis dazu gelingt Christof Vieweg nicht. Aber der langjährige Mitarbeiter der Autozeitschrift „Gute Fahrt“ hat viele Fakten und Indizien zusammengetragen, die diese These zumindest stützen.

Die Akte Volkswagen ist lesenswert und unterhaltsam

Ausgiebig nimmt sich Vieweg den handelnden Personen an. Zwischen den Zeilen wird die Sympathie, die der Autor für das Lebenswerk von Béla Barényi zu empfinden scheint, deutlich. Genauso wie eine gewisse Antipathie für Ferdinand Porsche. Ausgiebig zitiert Vieweg Stimmen, die schon zu Lebzeiten des Konstrukteurs am Denkmal dessen gerüttelt haben. Mehrfach zeigt Vieweg auf, wo Ferdinand Porsche sich Ideen anderer Konstrukteure zu eigen machte.

Was der Autor dabei im Wesentlichen übergeht, ist die Tatsache, dass das Konstruktionsbüro von Porsche nicht nur das Auto, sondern auch das Volkswagen-Werk in Wolfsburg plante. Unabhängig von der – dargestellten – Frage, wie das Werk auf Kosten von Kleinsparern finanziert wurde, ist in diesem Punkt der Porsche-Anteil an der VW und Käfer Geschichte größer als es Vieweg darstellt. Doch das ist ein Detail, über das der Leser hinwegblicken kann.

Denn Christof Vieweg stellt die technische Entstehungsgeschichte des VW Käfers trotzdem umfassend und spannend dar. Immer wieder eindrucksvoll leitet der Autor Bezüge, in der Online-Welt eines Auto-Blogs würden wir sie „Link“ nennen, zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen her. Das macht das Buch „Die Akte Volkswagen“ nicht nur für harte VW-Fans lesenswert.


Christof Vieweg
Die Akte Volkswagen
Ideen, Irrtümer und Intrigen auf dem Weg zum VW Käfer

Ist im Verlag GeraMond erschienen und zum Preis von 26,99 € zum Beispiel bei Amazon (Werbung) erhältlich.

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Als Kind der 1970er-Jahre hatte Tom das große Vergnügen, in einem ausgesprochen automobilen Umfeld aufzuwachsen. Das war der optimale Nährboden, um heute über Autos zu schreiben und regelmäßig am Mikrofon über Autos zu sprechen. Denn Tom Schwede moderiert seit 2010 bei großen Oldtimer- und Klassik-Veranstaltungen in Deutschland. So ist Tom unter anderem bei den Classic Days auf Schloß Dyck oder dem 1.000 Kilometer-Rennen am Nürburgring zu hören.