Den Skorpion von Abarth gibt es jetzt auf einer Briefmarke. Denn der Kleinstaat San Marino feiert mit einem Postwertzeichen den 70. Geburtstag von Abarth & C.

„So what?“ wird die Jugend fragen. Denn wir leben im Zeitalter der Messager. Selbst E-Mail-Schreiber gehören inzwischen zum alten Eisen. Wir genießen eine Welt weitestgehend kostenloser Nachrichten. Erstaunlich, wie schnell sich das durchsetzte. Vor 25 Jahren sah unsere schriftliche Kommunikation völlig anders aus. Denn in Zeiten „Vor-Elektronischer-Kommunikation“ war der Versand von Nachrichten immer mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Das fing mit dem Schrieben der Nachricht an. Es setzte sich mit dem Verpacken derselben in einem Umschlag fort. Anschließen schlossen das Frankieren und die Aufgabe des Briefs den Vorgang ab. So viel Aufwand hatte auch Vorteile, denn er schützte vor dem Versand leichtfertiger Nachrichten. Aber das ist ein anderes Thema. Nach dem Versand kamen die Sammler. Denn rund um Briefmarken entwickelte sich eine rege Sammlerszene.

Viele von uns erlagen als Schüler der Faszination der kleinen Papierschnipsel. Auch ich kann mich davon nicht freisprechen. Wobei mich nie die Aussicht lockte, mit meinen Briefmarken vielleicht Geld zu verdienen. Ich überlegte beim Sortieren meiner Briefmarken stattdessen, welchen Weg die Briefe zurückgelegt haben könne. Praktischerweise gaben die Stempel oft Hinweise dazu, wo jemand den Brief, der sie einst trug, aufgab.

Was haben Briefmarken in einem Blog über Autos zu suchen?

Briefmarken waren in der Vergangenheit mehrmals Thema in diesem Blog. Denn die Deutsche Post würdigte vor ein paar Jahren Oldtimer und Youngtimer auf ihren Briefmarken. In Zeiten von Protesten gegen unsere bisherige Lebensweise wäre das wohl undenkbar. Zumindest im politisch traditionell sehr korrekten Deutschland. In San Marino ist das offensichtlich (noch) anders. Denn der Kleinstaat in Norditalien würdigt jetzt den 70. Geburtstag von „Abarth & C.“.

Das „San Marino Philatelic Numismatic Office“ nimmt den runden Geburtstag zum Anlass zur Auflage einer Sondermarke. Erstausgabetag ist der 2. Oktober, um die Sammler an dieser Stelle zu bedienen. Strenggenommen kommt die Briefmarke etwas zu spät. Denn Karl „Carlo“ Abarth gründete Abarth & C. am 31. März 1949. Zudem verlief die Geschichte seines Unternehmens nicht so geradlinig, wie der Verweis auf den 70. Geburtstag denken lassen könnte.

Die Rechte am Namen gehören seit gut 50 Jahren Fiat. Denn Anfang der 1970er-Jahre verkaufte der in Italien lebende Wiener sein Unternehmen an den italienischen Autobauer. Gleichzeitig übernahm Enzo Osella große Teile des Inventars. Der ehemalige Rennfahrer baute mit dem Material von Abarth seine „Osella Squadra Corse“ auf. Fiat nutzte im Prinzip nur den Namen. Irgendwann hörte der Autobauer sogar auf, das Label „Abarth“ auf seine Sportmodelle zu kleben.

Mit dem Fiat 500 kehrte der Name Abarth zurück!

Offiziell trug auch die Sportabteilung von Fiat den Namen Abarth. Daher stammen die Rallye-Fahrzeuge von Fiat und Lancia lange offiziell von Abarth. Anfang der 1990er-Jahre verlor Fiat das Interesse am Motorsport. Der Name Abarth geriet weitestgehend in Vergessenheit. Mit Ausnahme natürlich in der kleinen Szene, die sich um die Abarth-Fahrzeuge aus den 1950er- und 160er-Jahren kümmerten.

Erst vor gut zehn Jahren revitalisierte Fiat den Namen. Seitdem sind die Sportmodelle des Dauerbrenners Fiat 500 wieder „von“ Abarth. Das Comeback verstärkte auch das Interesse an älteren Abarth-Modelln wieder. Inzwischen sind Originale aus der Zeit von Carlo Abarth ein teures Vergnügen. Und wie immer in der Oldtimer-Szene sind echte Abarth-Fans oft Mehrfachtäter. Sie sammeln zudem alles, was sich auf Abarth bezieht.

Auch die Briefmarke zum 70. Geburtstag adressiert wohl hauptsächlich die Fans der Marke. Sie zeigt den bekannten Skorpion sowie eine Zielflagge. Die Zielflagge gilt als Hommage an mehr 10.000 Rennsiege von Abarth. 60.000 Exemplare der Briefmarke, die einen Nennwert von 1,60 Euro trägt, stehen zur Verfügung. Wer also einen Bogen mit zwölf Briefmarken sein Eigen nennen will, der muss sich sputen.

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