Nach dem ersten Monat E-Auto-Prämie bleiben Zweifel, ob die Prämie die mit ihr verbundenen Ziele erreicht. Denn bisher förderte der Staat mit der Prämie 821 Autos.

Seit dem 2. Juli können Autofahrer die von der Regierung groß angekündigte Prämie für ein Elektroauto beantragen. Insgesamt 1,2 Milliarden Euro stehen dafür zur Verfügung. Die Bundesregierung erwartet, damit rund 300.000 Elektroautos auf die Straße zu bringen. Geld gibt es, bis der mit 1,2 Milliarden Euro gefüllte Topf leer ist. Wird nicht alles Geld abgerufen, endet das Programm Ende 2019.

Im Moment sieht es nicht danach aus, dass das Geld vorher ausgeht. Denn im ersten Monat sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gerade einmal 1.791 Anträge eingegangen. 821 Anträge bewilligte die Behörde bisher. Das Ziel, mit dieser Subvention 300.000 Elektroautos auf die Straße zu bringen, ist also noch ziemlich weit weg.

Anspruch auf die E-Auto-Prämie hat, wer seit dem 18. Mai 2016 ein Elektroauto kaufte. Den Umweltbonus, wie die Politik es nennt, können neben normalen Bürgern übrigens auch Firmen, Verbände und Vereine beantragen. Für ein reines Elektroauto gibt es 4.000 Euro. Käufer von Hybridfahrzeugen erhalten 3.000 Euro. Trotzdem ist die Nachfrage bisher bescheiden.

Denn mal zur Erinnerung, bei der Abwrackprämie gingen 2009 bei der Bafa innerhalb weniger Tage 150.000 Anträge ein. Jetzt ging im ersten Monat nur einen Bruchteil davon ein. Immerhin 1.194 Antragsteller beanspruchen den Höchstsatz von 4.000 Euro, weil sie sich für ein reinelektrisches Fahrzeug entschieden. Größter Profiteur der Prämie ist bisher BMW.

Der Mut der Bayern, mit dem i3 ein echtes Elektroauto anzubieten, zahlt sich aus. Denn 581 Antragsteller beantragen die Prämie nach dem Kauf eines BMW. Das ist immerhin fast ein Drittel der Anträge. Auf dem zweiten Platz liegt mit 444 Anträgen Renault. Damit sind die Franzosen die Nummer zwei im Elektromarkt. Bei Volkswagen als Europas Nummer 1 kauften 154 Antragsteller ein E-Auto.

Eine Erfolgsstory sieht anders aus!

Ob die Prämie geeignet ist, um das zu ändern, ist angesichts der Defizite des Elektroautos stark zu bezweifeln. Denn das Elektroauto ist ein Irrweg. Es gibt nicht genügend Rohstoffe, um Batterien für so viele Autos zu bauen, wie heute auf der Welt unterwegs sind. Schon das zeigt die gedankliche Sackgasse des Systems Elektroauto. Denn ohne Infrastruktur beschränkt sich der Zugang zum Auto auf einige wenige Privilegierte.

Das wäre dann ein Muster, das wir aus dem letzten Bundestagswahlkampf von den grünen Gutmenschen kennen. Den gefiel ja damals die absurde Idee, in Firmen-Kantinen dem Speiseplan gesetzlich zu regeln – Stichwort Veggieday. Gut möglich, dass die Grünen sich (heimlich) ein Volk von Fahrradfahrern wünschen. Nur mehrheitsfähig ist dieser Wunsch nicht!

Deshalb sollten wir auch den Wahnsinn mit der E-Auto-Prämie stoppen. Denn sie fördert das Falsche. Und sie ist nebenbei ein gutes Beispiel dafür, warum ich kein Freund von Subventionen bin. Ich meine, entweder ein Produkt funktioniert und findet seine Kunden. Oder es gibt keinen Markt für die Idee, die hinter dem Produkt steht. Dabei sorgt der Markt für einen perfekten Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage.

Mit Subventionen Kaufanreize zu setzen, greift in diesen Marktmechanismus ein. Viellicht gut gemeint, doch in der in aller Regel führen Subventionen zu einer Fehlentwicklung und verhindern das Finden einer optimalen Lösung. Die Förderung des Elektroautos ist ein gutes Beispiel dafür. Schließlich gibt es weitere Gründe, die gegen das E-Auto sprechen.

Der Ladevorgang ist eine zeitliche Zumutung. Die notwendige Infrastruktur (Ladestationen, Stromnetze) noch nicht einmal in hochentwickelten Industrieländern finanzierbar. So gesehen spricht die Vernunft eindeutig gegen das Elektroauto! Deshalb ist die Förderung reine Geldverschwendung – und eine teure Alibimaßnahme der Politik.

Besser wäre, das Geld in die Infrastruktur zu stecken.

Der flächendeckende Aufbau von Wasserstoff-Tankstellen wäre in meinen Augen ein sinnvolles Projekt. Denn das Tanken von Wasserstoff sieht nach der perfekten Lösung aus, um elektrisch zu fahren. Doch im Februar gab es nur 34 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland. Ein Teufelskreis, weil die Auto-Industrie ohne Tankstellen, keine Wasserstoff-Fahrzeuge auf die Straße bringen wird.

Denn der Bau einer Wasserstoff-Tankstelle kostet rund zwei Millionen Euro. Diese Investition rechnet sich für Tankstellenbetreiber nicht, weil es bisher keine Fahrzeuge gibt. Mit 1,2 Milliarden könnte der Staat mindestens 600 Wasserstoff-Tankstellen bauen. Verlangt der Staat auch beim Bau von Wasserstoff-Tankstellen ein Mitwirken der Industrie, so ließe sich die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen schnell auf 1.200 erhöhen.

Damit wäre innerhalb kurzer Zeit ein flächendeckendes Netz vorhanden. Ich bin sicher, dass es dann auch die passenden Fahrzeuge gäbe. Und in dem Fall hätte die Politik mit einer echten E-Auto-Prämie bewiesen, wie sich Subventionen nutzen lassen, um Startschwierigkeiten des Markts zu beseitigen.

1 Kommentar

  1. Daniel Przygoda Reply

    Anstelle die Autos zu fördern, wäre ich ebenfalls dafür dass mehr Geld in die Infrastruktur fließt. Ab und an habe ich die Gelegenheit mal ein Elektroauto von der Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Wenn sich dann mal die Akku-Ladung dem Ende neigt, merke ich erst wie umständlich der ganze Kram mit der Ladesäulen-Nutzung ist.

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