… nicht von der Tante aus Amerika, sondern vom Peugeot Design Lab.

„Immer nur Autos bei Dir im Blog, das ist doch langweilig!“ So, oder so ähnlich wurde ich neulich unverhofft mit Kritik aus dem Kinderzimmer konfrontiert. Und selbst wenn man die Kritik zunächst abprallen lässt, irgendwie nagt sie dann doch an einem. Wenn dann ein Autohersteller sein Design-Studio für externe Auftragsarbeiten öffnet und mit einem dort gestalteten Klavier an die Öffentlichkeit geht, dann ist das ein guter Anlass, um tatsächlich einmal etwas aus den Randgebieten des automobilen Kulturguts ins Blog zu heben.

Das Klavier aus dem Peugeot Design Lab

Das Peugeot Design Lab versteht sich als Designstudio für externe Kunden außerhalb des Automobilbereichs. Unter der Leitung des Iren Cathal Loughnane (35) bietet Peugeot damit die Gestaltung von Produkten an. In Zusammenarbeit mit der 1807 gegründeten Klaviermanufaktur Pleyel, die sich als einzige Klaviermanufaktur in Frankreich ausschließlich der Herstellung von exklusiven Konzertflügeln widmet, hat das Peugeot Design Lab jetzt ein Klavier der Avantgarde entwickelt.

Entstanden ist ein technisch und visuell außergewöhnliches Musikinstrument, das es so in der Geschichte des Klaviers wohl noch nicht gegeben hat. Während Klangkörper und Resonanzboden des Klaviers aus Holz gefertigt sind, bestehen der Deckel und der Standfuß aus Kohlefaser. Das sorgt für ein geringes Gewicht und ideale Klangübertragung.

Klavier von Pleyel und Peugeot Design Lab
Die traditionellen drei Beine des Konzertflügels wurden durch einen Standfuß in Form eines Freiträgers ersetzt, der dem Klavier die elegante Leichtigkeit und die fließenden Linien einer Hängebrücke verleiht. Diese von der Architektur inspirierte Konstruktion sorgt für einen überraschenden Effekt, indem der scheinbar schwere Korpus des Instruments auf einem einzigen Bein schwebend in Szene gesetzt wird und eine ungewohnte Leichtigkeit vermittelt.

In die Form des Klaviers hat man einen filigranen Notenständer integriert. Statt wie bei einem konventionellen Konzertflügel ruht das Klavier im Peugeot Design nicht auf drei Beinen auf einem Standfuß in Form eines Freiträgers. Dieser Standfuß ist ebenfalls aus Kohlefaser gefertigt und mit einem Schaum gefüllt, um Halleffekte zu vermeiden.

Ein neues System zum Öffnen des Klavierdeckels

In Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung von Pleyel ließ Peugeot Design Lab den traditionellen Stab zum Stützen des Deckels verschwinden. An seine Stelle tritt ein Deckel mit Scharnieren, die ein einfaches Öffnen und Schließen ohne Kraftaufwand ermöglichen – eine Idee, die direkt durch die Autoheckklappe inspiriert wurde.

Die Mechanik des Klaviers kann von allen Seiten bestaunt werden. Die Gestaltung des Klaviers sorgt zudem dafür, dass das Publikum den Künstler beim Spielen genauestens beobachten kann. Die Macher sind sich einig, dass das Klavier nicht nur aus ergonomischer und gestalterischer Sicht eine Innovation darstellt, sondern auch einen einzigartigen Klang bietet. Denn die insgesamt abgesenkte Mechanik sorgt für eine Klangprojektion ohne Hindernis, die den Hörer unmittelbar erreicht.

Peugeot zitiert Yves Henry, Konzertpianist und Professor am Pariser Konservatorium, , der das Instrument testete, mit den Worten „Zum ersten Mal in meinem Leben höre ich beim Spielen den wahren Klang des Klaviers“.

So, das reicht fürs Erste! Jetzt beschäftige ich mich hier wieder mit Autos …

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