Volkswagen setzt einen historischen VW Käfer unter Strom. Mit der Technik des neuen e-up! wird der Oldtimer zum eKäfer. Die Idee ist nicht neu. Doch sie wird auch durch Wiederholung nicht besser.

Das Elektroauto kommt – behauptet die Autoindustrie zumindest. Die AutoNatives.de bleiben skeptisch. Denn es ist offensichtlich widersinnig, eine schwere Batterie durch die Gegend zu fahren. Der Abbau der für Batterien benötigten Rohstoffe nimmt Umweltschäden in Kauf. Sie lassen selbst die Anfangstage des Ölzeitalters als Öko-Paradies erscheinen. Zudem ist völlig unklar, wie weltweit die notwendige Ladeinfrastruktur entstehen soll.

Umso überraschender, dass die Autobauer regelmäßig zum Elektroauto umrüsten. Die jüngste Meldung dazu stammt von Volkswagen. Europas Nummer eins baute im Vorfeld der anstehenden IAA einen historischen VW Käfer zum Elektroauto um. Spezialist eClassics aus Renningen bei Stuttgart verpflanzte dazu die Technik des neuen e-up! in ein Käfer Cabrio. Dabei wandern der E-Antrieb, das 1-Gang-Getriebe und das Batteriesystem des Kleinwagens in den Klassiker.

Der eKäfer legt 64 Prozent Leistung zu!

Das Cabrio des legendären Käfers bot Volkswagen von 1949 bis 1980 offiziell an. Die von den VW-Händlern verkauften Cabrios entstanden beim Karosseriebauer Karmann. Nach offiziellen Quellen entstanden 330.281 Exemplare. Bei der Ausstattung orientierte sich das Cabrio immer an der stärksten und am besten ausgestatteten Limousine. Weshalb das Original VW 1303 LS Cabrio ab 1972 mit gerade einmal 50 PS Leistung zu den Kunden rollte.

Antrieb des e-up! im Heck des historischen VW Käfer
Antrieb des e-up! im Heck des historischen VW Käfer

Insofern sorgt die Transformation für einen kräftigen Leistungszuwachs. Denn die moderne Antriebseinheit verfügt über eine Leistung von bis zu 82 PS. Das entspricht einem Zuwachs von satten 64 Prozent. Neben der Leistung legt auch das Drehmoment kräftig zu. Das Original stemmte maximal 106 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle des Boxermotors. Der E-Antrieb verfügt über eine Kraft von 212 Newtonmetern.

Der Elektroantrieb des eKäfer bringt 340 Kilogramm zusätzlich ins Auto!

Ob so eine Zunahme von Leistung und Kraft bei einem Alltags-Oldtimer sinnvoll ist, muss jeder selbst beantworten. Denn zum Charakter des E-Antriebs gehört, aus dem Stand heraus das volle Drehmoment zur Verfügung zu stellen. Die für den Antrieb notwendige Energie stammt aus Lithium-Ionen-Batterie. Ihr Energiegehalt liegt bei bis zu 36,8 kWh. Das reicht bei entsprechender Fahrweise für eine Distanz von bis etwas mehr als 200 Kilometern.

Die Steckdose verbirgt sich unter dem aufklappbaren Rücklicht
Die Steckdose verbirgt sich unter dem aufklappbaren Rücklicht.

Sie erhöhen das Gewicht des Klassikers übrigens auf 1.280 Kilogramm. Das liegt nur zehn Kilogramm unter dem 1979 zulässigen Gesamtgewicht des Cabriolets. Vor 40 Jahren gab Volkswagen in seinen Prospekten für das Käfer-Cabrio ein Leergewicht von 940 Kilogramm an. Wobei 113 Kilogramm auf Motor und Getriebe entfielen. Ausgehend von der antriebslosen Cabrio-Karosserie bringt der Elektroumbau also sogar rund 450 Kilogramm in den Klassiker.

Womit der Umbau alle Vorurteile zum Thema Mehrgewicht von E-Autos eindrucksvoll unterstreicht. Volkswagen und der eClassics kündigen an, dass sich das Konzept auch auf andere Klassiker übertragen lässt. Sie arbeiten an einem elektrisch angetriebenen VW Bulli. Sie nennen ausdrücklich auch den Porsche 356. Für uns klingt das wie eine Drohung!

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