Jeder Fotograf kennt das! Tief im Inneren erinnert man sich an ein bestimmtes Bild, weiß aber gar nicht mehr so genau, wann und wo das Bild entstanden ist. Mein Bild “Emily nach dem Regen” ist so ein Fall.

Diese Emily ist eine alte Bekannte. Denn seit mehreren Jahren steht sie mitsamt ihrem Rolls Royce immer an der gleichen Stelle im Außenbereich der Techno Classica. Vor ein paar Tagen fand ich das Foto von ihr zufällig auf meiner Festplatte wieder. Und diesmal erinnerte es mich spontan an den Roadtrip mit dem Rolls-Royce Ghost, den Tom und ich im vergangenen Jahr erlebten.

Denn dieses Projekt gehört zu den Auto-Erlebnissen, die wir wohl nie vergessen werden. Das Fahren – oder muss es besser das Reisen – in diesem Oberklasse-Fahrzeug ist unvergleichlich. Ebenso spannend, wie die Menschen auf den monströsen Ghost reagieren. Es gibt die Einen, die ihn fast verklemmt ignorieren. Und es gibt die, die ihn offen bewundern. Besonders die Kinder reagierten auf das lila Gefährt immer wieder mit großer Begeisterung.

Unterwegs im Rolls-Royce Ghost
Tom, unterwegs im Rolls-Royce Ghost (Foto Karla Schwede)

Mit seinem kräftigen V12 ist der Rolls-Royce Ghost fast schon ein Auto aus einer anderen Zeit. 570 PS Leistung und 780 Nm Drehmoment stehen zur Verfügung. Der Rolls produziert sie ganz nach Altväter-Sitte mit einer Explosion in seinen zwölf Brennkammern. Elektrische Unterstützung bekommt der Verbrennungsmotor nur beim Start, wenn der Anlasser die Maschine startet. Sobald die Zündfunken das Kommando übernehmen, legt sich der Anlasser schlafen.

Auf der Straße weist dann die Kühlerfigur Emily dem Fahrer den Weg. Auch das ist eine in den Zeiten des Diktats der Aerodynamik verlorengegangene Tradition, die praktisch nur noch in der Luxusklasse zu finden ist. In den Fahrzeugklassen darunter gibt es praktisch nur noch Plaketten. Selbst der gute Stern auf allen Wegen ist heute schon in der oberen Mittelklasse flachgelegt.

Alles zusammen macht “Emily nach dem Regen” so besonders. Gut möglich übrigens, dass ihr Besitzer auch in diesem Jahr kein neues zu Hause für sie finden konnte – oder vielleicht auch wollte. Dann wird sie wohl auch im nächsten Jahr dem Aprilregen trotzen müssen. Vielleicht sollte ihr Besitzer ihr ein kleines Handtuch bereitlegen, damit in Würde ausharren kann.

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