Wer schon mal einen historischen Rennwagen aufgebaut hat, kennt das bisher langwierige und teure Genehmigungsverfahren für den sogenannten Historic Technical Passport (HTP). Denn alle Anträge für diesen historischen Wagenpass, der vielfach die Voraussetzung für einen Start im historischen Motorsport ist, werden zentral von der FIA in Paris bearbeitet. Angesichts der Kosten von bis zu 1.318 Euro ist auch ärgerlich, dass die Gültigkeit des HTP der FIA begrenzt ist. Nach fünf Jahren ist eine Neuausstellung notwenig.

Bereits seit Längerem gab es Kritik an diesem Verfahren und an den hohen Preisen. Zudem bemängelten viele Teilnehmer, dass sie keinen international gültigen Nachweis benötigen. Sie würden auch mit ihrem nach Anhang K aufgebauten Fahrzeug nur an nationalen Bergrennen, Rundstreckenrennen und Rallyes teilnehmen. Der DMSB bietet daher ab dem 1.1.2015 endlich einen nationalen Historic Technical Passport (HTP) an. Und im Gegensatz zum Papier der FIA ist dieser nationale HTP zeitlich unbegrenzt gültig.

Wie der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) mitteilt, wird der nationale HTP bei allen vom DMSB genehmigten Serien und Veranstaltungen gemäß Anhang K gültig sein, auch bei solchen mit internationalen Status. In Deutschland wird der neue nationale HTP sicherlich mit Freude im Umfeld der FHR aufgenommen. Denn nur für Serien und Wettbewerbe, die mit einem FIA-Prädikat fahren, ist weiter ein HTP der FIA notwendig. Über ein FIA-Prädikat verfügen zurzeit nur die Masters Historic Formula One Championship, die Lurani Trophy der Formel Junior, die European Historic Sporting Rally Championship, die European Hill Climb Championship sowie der International Hill Climb Cup.

Nicht hilfreich ist der HTP übrigens in Serien, wo Fahrzeuge mit dem „blauen“ Wagenpass starten. Denn im auch weiterhin dürfen Fahrzeuge mit dem HTP und dem „blauen“ Standard-Wagenpass nicht gemeinsam auf die Strecke. So müssen die Teilnehmer am Kampf der Zwerge, der 2015 erstmals als Rennserie antreten wird, weiter einen normalen Wagenpass beantragen.

Was kostet der nationale HTP?

Gut auch, dass der DMSB bei seinen Veranstaltungen in Zukunft die nationalen HTP anderer Motorsportorganisationen akzeptiert. Namentlich nennt der DMSB die französische FFSA, die italienische CSAI, die OSK aus Österreich sowie ACL aus Luxemburg und DASU aus Dänemark. Verweist aber gleichzeitig darauf, dass Clubausweise, wie die HSCC Vehicle Identifikation Form, nicht zulässig sind.

Die Beantragung des nationalen HTP ist ab dem 1.1.2015 möglich. Der DSMB beabsichtigt, alle Anträge innerhalb von drei Wochen zu prüfen und zu genehmigen. Die Genehmigungsgebühr beträgt für alle Fahrzeuge einheitlichen 535 Euro. Für die Beantragung hat der DMSB die zentrale E-Mail-Adresse htp (at) dmsb.de eingerichtet.

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