In den zurückliegenden Wochen wurde viel spekuliert. Wo wird Fernando Alonso in der kommenden Saison fahren? Denn bei Ferrari blieb Alonso titellos. In den zurückliegenden Jahren siegte der Spanier am Steuer der roten Göttin immerhin bei einigen Rennen. Doch das Titelrennen verlor der ehrgeizige Spanier am Ende immer. Als in diesem Jahr der Ferrari nicht einmal mehr in der Lage war, zu gewinnen, packte Fernando Alonso seine Koffer.

Doch weder bei Red Bull noch bei Mercedes war ein Platz frei. Lange war nicht klar, wo der Spanier landen würde. Doch die Szene wusste, dass Honda beim Comeback an der Seite von McLaren unbedingt einen großen Namen im Auto sehen will. Dieser Wunsch ermöglicht Fernando Alonso eine Rückkehr zu seinem ehemaligen Team. Denn bereits 2008 drehte Alonso bei McLaren am Lenkrad. Damals an der Seite von Lewis Hamilton unterwegs, nahmen sich beide Piloten gegenseitig die Punkte weg. Alonso fühlte sich missverstanden, vielleicht sogar benachteiligt.

Die Zusammenarbeit ist keine Liebesheirat

Ich glaube, wenn McLaren ihn damals vorbehaltlos unterstützt hätte, wäre am Ende wohl der Titel herausgesprungen. Doch statt Alonso fuhr 2008 Kimi Räikkönen im Ferrari zum Titel. Aus Ärger darüber Alonso McLaren damals nach nur einem Jahr. Mit dieser Vorgeschichte ist es eigentlich kaum zu glauben, dass die Zusammenarbeit jetzt eine Liebesheirat ist. Viel mehr ist wohl der Druck von Motorenpartner und Sponsor Honda für die Rückkehr verantwortlich.

Die Japaner gehen die Formel 1 wie in den 1980er-Jahren mit großer Ernsthaftigkeit an. Seit 1984 war Honda Motorenpartner bei Williams – die kurze Episode bei Spirit diente 1983 nur der Entwicklung der Turbomotoren. Es brauchte einige Zeit, bis die Zusammenarbeit funktionierte. Zumal McLaren mit dem bei Porsche entwickelten TAG-Motor zumindest beim Einstieg von Honda den besseren Motor hatte. Die Titel 1984 und 1985 sicherten sich mit Niki Lauda und Alain Prost zwei McLaren-Piloten.

1986 hätte das Jahr eines Williams-Piloten werden können. Doch das Team weigerte sich, eine Stallorder auszusprechen. Dadurch nahmen sich Nelson Piquet und Nigel Mansell gegenseitig die Punkte weg. Alain Prost fuhr zu seinem (damals) zweiten WM-Titel. Als Teamchef Frank Williams dann auch noch in Südfrankreich mit dem Auto verunglückte, spannte McLaren seinen Landsleuten den Motorenpartner aus. Und das, obwohl 1987 Nelson Piquet und Nigel Mansell auf den Plätzen eins und zwei die WM dominierten.

McLaren-Honda war früher eine Macht

Von 1988 bis 1991 gewann McLaren-Honda mit Ayrton Senna (1988, 1990, 1991) und Alain Prost (1989) vier Fahrertitel und siegte auch viermal in der Konstrukteurswertung. Von den 80 Rennen, die die McLaren-Rennwagen mit Honda-Power ausrückten, gewannen sie 44, 53-mal ging ein McLaren-Pilot vom besten Startplatz ins Rennen.

An diese Erfolge wollen die Japaner ab 2015 anknüpfen. Und dazu benötigt McLaren-Honda Piloten, die siegen können. Das sind nach Auffassung der Verantwortlichen Fernando Alonso und Jenson Button. Kevin Magnussen, der in diesem Jahr für McLaren fuhr, wird zum Testfahrer degradiert. Das ist, weil es in der Formel 1 ein Testlimit gibt, eine zweifelhafte Ehre. Immerhin könnte der Däne im Simulator „Fahrpraxis“ sammeln und so seinen Teil zu den (kommenden) Erfolgen beitragen.

Fernando Alonso hat sich für drei Jahre an McLaren-Honda gebunden. Jenson Button, den viele Beobachter schon im Ruhestand sahen, hat einen Zweijahresvertrag abgeschlossen. Insofern wird erst 2017 bei McLaren wieder ein Cockpit für den Dänen frei. Vielleicht nicht der schlechteste Zeitpunkt. Ich denke, dass das auch Kevin Magnussen und sein Umfeld wissen, schließlich ist der Däne erst Anfang 20.

Schreib einen Kommentar