Mit dem jetzt eröffneten Officine Abarth Classische bietet nun auch die FIAT-Tochter Abarth eine zentrale Anlaufstelle für Besitzer klassischer Fahrzeuge der Marke. Damit folgen die Italiener einem Trend, den andere Marken vorgegeben haben.

Denn es gehört bei immer mehr Autoherstellern zum guten Ton, sich um die eigene Geschichte zu kümmern. Dabei geht es inzwischen nicht mehr nur darum, die eigene Tradition als Argument für den Absatz von Neuwagen zu bewahren. Offensichtlich lockt auch immer mehr Hersteller das Geschäft mit Restaurationen und Ersatzteilen für die Oldtimer und Youngtimer der Marke.

Zum Angebot des in Turin angesiedelten Officine Abarth Classische gehören neben Komplettrestaurierungen auch die Echtheitszertifizierung von Motoren, Getrieben, Auspuffanlagen und Fahrwerken. Wobei sich das Officine Abarth Classische ausdrücklich genauso um historische Abarth Straßenfahrzeuge als auch um Rennwagen aus der Schmiede von Carlo Abarth kümmert. Dazu finden auch Modelle von Lancia und Alfa Romeo, die bei Abarth entwickelt oder technisch verbessert wurden, bei Abarth Classische Betreuung.

Seine Kompetenz bezieht das im Turiner Stadtteil Mirafiori beheimateten Officine Abarth Classische aus einem umfangreichen Archiv. Die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit auf zeitgenössische Konstruktionszeichnungen und Verkaufsunterlagen zurückgreifen. Das ermöglicht nicht nur originalgetreue Restauration, sondern ist auch die Grundlage für die Erstellung von Echtheitszertifikaten mechanischer Komponenten wie Motoren, Getrieben, Auspuffanlagen oder Fahrwerken. Bei der Erstellung dieser Zertifikate arbeitet Abarth Classiche mit den Experten des internationalen Oldtimerverbandes FIVA sowie des italienischen Automobilclubs ASI zusammen.

Im nächsten Schritt plant das Officine Abarth Classiche den Aufbau eines zentralen Abarth Registers. Carlo Abarth gründete sein Unternehmen am 15. November 1949. Bis zum Verkauf des Unternehmens 1971 an Fiat entwickelte Abarth zahlreiche Rennfahrzeuge und Serienmodell im Zeichen Skorpions. Frühe Beispiele sind der Cisitalia 204, der auf dem Fiat 1400 basierende Abarth 1500 oder der auf dem Alfa Romeo1900 Sprint aufbauende Abarth 2000.

Besonders großen wirtschaftlichen Erfolg hatte Abarth mit dem Angebot von Tuningkomponenten für Fiat 500 und Fiat 600. In den 1960er Jahren folgten zudem berühmte Modelle wie Abarth 850 und Abarth 1000TC oder die kleinen Abarth 595 und Abarth 695 in den Versionen Assetto Corsa und Monza Record. Dazu der legendäre „Double Bubble“ Abarth 750 Zagato sowie die größeren Abarth 2200 und Abarth 2400. Legendär auch die supersportlichen Abarth 1000 Bialbero, Abarth-Simca 1600 GT und 2000 GT, das Coupé Fiat Abarth 2300 S sowie die Modelle 850 OT und 1000 OT. Ebenfalls in diese Periode fallen die Modelle 1600 OT, OT 2000, OT 1300 Periscopio, 2000 Monoposto Record, OT 1000 Coupé und 1000 OTS.

Nach dem Verkauf des Unternehmens an Fiat folgten Abarth Versionen der Fiat-Modelle 124 und 131 sowie dem Autobianchi A112. Bis in die 1980er-Jahre blieb Abarth die Fiat-Sportabteilung, entwickelte die Rallye-Fahrzeuge Lancia Rally 037, Lancia Delta S4 sowie alle Generationen des Lancia Delta Integrale. Für Fiat entstanden die Modelle Uno 70S, Uno Turbo mit elektronischer Benzineinspritzung sowie Fiat Cinquecento Sporting.

1 Kommentar

  1. Sowas ist doch eine Schweinerei…
    Jahrelang haben viele Autohersteller einen Sch…ß auf ihre Historie gegeben. Manche haben gefühlt sogar versucht sie zu verdrängen und jetzt, wo es ums Geld geht, wo man Absatzmärkte und zahlungswillige Kunden sieht da tut dreht sich auf einmal etwas.
    Die Gefahr das unter sowas nicht nur kleinere Restaurationsbetriebe eingehen könnten scheint ebenso wie die vermutlich horenden Preise die dadurch in Zukunft den Ersatzteilmarkt treffen werden niemand zu sehen…
    Außerdem wüsste ich gerne wo man auf einmal all die Fachkräfte herbekommen will…ich persönlich hätte ja eher Angst mein Auto in die Hände solcher Leute zu geben die ihr scheinbares Wissen einzig aus alten Archiven – die längst nicht bei jedem Autohersteller mit sorgfalt angelegt und geführt sein mögen – und Autoclubs ziehen wollen…
    Zudem…ich hoffe ich bin nicht der einzige der das so sieht, aber für mich wirkt alles was man da präsentiert etwas überkandidelt und auch überrestauriert..
    Nicht das es nicht schwer wäre etwas „schlecht“ zu restaurieren – schließlich war der Zustand damaliger Fahrzeuge meist reudig da sie ja RENNwagen waren – aber Dinge besser zu machen als sie original waren UND die Macht zu haben Echtheitszertifikate zu erstellen….bööse Paarung.

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