Der verstorbene ADAC-Sport-Präsident nannte die Essen Motor Show einmal den letzten Grand Prix des Jahres, den zu seinen Zeiten trafen sich in Essen die Großen der Motorsportszene zum Saisonausklang. Diese Zeiten sind wohl vorbei, denn echte motorsportliche Prominenz der Gegenwart scheint in diesen Tagen kaum den Weg nach Essen zu finden. Trotzdem lohnt vom 27. November bis 5. Dezember der Besuch der Messe, denn die Show stellt unter den Motto „For Drivers and Dreams“ konsequent die Fahrzeuge in den Mittelpunkt.

Dabei hilft, dass der Aufschwung offensichtlich inzwischen auch die Auto-Szene erreicht hat. Denn im Gegensatz zu den Vorjahren blicken Hersteller, Tuner und Händler nun wieder vergleichsweise optimistisch in die Zukunft. Und so ist die Essen Motor Show – ganz anders als noch vor 12 Monaten – weitestgehend ausgebucht. Damit wird den Oldtimer-, Rennsport- und Tuningfans in diesem Jahr auf 110.000 Quadratmetern automobile Faszination und Individualität geboten. Insgesamt betonen die Veranstalter wieder stärker als in den vergangenen Jahren die Wurzeln der Messe, die einst als „Jochen Rindt Show“ startete und damit dem Motorsport bis heute in besonderer Weise verbunden ist.

Lina Van De Mars und ihr Flizza
In der Fahrhalle wird auch 2010 wieder
jede Menge Aktion geboten.

Doch anders als früher bezieht sich dies heute primär auf die ausgestellten Fahrzeuge. Denn wenn ADAC-Motorsportpräsident Hermann Thomczyk bei der Eröffnung betont, dass die Motor Show immer noch der Treffpunkt für Fahrer, Fans und Teams sei, schwelgt der Bayer mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. Aktuelle Stars lassen sich in diesem Jahr in Essen kaum blicken. Am Auftaktwochenende war Adrian Sutil zu Gast, am kommenden Sonntag wird Formel 1 Pilot Nico Hülkenberg Gast seines Sponsors Dekra sein. Ansonsten werden hier 2010 schon mal „Piloten“ wie Sven Hannawald, der in der „ADAC GT Masters“ immerhin zweitbester Amateur wurde, auf die Bühne gestellt.

Stark vertreten war dafür am Eröffnungswochenende die Garde der Altstars wie Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, Sportwagen-Weltmeister Hans Joachim Stuck oder Le Mans Sieger Klaus Ludwig. En passant schlagen sie damit eine Brücke zum Bereich „Classics und Oldtimer“, der sich nach dem Neustart der Messe, der vor 12 Monaten eingeläutet wurde, neben den Bereichen „Tuning“, „Motorsport“ sowie „sportliche Serienautomobile“ endgültig zur vierten Säule der Essen Motor Show entwickelt hat.

Kein Wunder, denn gerade das Fahren eines historischen Automobils ist heute Vielfach Ausdruck automobiler Individualität. Die Palette der angebotenen Fahrzeuge reicht in Essen vom alltagstauglichen Youngtimer bis zum Sammlerstück in Museumsqualität. Dazu kommt der umfangreiche Teilemarkt, auf dem sich Oldtimer-Freunde passend zur anstehenden Winter- oder besser Garagenzeit mit Teilen und stilgerechtem Zubehör eindecken können.

Einen faszinierenden Ausflug in die Vergangenheit ermöglicht zudem die Sonderschau „100 Jahre Alfa Romeo – die Rennsportlegenden“, die nach einem Jahr umfangreicher Aktivitäten die Feiern zum 100. Geburtstag der Marke Alfa Romeo in Deutschland abschließt. Eigens zu diesem Anlass hat man die schönsten Stücke aus dem in Arese bei Mailand beheimateten Alfa-Werksmuseum nach Essen gebracht. Viel kann dort nicht mehr stehen, denn der Organisator der Sonderschau in Essen betonte bei der Eröffnung der Messe, dass der Versicherungswert der in Essen gezeigten Alfa Romeo Rennwagen einen großen dreistelligen Millionenbetrag ausmacht.

Rennwagen, soweit das Auge reicht
Rennwagen, so weit das Auge reicht.

Interessant ist auch die Ausstellung „Fahrkultur Ruhr“, die die Essen Motor Show in das Kulturhauptstadtjahr integriert. Hier zeigen Fahrzeugliebhaber aus 53 Städten und Gemeinden des Ruhrgebiets ihre Schmuckstücke. Neben Klassikern wie dem VW Käfer, dem Porsche 911 oder dem originalen Mini können dabei auch einige sehr individuell gestylte und getunte Fahrzeuge bewundert werden.

Insgesamt ist die Essen Motor Show auch ohne Prominenz an Bord eine Reise wert. Die Masse der gezeigten Fahrzeuge hat viel mehr Starpotential. Lobenswert ist außerdem, dass die Veranstalter in diesem Jahr die Parkplatzpreise unter der Woche halbiert haben. Von Montag bis Freitags zahlen die Besucher – je nach Entfernung zur Messehalle – nur noch vier oder fünf Euro für einen Stellplatz.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

Termin: Samstag, 27. November,
bis Sonntag, 5. Dezember 2009
Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
Samstag / Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr
Eintrittspreise:

Tageskarten Erwachsene € 15,-

Gruppen ab 15 Personen – pro Person € 13,-

Tageskarte Behinderte, Schüler ab 17 Jahren u. Studenten € 13,-

Kinder und Jugendliche von
8 bis 16 Jahren € 11,-

Kinder unter 8 Jahren haben
kostenlosen Eintritt

 

  Montags bis Freitags können ab
15.00 Uhr „Happy-Hour-Tickets“ zu
reduzierten Eintrittspreisen
erworben werden.

Weitere Informationen zur „Essen Motor Show“ finden Sie unter www.essen-motorshow.de.

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