Kürzlich schrieb ich über das Aussterben der Karosseriebauer. Denn die Praxis, Autos neu einzukleiden, gilt heute als weitestgehend ausgestorben. Doch es gibt noch Hoffnung. Michael Käs aus Welden bei Augsburg kleidet das bis 2013 angebotene BMW 2er-Cabrio neu ein. Beim Umbau entsteht das ETA 02 Cabrio, das dem legendären BMW 02 ähnelt.

Everytimer nennt Käs seine Schöpfung, die zuverlässige Technik mit einem historischen Outfit paart. Heutige Fahrzeuge glänzen mit einer großen Zuverlässigkeit und einfacher Bedienung. Doch ihr Äußeres kann dabei oft nicht mithalten. Modernes Autodesign ist oft emotionslos. Viele moderne Fahrzeuge lassen sich ohne Markenlogo kaum noch einem bestimmten Hersteller zuordnen.

Insofern klingt die Idee, moderne Technik mit einem historischen Outfit zu verbinden, wie der Zusammenschluss des Besten aus zwei Welten. Tatsächlich ist die Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit nicht ohne Reiz. Denn Michael Käs gelingt mit seinem Umbau tatsächlich eine interessante Transformation. Möglich macht die Verwandlung der Einsatz von selbst entwickelten Anbauteilen aus Kohlefaser.


Michael Käs und sein ETA 02 Cabrio
Michael Käs und sein ETA 02 Cabrio – Mit einem Z4, der die Gestalt des 507 annimmt, plant Käs bereits den zweiten Streich.

Drei Fragen an Michael Käs:

Wie kamen Sie auf die Idee zur Kombination von neuem Auto und klassischen Outfit?

Mehr Informationen zum ETA 02 Cabrio gibt es unter www.everytimer.de

Michael Käs: „Oldtimer sind wunderschön aber für mich leider nicht alltagstauglich genug. Ich liebe den Komfort, die moderne Technik und den Fahrspaß von aktuellen Fahrzeugen. So entstand eines Tages die Idee zum EVERYTIMER.“

Warum wurde der 02er-BMW das Vorbild Ihres Umbaus?

Michael Käs: „Mein Vater besitzt einen 02er-BMW. Er ist für mich der Inbegriff für schöne vergangene Zeiten, Leichtigkeit – einfach der BMW von damals. Dieses Fahrzeug hat mich einfach begeistert und in seinen Bann gezogen.“

Sind Sie auf BMW festgelegt oder gibt es bald Everytimer von anderen Marken?

Michael Käs: „Seitdem ich denken kann, stand bei uns zu Hause ein BMW in der Garage. Ich machte meine Ausbildung in einem BMW-Autohaus, durfte danach auch bei ALPINA in Buchloe vieles dazu lernen. Unser Herz schlägt einfach für BMW.“


Mit ihnen bekommt das Cabrio die Silhouette der klassischen 02-Familie. Käs zieht die vordere Kante der Motorhaube etwas heraus. Wodurch genau der Horizontaleffekt entsteht, der seit der Einführung der Neuen Klasse zu BMW gehörte wie die Weißwurst zu München. Ein vergrößerter Kühlergrill, den wie früher ein breiter Chromring einfasst, sowie eine hohe und schmale BMW-Niere vollenden den Bezug zum Klassiker.

Die klassischen runden Frontscheinwerfer sowie die um die Fahrzeugecken herumgezogenen Blinker vervollständigen die 02-Anmutung. An der Seite unterstreicht die über die ganze Länge des Fahrzeugs verlaufende Sicke die Verwandlung. Und selbstverständlich fehlen auch die runden Leuchten am Heck nicht. Die „Spiegeleier“ sorgten schon beim Vorbild für einen markanten Abschluss. Ihr Charme wirkt auch 50 Jahre später noch.

Der Umbau zum Everytimer war ein aufwendiger Prozess!

Denn Käs vermaß das Original und das moderne Basisfahrzeug mit einem Laserscanner. Anschließend entstanden die notwendigen Teile in einem computergestützten Entwicklungsprozess. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Denn der von Michael Käs gebaute Everytimer wirkt tatsächlich wie eine Neuinterpretation des 02-Vollcabriolets. Dies bot die Firma Baur aus Stuttgart von 1968 bis 1971 an.

Der aufwendige Umbau kostet rund 70.000 Euro. Ein passendes Basisfahrzeug erfordert mindestens weitere 10.000 Euro. Aber Gutes hat eben seinen Preis und Individualkarosserien waren noch nie ein billiges Vergnügen. Offensichtlich gibt es Kunden für solche Umbauten. Denn mit einem BMW Z4, der zur Wiedergeburt des legendären BMW 507 wird, plant Michael Käs bereits den zweiten Streich.

Wir sind gespannt!

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