Bei sechs Weltmeistern im Feld und 20 Rennen im Kalender versprechen die Rahmenbedingungen der Formel 1 Saison 2012 Spannung und Aufregung. Auch für Konsolenspieler. Denn mit F1 2012 verspricht Codemasters ein intensives Rennerlebnis, das noch näher an der Realität sein soll als der Vorgänger. Wir haben uns das Spiel angesehen.

Direkt beim Einwerfen der Disc in das Laufwerk unserer PS3 landet der Spieler im Young Drivers Test. In diesem Test geht es um das Kennenlernen der Steuerung der virtuellen Formel-1-Rennwagen. Zur Auswahl stehen dabei nur die Autos der Top-Teams Red Bull, Ferrari und McLaren. In den Übungen wird der Spieler auf das spätere Renngeschehen im Spiel vorbereitet. Zum Beispiel mit Beschleunigungs- und Bremsübungen oder der Aufgabe, auf der Strecke von Abu Dhabi in drei Kurven am Stück alle Scheitelpunkte richtig zu treffen.

In den Videos zwischen den Übungen erfahren die Spieler Wissenswertes über KERS und DRS, über die Wahl der Ideallinie oder die Bedeutung der Aerodynamik. Ein witziges Detail ist, dass die virtuellen Piloten im Young Drivers Test die Helme der tatsächlichen Testfahrer der Teams tragen. Bei Ferrari ist so statt Fernando Alonso oder Felipe Massa der Nachwuchsfahrer Jules Bianchi unterwegs.

Sobald der Spieler den Young Drivers Test komplett absolviert hat, stehen ihm alle Möglichkeiten des Spiels zur Verfügung. Uns interessiert der Karrieremodus. Dabei fährt der Spieler die komplette Formel 1 Saison 2012. Das Ergebnis des Young Drivers Test entscheidet dabei, welche Fahrzeuge dem Spieler für die ersten Karriereschritte zur Verfügung stehen. Je nach Leistung bekommt der Spieler Jobangebote von besseren Teams. Das Ziel ist der Weltmeister-Titel. Der Spieler kann nun die Saison 2012 in einer Endlosschleife fahren, bis das große Ziel erreicht ist.

Wer nicht unbedingt eine ganze Saison fahren möchte, kann auch die „Season Challenge“ bestreiten. Gefahren werden zehn Rennen über je fünf Runden. Dabei muss der Spieler jeweils einen virtuellen Gegner herausfordern. Ich habe als Caterham Fahrer Pastor Maldonado im Williams herausgefordert. Da in drei Rennen zwei Mal vor dem Venezolaner das Ziel erreichte, durfte ich in den Williams wechseln. Im Williams kann ich dann den nächsten Fahrer herausfordern, um so Schritt für Schritt in ein Top-Auto zu kommen.

Nicht mehr im Spiel ist der bekannte „Grand Prix Modus“ der Vorgängerversionen des Spiele-Klassikers. In diesem konnte der Spieler einen der 24 Fahrer im Starterfeld wählen und mit ihm eine Saison bestreiten. Der virtuelle Rennfahrer konnte selbst die Reihenfolge seiner Lieblingsstrecken bestimmen und sich dadurch einen eigenen Kalender zusammenbasteln. Codemasters kam auf die glorreiche Idee, die Spieler bräuchten diesen Modus nicht. Mir hat der Modus in den Vorgängern des Spiels immer sehr gut gefallen.

Codemasters hat stattdessen den „Champions Modus“ eingeführt. Damit würdigt der Publisher, dass 2012 mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Jenson Button, Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen sechs Weltmeister die Piste unsicher machen. Der Spieler fordert nacheinander die sechs Weltmeister als Teamkollege heraus. Sechs Aufgaben muss sich der Spieler stellen:

  • Die Rückkehr des „Iceman“ (Kimi Räikkönen)
  • Letzte Runde, Lewis (Lewis Hamilton)
  • Sachte, Sachte! (Jenson Button)
  • Ein Mann für Statistiken (Sebastian Vettel)
  • Fernando fliegt (Fernando Alonso)
  • Einfach der Beste (Michael Schumacher)

Die Aufgaben sind die Stärken der Weltmeister zugeschnitten. Wer gegen Sebastian Vettel fährt, muss nicht zum dreimaligen Weltmeister aufschließen, sondern dabei auch die schnellste Rennrunde drehen. Wer alle sechs Aufgaben erfolgreich bewältigt hat, darf dann im ultimativen Test gegen alle sechs fahren. Das ist zwar spannend. Trotzdem ist es für mich kein würdiger Ersatz für den „Grand Prix Modus“. Denn der „Grand Prix Modus“ war umfangreicher und auch deutlich mehr auf den Spieler zugeschnitten.

Was mir an F1 2012 gefallen hat:

Sehr gut gefallen an F1 2012 hat mir die Steuerung. Diese ist meiner Meinung nach extrem gelungen dafür, dass man mit einem Controller fährt. Auch die Simulation bei Regen ist ziemlich gut. Da kommt schon ein gewisses Rennsportgefühl auf.

Was mir an F1 2012 nicht so gut gefallen hat:

Das Schadensmodell ist extrem schlecht. Egal wie heftig man crasht, der Frontflügel bricht immer gleich ab. Zwar verliert man hier und da auch mal ein Rad, doch die Unfälle wirken immer stumpf und unreal.

Auch die Leistungsverteilung innerhalb der Teams ist etwas abenteuerlich. Der Red Bull ist nur ein bisschen besser als Mittelmaß. Der Williams ist so gut, dass man mit ihm eigentlich alle Rennen in der Saison gewinnen kann.

Mein Fazit zu F1 2012:

Das Spiel ist ohne Frage eine gute Rennsimulation, kann aber mit dem Genreklassiker Gran Turismo bei Weitem nicht mithalten.

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