Für Enzo Ferrari war der Motor das Wichtigste an einem Rennwagen. Entsprechend wurden zu den Zeiten des Alten in der Scuderia die Schwerpunkte gesetzt. Erst mit Jean Todt, Ross Brawn und Rory Byrne zog auch bei Ferrari wirklich die Moderne in die Formel 1 ein. Mit großem Erfolg, denn Michael Schumacher fuhr von 2000 bis 2004 zu fünf Fahrerweltmeisterschaften in Folge.

Über diesen Winter steigt die Formel 1 auf eine neue Motorenformel um. Statt der bisher eingesetzten Saugmotoren verwenden die Teams der Königsklasse nun wieder Turbo-Motoren. Mit Spannung warten die Fans auf die ersten offiziellen Testfahrten, die Ende Januar in Jerez stattfinden werden. Kurz vor Weihnachten stellte Ferrari sein Motor für diese neue Ära vor.

Ferrari Formel 1 Motor 2014 - Das Team
Diese Männer sind für den Turbo, den Ferrari in der Formel 1 einsetzten wird, verantwortlich. (Foto: Ferrari)

Zumindest irgendwie, denn natürlich lassen sich die Teams in der Formel 1 nicht wirklich in die Karten schauen. Insofern zeigte Ferrari nur ein Motorgehäuse und veröffentliche keine Details zum Aggregat. Über den Anschlüssen für die KERS-Einheit war eine Kohlefaser-Abdeckung angebracht. Zudem fehlte der Turbo, Ferrari zeigte ausschließlich den Block. So blieb es bei den Fakten, die längst bekannt sind. Der 059/3 genannte Motor verfügt über 1.600 ccm und darf pro Rennen genau 100 Liter Kraftstoff verbrauchen.

Ferrari Formel 1 Motor 2014
Rund um den neuen Motor verwies Ferrari auf seine lange Tradition in der Formel 1 (Foto: Ferrari)

Trotzdem beeindruckte die Veranstaltung Traditionalisten, denn immerhin wussten die Italiener ihre Geschichte in die Waagschale zu werfen. Vom ersten Formel-1-Rennwagen des Hauses aus dem Jahr 1950, über John Surtees und Gilles Villeneuve bis in die Gegenwart spannten die Verantwortlichen den Bogen der Präsentation. Liesen am Ende das Team auftreten, das den neuen Motor entwickelt.

Damit stand, wie zu den Zeiten des Alten, die Motorabteilung im Mittelpunkt. Und vielleicht lagen die Verantwortlichen damit gar nicht falsch. Im kommenden Jahr werden neben Ferrari nur Renault und Mercedes die Teams der Formel 1 mit Motoren beliefern. Zum Ende der nun zurückliegenden Saugmotorepoche waren alle Hersteller auf einem Niveau. Niemand kann zurzeit vorhersehen, wie sich die Regeländerungen auf das Kräfteverhältnis der Hersteller auswirken werden.

Vermutlich hätte Enzo Ferrari das gefallen. Denn lange waren Motoren in der Formel 1 nicht mehr so wichtig.

2 Kommentare

  1. Spannend wird es doch erst wenn 2015 auch Honda mit einem Motor kommt.

  2. Da jammern die über die Kosten und dann bauen die für eine Veranstaltung Kohlefaserblenden.

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