Die FIA will den Formel-1-Piloten das regelmäßige Wechseln ihres Helmdesigns verbieten. Wie die Kollegen von Motorsport-Magazin.Com gerade melden, sollen die Piloten der Königsklasse ab sofort nur noch ein Helmdesign pro Saison homologieren. Mit einem entsprechenden Beschuss der Formel-1-Kommission Anfang dieser Woche passierte diese neue Regel die erste Stufe des Entscheidungswegs. Wenn der FIA-Weltrat diesem Regelvorschlag bei seiner nächsten Sitzung zustimmt, müssen sich die Piloten in Zukunft auf ein Helmdesign pro Jahr festlegen.

Als ich die Nachricht eben las, fiel mir – Achtung Ironie – ein großer Stein vom Herzen. Denn damit hat die FIA sicherlich eines der größten Probleme ihrer motorsportlichen Königsklasse gelöst. Endlich kann der Fan an der Strecke oder dem TV-Schirm einfach erkennen, welcher Pilot da gerade ums Eck flitzt. Natürlich hätte man das auch mit größeren Startnummern auf den Fahrzeugen erreichen können, doch das hätte vermutlich die Freiheit der Teams zu sehr beschnitten. Und das wäre vielleicht ins Geld gegangen. Schließlich hätten die Teams so einige Quadratzentimeter weniger Werbefläche verkaufen können.

Natürlich ändert diese neue Vorschrift nichts an der geringen Zahl der Starter. Denn in der anstehenden Saison werden zunächst nur neun Teams mit jeweils zwei Autos an den Start gehen. Doch es gibt ja noch die Hoffnung, dass es ManorGP irgendwie schafft, im Laufe der Saison zurückzukehren. Das Team ist bisher unter den Namen Virgin GP und Marussia F1 in der Formel 1 angetreten. In der vergangenen Saison meldete das Team Insolvenz an. Zweitweise hieß es, dass das Material versteigert werde. Doch inzwischen hat ManorGP die Antrittsgebühr bezahlt und will bis zum dritten oder vierten Saisonrennen ein Auto startklar haben.

Doch zurück zu den Helmen!

Klasse, dass die FIA so an die Fans denkt. Natürlich sind feste Helmdesigns eine nette Sache. Früher in den Zeiten von Landa, Prost, Senna, Mansell, Piquet und Co. waren die Helme das Markenzeichen der Piloten. Sie wären nie auf die Idee gekommen, das zu ändern. Aber muss man das jetzt wirklich regeln?

Nein! Es sei denn, dass die Verantwortlichen endlich ihre Handlungsunfähigkeit offenbaren möchten. Denn diese neue Regel löst keines der aktuellen Probleme der Formel 1. Diese Festlegung ändert nichts am müden Klang der aktuellen Motoren. Beseitigt nicht die Kritik an den zu ähnlichen Fahrzeugen und ihren schmalen Reifen. Sie sorgt nicht für ein Sinken der Kosten oder eine bessere Verteilung der Einnahmen. Sie verhindert auch nicht den weiteren Exodus der europäischen Traditionsrennen. Und natürlich ändert sie auch nichts an der manchmal müden Show auf der Strecke.

Je mehr ich nachdenke, diese Regel ist komplett überflüssig. Sie erinnert irgendwie fatal an die EU. Eigentlich eine klasse Sache, die sich auch zu lange um das Regeln von Dingen wie der Krümmung von Gurken kümmerte. So lange, bis die Menschen fast den Grund für die EU vergaßen. Ein ähnliches Schicksal „blüht“ jetzt der Formel 1. Feste Helmdesigns bringen die Fans sicherlich nicht an die Strecken zurück. Stattdessen werden solche Regeln den Fans endgültig die Lust an der Königsklasse nehmen, weil sich die Fans trotz dieser Regelungswut nicht ernst genommen fühlen. Denn ihre Wünsche spielen bei den Entscheidungen der Verantwortlichen offensichtlich keine Rolle.


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Früher fuhren Piloten oft die gesamte Karriere mit dem (fast) gleichen Helmdesign. Das machte die Helme zum Markenzeichen. Deshalb durfte der Helm hier 2008 vermutlich zusammen mit Bernd Schneider aufs Foto (Foto: Daimler Benz)

Früher fuhren Piloten oft die gesamte Karriere mit dem (fast) gleichen Helmdesign. Das machte die Helme zum Markenzeichen. Deshalb durfte der Helm hier 2008 vermutlich zusammen mit Bernd Schneider aufs Foto (Foto: Daimler Benz)

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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