Auto-Erinnerungen

Fiat Uno wird 30 Jahre alt

Wer Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre regelmäßig Hamburgs Szene-Diskotheken besuchte, verbindet mit dem Fiat Uno vermutlich bis heute auch schöne Frauen. Denn damals war die Wahrscheinlichkeit groß, dass die schöne Unbekannte, die einen eben noch im Traxx oder Trinity angelächelt hatte, auf dem Parkplatz einen kleinen Italiener stehen hatte. Mit dem im Frühjahr 1983 vorgestellten Kleinwagen machte Fiat seinerzeit nämlich vor allem Frauen glücklich.

Damit gehört der Fiat Uno heute zu den Fahrzeugen, die sich Oldtimer nennen dürfen. Theoretisch können wir also bald die ersten Exemplare des Uno mit H-Kennzeichen auf unseren Straßen sehen. Verdient hätte der kleine Fiat das sicherlich. Denn vor 30 Jahren war der Uno eine Sensation. Schließlich war der Uno der erste Fiat, der konsequent für eine möglichst weitgehend automatische Fertigung durch Roboter konzipiert wurde. Die von Giorgetto Giugiaro gestaltete Karosserie besteht nur aus 172 Einzelteilen. Die zum Verbinden der Teile notwendigen 2.700 Schweißpunkte werden – erstmals bei Fiat – bis auf wenige Ausnahmen von Robotern gesetzt.

Fiat Uno 45 S (1983-1989)
Fiat Uno 45 S der ersten Serie, die von 1983 bis 1989 gebaut wurde (Foto: Fiat)

Die kantige und doch gefällige Form entsprach offensichtlich dem Zeitgeist. Zudem sorgt sie bis heute für eine gute Raumausnutzung. In den Uno passen bis zu fünf Personen und ihr Gepäck. Gerade in Deutschland kommt das gut an. 1984 wird der Fiat Uno „Auto des Jahres“ und aus dem Stand heraus auch zum erfolgreichsten Importwagen. Obwohl da unter der Haube noch der 900-ccm-Motor des Vorgängers, des Fiat 127, für Vortrieb sorgt. Das ändert sich erst zwei Jahre nach der Einführung des Uno, als Fiat auf die „Fully Integrated Robotized Engine“ (Fire) getaufte Motorengeneration umsteigt.

Der Fiat Uno als Boy-Racer

Auch die Motoren sind so konstruiert, dass sie weitestgehend von Robotern montiert werden konnten. Standard sind wirtschaftliche Motoren mit 1,0 bis 1,5 Liter Hubraum. Sie stellen zwischen 45 PS und 70 PS zur Verfügung. Obwohl man damit bei Bedarf auch bis zu 171 km/h schnell sein kann, beweist der Uno „erst“ in der Turboversion besonders sportliches Temperament. Mit (zuletzt) 112 PS katapultiert der 1,4-Liter-Turbomotor den Fiat Uno fast schon in die Riege der Sportwagen. Denn eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ist 1991 bei den Kleinwagen die absolute Ausnahme.

Fiat Uno 45 i.e. Fire (1989-1992)
Fiat Uno 45 i.e. Fire der zweiten Serie ab 1989, hier als 5-Türer (Foto: Fiat)

Der „Uno Turbo“ bleibt ein Exot. Doch auch dank des Imagetransfers, der von diesem Modell ausgeht, wird der Uno zu einer weltweiten Erfolgsstory. Außen gibt es nur 1989 ein moderates Facelift, das einen neuen Kühlergrill und geänderte Scheinwerfer umfasst. Bis 1995 laufen schließlich mehr als sechs Millionen Uno vom Band. Zunächst nur in den italienischen Werken Mirafiori und Rivalta, später kommen die Uno auch aus Indien, Polen oder Südafrika.

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Das ewige Leben in Südamerika

Und in Brasilien baut Fiat den Uno sogar bis in die Gegenwart weiter. Ähnlich wie VW beim Typ 2 T2 hat auch Fiat den Uno in Brasilien im Laufe der Zeit an die Bedürfnisse Südamerikas angepasst. So wurde zum Beispiel die Schnauze des Uno nochmals geändert, während aber das Heck der in Brasilien gebauten Uno der ersten Generation (1983 – 1989) entspricht. Mit Erfolg, denn in Brasilien ist der Uno auch heute noch ein Hit. Vermutlich sitzen heute die „Girls from Ipanema“ heute in einem Uno.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Fiat Uno Turbo i.e. (1985-1989)

Fiat Uno Turbo i.e. - 1985 bis 1989 (Foto: Fiat)

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