Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsports. Seit 1950 begeistert sie die Fans, auch wenn ihr zurzeit der Esprit der frühen Jahre fehlt. Der Dokumentarfilm „Weekend of a Champion“ ermöglicht einen Blick zurück ins Jahr 1971 – als die Formel 1 noch Jetset, Luxus und den Aufbruch in die Moderne verkörperte.

Jackie Stewart fuhr 1969, 1971 und 1973 in der Formel 1 zum Weltmeister-Titel. Der Schotte gilt als eine der überragenden Fahrerpersönlichkeiten seiner Zeit. Abseits der Strecke machte sich Stewart als Kämpfer für mehr Sicherheit einen Namen. Zudem verstand Stewart – genauso wie sein enger Freund Jochen Rindt – früh auch die kommerzielle Seite seines Sports. Kaum jemand verhandelte so geschickt um Werbeverträge und Antrittsgagen, wie der kleine Schotte.

Trotzdem – oder vielleicht auch deswegen – nahm sich der Schotte auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn die Zeit, sich während eines Grand Prix Wochenendes mit der Kamera begleiten zu lassen. Auf Initiative des Schauspielers und Regisseurs Roman Polański folgte ein Kamerateam Jackie Stewart beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo 1971 auf Schritt und Tritt. Dabei entstand ein eindruckvoller Blick hinter die Formel-1-Kulissen.

Heute ist der Film ein eindrucksvolles Dokument der Zeitgeschichte. Denn die Kameras begleiten Stewart, der das Rennen im Fürstentum gewann, von der Ankunft bis zur Zieldurchfahrt. Begleiten den Schotten genauso beim Frühstück wie der Abstimmung seines Rennwagens. Dazu zeigt es Stewart auf den Partys abseits der Strecke und bei der Arbeit für seine Sponsoren. Der Film wurde 1972 auf den Filmfestspielen von Berlin uraufgeführt. Und geriet dann bald in Vergessenheit.

Erst 40 Jahre erkannte die damals am Projekt Beteiligten den Wert. Es entstand die Idee, den Film auf Basis der Originalfilmspuren zu restaurieren. Auf den Filmfestspielen von Cannes feierte die Neuauflage 2013 ein viel beachtetes Debüt. Zu den Highlights der Neuauflage gehört ein fast 15 Minuten langes Gespräch zwischen Jackie Stewart und Roman Polański. Die beiden gereiften Herren blicken dabei in einem teilweise sehr persönlichen Gespräch fast wehmutsvoll auf die damalige Zeit zurück.

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