Im Kampf um Aufmerksamkeit bedient sich Ford bei seinem E-Auto eines großen Namens. Doch der Name Ford Mustang Mach-E wirkt angesichts des heute Nacht vorgestellten Autos befremdlich. Eigentlich hätte auch Ford Mach-E gereicht. Der etwas krampfhafte Bezug zum Klassiker Mustang ist für das Auto eine unnötig große Bürde und ein Fingerzeig in die falsche Richtung.

Die Autoindustrie prägen traditionell Zyklen, Moden kommen und gehen. Zurzeit ist das E-Auto en vogue. Denn immer mehr Hersteller präsentieren rein elektrische Fahrzeuge. In der vergangenen Nacht präsentierte Ford den Batterie-elektrischen Ford Mustang Mach-E. Als ich die ersten Fotos dieses Autos sah, musste ich spontan an eine Tampon-Werbung denken. Denn irgendwie scheint die Geschichte des Elektroautos immer mehr in „eine Geschichte voller Missverständnisse“ auszuarten.

Denn dieses Pony-Car ist 1,60 Meter hoch. Damit überragt der Mustang Mach-E den Ur-Mustang um mehr als 30 Zentimeter. Selbst im Vergleich zur aktuellen Version des Dauerläufers von Ford legt der „Elektro-Mustang“ um gute 20 Zentimeter in der Höhe zu. Das neue Elektroauto ist kein Mustang, das ist ein „American Cream Draft Horse“. Denn das Stockmaß der namensgebenden nordamerikanischen Wildpferde liegt bei maximal 1,50 Metern. Das „American Cream Draft Horse“ erreicht ein Stockmaß von bis zu 1,70 Metern.

Ford Mustang Mach-E erinnert an Tesla Modell X!

Aber auch losgelöst davon, das neue Auto hat optisch wenig mit dem zu tun, was bisher den Namen Mustang trug. Ich sehe auf den Bildern eher eine leicht geschrumpfte Kopie des Tesla Modell X. Technisch lässt sich Ford wenig vorwerfen. Denn das neue Elektroauto, das Ende 2020 auch nach Deutschland kommt, bietet – gemäß WLTP-Norm – eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern. Sofern sich der Kunde für das optionale Extended Range-Batterie mit einer Speicherkapazität von 99 Kilowattstunden entscheidet.

FordPass Charging-Netzwerk
Ford bietet zum Start des Ford Mustang Mach-E seinen Kunden Zugang zum FordPass Charging-Netzwerk. Statt eigener Ladesäulen setzt Ford auf ein eignes Abrechnungssystem. (Foto: Ford)

Das Grundmodell verfügt „nur“ über eine Batterie mit einer Speicherkapazität von 75 Kilowattstunden. Was nach WLTP-Norm für eine Reichweite für 450 Kilometer gut sein soll. Strom „tanken“ kann der elektrische „Mustang“ an der heimischen Steckdose oder an einer der 125.000 Ladestationen des FordPass Charging-Netzwerks aufladen. Dieses Netzwerk wird in 21 europäischen Ländern zum Marktstart des Ford Mustang Mach-E zur Verfügung stehen. Wobei Ford keine eigenen Ladesäulen aufbaut. Stattdessen kooperiert der US-Autoriese mit lokalen Anbietern und legt über dieses Netzwerk ein eigenes Abrechnungssystem.

Auch beim Antrieb kommen die Kunden wählen!

Der Ford Mustang Mach-E ist das Erste von 14 elektrifizierten Fahrzeugen, die Ford bis Ende 2020 in Europa vorstellen wird. Das funktioniert nur mit einer hohen Gleichteilquote. Entsprechend variabel präsentiert sich der jetzt angekündigte Vorbote. Den Mustang Mach-E gibt es wahlweise mit Heck- und Allrad-Antrieb. Bis zu 465 PS (342 kW) Leistung und ein maximales Drehmoment von 830 Newtonmetern stehen im E-Mustang zur Verfügung. Vorausgesetzt, dass der Kunde sich für die allerdings erst 2021 verfügbare Performance-Variante entscheidet.

Innenraum des Ford Mustang Mach-E
Auch beim Innenraum des Ford Mustang Mach-E stand offenbar Tesla Pate. (Foto: Ford)

Auch das klingt alles irgendwie vertraut. Spannend ist jedoch der Preis. Denn der Grundpreis des Ford Mustang Mach-E liegt moderaten 46.900 Euro. Dafür gibt es den Mustang Mach-E mit Heckantrieb sowie der 75 kWh-Standard-Batterie. Mit diesem Preis liegt der Amerikaner nur knapp über dem ID.3 von Volkswagen. Gleichzeitig unterbietet Ford den konzeptionell ebenfalls ähnlichen Polestar 2 von Volvo um gut 9.000 Euro. Es wird sicher interessant, wie sich die ganzen gerade angekündigten Elektroautos beim Kunden schlagen.

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