Mit den offiziellen Testfahrten im spanischen Jerez beginnt am kommenden Dienstag in der Formel 1 eine neue Ära. Die Testfahrten werden die zurzeit wichtigste Frage der Fans beantworten. Denn wie klingen die neuen Turbo-Motoren wohl?

Sicherlich ist das für die Fans an der Strecke wichtig. Denn Begriff „Formel 1“ steht auch für ein lärmstarkes Streckenspektakel. Wer jedoch etwas genauer hinsieht, der erkennt, dass die „Turbo-Motoren“ weit mehr als nur neue Motoren sind. Denn um die Vorgabe, den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu den bisher eingesetzten 2,4-Liter-V8-Saugmotoren um die angestrebten 35 Prozent zu senken, zu erfüllen, verfügen die 2014er-Motoren über zwei Systeme zur Energierückgewinnung. Kein Wunder, dass die Motorhersteller längst bevorzugt von Antriebseinheiten sprechen, die mit den Turbos der 1970er- und 1980er-Jahre nur entfernt verwandt sind.

Das neue Reglement für die Formel 1 schreibt unter anderem vor:

  • V6-Motor mit maximal 1,6 Liter Hubraum
  • Vierventiltechnik und Benzin-Direkteinspritzung
  • Höchstdrehzahl 15.000 Umdrehungen pro Minute (bisher 18.000 U/min)
  • Aufladung per Single-Turbolader
  • Unterstützung des Antriebs durch kraftvolle Systeme zur Energierückgewinnung (ERS = Energy Recovery System)
  • Kraftstoffdurchfluss-Begrenzung auf 100 Kilogramm pro Stunde (bisher kein Limit)
  • Kraftstoffmengen-Begrenzung auf 100 Kilogramm pro Rennen (bisher unbegrenzt, üblicherweise 160 kg)
  • Maximal fünf Motoren pro Fahrer und Saison

Dazu hat die FIA auch den Zylinderwinkel und das Bohrung-Hub-Verhältnis verbindlich vorgeschrieben. Rund 760 PS sollen die neuen Antriebseinheiten leisten. Der eigentliche Turbo-Motor ist 600 PS stark. Weitere 160 PS werden durch die neue komplexe Kombination der Systeme zur Energierückgewinnung bereitgestellt.

Das Antriebssystem ENERGY F1-2014  und seine Komponenten. (Fotos: Renault)
Das Antriebssystem ENERGY F1-2014 und seine Komponenten. (Fotos: Renault)

Denn während die Formel 1 bisher nur Bewegungsenergie (ERS-K) speicherte, wird in der anstehenden Saison auch die Abwärme der Auspuffgase in Energie (ERS-H) umgesetzt. Insofern kommt den anstehenden Testfahrten eine große Bedeutung zu. Denn es gilt, die Komponenten auf der Suche nach minimalen Rundenzeiten aufeinander abzustimmen. Gerade für die nur noch drei in der Formel 1 aktiven Motorenhersteller Renault, Mercedes und Ferrari wird es auf jeden Streckenkilometer ankommen.

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