In Zukunft gibt es im Rahmenprogramm der Formel-1-Rennen die Formula 1 Pirelli Hot Laps. Dabei handelt es sich um Demofahrten ausgewählter Supersportwagen. Alle rollen auf Sportreifen von Pirelli. Zudem greifen im Cockpit aktuelle und ehemalige Stars der Szene ins Lenkrad. Je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr bin ich bei Jünter, Jötz und Jürgen.

In der Formel 1 bleibt zurzeit kaum ein Stein auf dem Anderen. Grid Girls sind ab 2018 Geschichte. Statt junger Damen stehen in Zukunft vor den Rennwagen Kinder. Diese Veränderung ist in Zeiten von #MeToo vielleicht noch nachvollziehbar. Bei der neuen Startzeit ist das schon schwieriger. Bisher erlosch die Startampel um 14 Uhr. In Zukunft starten die Rennen um 15:10 Uhr Ortszeit, weil das in den Augen der Verantwortlichen besser zum Programmschema der TV-Anstalten paßt.

Doch damit nicht genug!

Im Rahmenprogramm des Rennwochenendes rücken 2018 zumindest bei zehn Rennen Hypercars und Supersportwagen aus. Alle rollen auf Sportreifen von Pirelli. Zudem sitzen am Volant aktuelle und ehemalige Piloten der Königsklasse. Wer jetzt an die legendäre Procar-Serie mit dem BMW M1 denkt, der wird leider enttäuscht. Denn beim Formula 1 Pirelli Hot Laps genannten Spaß handelt es sich „nur“ um Demo- und Taxifahrten. Mit diesen Demofahrten bekommen die teilnehmenden Hersteller die Möglichkeit, während des Grand-Prix-Wochenendes ihre Produkte den Zuschauern zu präsentieren.

Bisher erklärten McLaren und Aston Martin ihre Teilnahme. Aston Martin war bisher der Königsklasse „nur“ als Sponsor bei Red Bull verbunden, wenn wir mal den erfolglosen . Mit den „Formula 1 Pirelli Hot Laps“ rollt nun auch ein echter Aston Martin auf die Strecke. Denn bei den Demofahrten nutzen die Red-Bull-Stars Daniel Ricciardo und Max Verstappen den Aston Martin Vantage, der im zweiten Halbjahr 2018 mit V8-Motor auf den Markt kommt.

Besser passen würde sicherlich der Aston Martin Valkyrie. Schließlich entstand dieses Hypercar in Zusammenarbeit mit Red Bull. Am Design des Supersportwagens war Red Bull Technik-Chef Adrian Newey beteiligt. Kein Wunder, dass der Valkyrie aktuell als der Sportwagen mit der komplexesten Aerodynamik gilt. Aber der Sportwagen rollt exklusiv auf Reifen von Michelin. Deshalb wäre es schwierig

McLaren präsentiert seinen McLaren 720S bei den Demo- und Taxifahrten. Der 341 km/h schnelle Supersportwagen legt den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als drei Sekunden auf den Asphalt. Im Cockpit des 720S drehen abwechselnd neben den aktuellen McLaren-Formel-1-Piloten Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne auch Reserve-Fahrer Lando Norris und McLaren-Botschafter Mika Hakkinen am Lenkrad.

Mal gucken, wie sich das Ganze entwickelt!

Für viele Fans sind die Formula 1 Pirelli Hot Laps eine Chance, die Sportwagen einmal in voller Action zu bestaunen. Einige Glückliche dürfen sogar in den Sportwagen Platz nehmen. Für diese Auserwählten wird das sicherlich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Doch für die restlichen Zuschauer sind nur zwei unterschiedliche Fahrzeugmodelle auf der Strecke natürlich eher langweilig. Spötter erinnert das an düstere DTM-Jahre.

Keine Ahnung, ob sich auch Mercedes, Ferrari oder Renault in Zukunft der „Herausforderung“ der Hot Laps stellen. Zweifelsfrei würden der Mercedes-AMG Project One oder der Ferrari 812 gut zur Idee Formula 1 Pirelli Hot Laps passen. Bei Renault gibt es inzwischen die aufregende neue Alpine. Das sollte reichen, um auch Renault auf diese Bühne zu holen. Und vielleicht wäre da ja sogar noch für Sauber-Sponsor Alfa Romeo Platz.

Trotzdem ist es eigentlich Schade, dass die Formel 1 mit so einem Firlefanz für Schlagzeilen sorgt. Denn wenn man es mal ganz realistisch betrachtet, dann sind die Formula 1 Pirelli Hot Laps kein „heißer Scheiß“. Stattdessen ist das Ganze wohl eher ein Pausenfüller. Lieber wäre mir knackiger Rennsport. Denn der klingt nicht nur interessant, der ist es auch!


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
2017 Aston Martin Vantage, Photo: Drew Gibson, Aston Martin

Foto: Aston Martin

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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