Unser Foto des Tages zeigt den Rennfahrer Manfred von Brauchitsch im Mai 1932 auf der Berliner Avus. Das Leben des Rennfahrers, der am 15. August 1905 – heute vor 108 Jahren – geboren wurde, war voller Widersprüche.

Zu seiner aktiven Zeit galt von Brauchitsch als „Pechvogel“. Denn der in Hamburg geborene Adlige galt zwar als schnell, verlor jedoch immer wieder gute Platzierungen durch unglückliche Umstände. Doch der Mut des Rennfahrers gefiel den Machthabern, die sich gern mit von Brauchitsch zeigten.

Manfred von Brauchitsch im Mercedes-Benz Stromlinienwagen auf der Berliner Avus (Foto: Bundesarchiv)
Manfred von Brauchitsch im Mercedes-Benz Stromlinienwagen auf der Berliner Avus (Foto: Bundesarchiv)

Typisch für Manfred von Brauchitsch war der Große Preis von Deutschland 1938. Beim Boxenstopp verschüttete das Team Benzin, das sich prompt entzündete. Manfred von Brauchitsch sprang aus dem Wagen, um das Rennen nach dem Löschen der Flammen fortzusetzen. In der Hektik wurde das abnehmbare Lenkrad nicht richtig befestigt. Prompt löste es sich auf einer Bodenwelle und von Brauchitsch verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Überstand jedoch den folgenden Crash unverletzt.

Doch anders als Piloten wie Bernd Rosemeyer oder der Brite Richard Seaman überlebte von Brauchitsch seine aktive Zeit. Was die Sache mit dem Pechvogel zweifelsfrei relativiert. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete von Brauchitsch zunächst in der Rüstungsindustrie. 1944 wurde der ehemalige Rennfahrer unter Albert Speer Referent im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion.

Nach dem Krieg war von Brauchitsch 1948 bis 1950 Sportpräsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Anschließend versuchte von Brauchitsch in Argentinien einen Neuanfang, kehrte jedoch mittellos nach Deutschland zurück. Zurück in der Heimat wandte sich von Brauchitsch dem Sozialismus zu. Ähnlich wie der Journalist Karl-Eduard von Schnitzler einige Jahre zuvor siedelte auch Manfred von Brauchitsch schließlich vom Westen in den Osten über.

Dort nahm man ihn gern auf, hofierte den Silberpfeil-Star sogar. Und der lies sich – wie zuvor von den Nazis – umwerben. In der „DDR“ übernahm von Brauchitsch das Amt des Sportpräsidenten im Allgemeinen Deutschen Motorsport Verband (ADMV). Ab 1960 war von Brauchitsch schließlich der Präsident der Gesellschaft zur Förderung des Olympischen Gedankens. Manfred von Brauchitsch starb im Jahr 2002 im Alter von 97 Jahren in seiner Wahlheimat in Thüringen.

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