Man war sich nicht ganz sicher, wie die Motorsportfans der WEC am Nürburgring begegnen würden, doch schon am Samstag zur Qualifikation tummelten sich die Motorsportfans zahlreich auf den Tribünen und im Fahrerlager. Trotz brütender Hitze kamen zum Rennen am Sonntag dann rund 60.000 Zuschauer, brachten eine fabelhafte Stimmung mit und bildeten eine würde Kulisse für die Sportwagenweltmeisterschaft.

Schon in der Qualifikation gab es keine Zweifel: Porsche dominiert die Szene. Nach dem Le Mans-Sieg haben die Zuffenhausener ihrem Porsche 919 Hybrid ein spezielles Kleid für die anstehenden Rennen geschneidert. Das sorgt für mehr Abtrieb, als die bei den 24 Stunden von Le Mans eingesetzte Variante. Und macht den Porsche im Moment auch auf konventionellen Rennstrecken zum Auto der Stunde.

Mehr als eine Sekunde Vorsprung fuhr Porsche in der Qualifikation auf den schnellsten der Audi heraus. Der schnellste Toyota verlor sogar mehr als zwei Sekunden auf die Spitze. Porsche konnte das Rennen mit beiden Autos aus der ersten Startreihe in Angriff nehmen.

 

Doppelsieg für Porsche

Am Ende langte es auch nach sechs Rennstunden zu einem Doppelsieg. Und das obwohl einer der Porsche im Laufe des Rennens bei drei Stop & Go Strafen mit insgesamt 95 Sekunden zusätzliche Standzeit an der Box verbrachte. Ein defekter Sensor führte dazu, dass der Porsche #18 von Romain Dumas (F), Neel Jani (CH) und Marc Lieb (D) zuviel Benzin verbrauchte. Porsche versuchte zunächst, die Software des Systems neu zu Kalibern. Doch am Ende sorgte erst ein Austausch des Sensors dafür, dass die #18 die pro Runde erlaubte Benzinmenge einhielt.

Auch die Sieger Mark Webber (AUS), Timo Bernhard (D) und Brendon Hartley (NZ) im Porsche #17 kamen nicht unbeschadet durchs Rennen. Bereits in der Anfangsphase beschäftigte Timo Bernhard die Frontpartie des Rennwagens. Dadurch verschob sich die Balance des Fahrzeugs. Porsche tauschte die Fronthaube, um das Problem zu beseitigen.

Und obwohl sich Audi sichtlich bemühte, der Audi R18 konnte das Tempo der Porsche nicht mitgehen. Mehr als die ungefährdeten Plätze drei und vier war für die langjährigen Könige der Sportwagenszene nicht drin. Auch deshalb, weil die Performance der Toyota noch schwächer war. Der Weltmeister, der vor einem Jahr nach Le Mans richtig aufdrehte, hat den Anschluss an die Spitze endgültig verloren.

In Köln entsteht bereits ein völlig neues Auto für die Saison 2016. Bis dahin geht es für die Japaner um Schadenbegrenzung. Besonders beim Heimrennen im japanischen Fuji wird Toyota sicherlich versuchen, 2015 wenigstens einen Erfolg feiern zu können. Angesichts der drückenden Überlegenheit der Porsche an der Spitze des Feldes wäre wohl auch ein Podiumsplatz schon ein Achtungserfolg für Toyota.

 

Die Klassensieger

In der LMP2 siegten Nick Tandy (GB), Matt Howson (GB) und Richard Bradley (GB) im ORECA 05 vom Team KCMG. Sie verwiesen den Ligier JS P2 von G-Drive mit den Piloten Roman Rusinov (RUS), Julien Canal (F) und Sam Bird (GB) nach sechs Stunden um eine halbe Runde auf den zweiten Platz.

Den Sieg in der GTE Pro Klasse holte sich Porsche. Beim Heimrennen des Porsche Team Manthey gewannen Richard Lietz (A) und Michael Christensen (DK) ihre Klasse souverän. Wobei Porsche auch mit dem mit dem Porsche 911 RSR in der GTE Pro ein Doppelsieg gelang. Denn Zweite wurden Frédéric Makowiecki (F) und Patrick Pilet (F).

Beeindruckende Kulisse für die WEC am Nürburgring

Während des gesamten Rennens waren die Tribünen an Start und Ziel und auch die Mercedes-Tribüne immer gut gefüllt. Zeitweise sperrten die Veranstalter den Zugang zu den Tribünen aus Sicherheitsgründen ab. Über das gesamte Wochenende besuchten mehr als 62.000 Zuschauer das erste WEC-Rennen in Deutschland.

Offensichtlich ist das Comeback von Porsche ein echter Publikumsmagnet. Das lockt sogar Rennsportfreunde an den Ring, die sonst den Nürburgring zurzeit meiden.

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