Heute wird oft vergessen, dass die Marke Citroën mit vielen Innovationen zur Entwicklung des Autos beitrug. Gründer André Citroën setzte von Anfang an auf die Fließbandproduktion. Schon der erste Citroën 1919 verfügte über elektrisches Licht und einen elektrischen Anlasser. Früh erkannte Citroën, wie sich mit der Finanzierung von Fahrzeugen der Absatz steigern lässt und wie Marketingaktionen den Verkauf beflügeln können.

Zwei Jahre nach dem Start der Autoproduktion stiftete André Citroën in seiner Heimat 165.000 Straßenschilder und Wegweiser. Jeder von ihnen verfügte über den Untertitel „Don de Citroën“ („gestiftet von Citroën“), womit das Unternehmen in Frankreich auf einen Schlag in aller Munde war. Dazu warb der umtriebige Unternehmer mit ausgedehnten Wüstentouren und Weltrekordfahrten für seine Fahrzeuge. Beleuchtete 1925 sogar den Eiffelturm in Paris.

Doch die Werbung war teuer. Dazu sorgten hohe Entwicklungskosten und die Weltwirtschaftskrise dafür, dass das Unternehmen Anfang der 1930er-Jahre Verluste schrieb. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1935 musste André Citroën das Unternehmen an den Gläubiger Michelin verkaufen. Der große Erfolg des zeitgleich vorgestellten Traction Avant machte die Übernahme für Michelin zu einem guten Geschäft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verdiente Citroën mit der Ente gutes Geld. Und 1955 löste die heute legendäre DS den Traction Avant ab. Mit ihrer aufregenden Form lies die Göttin, wie die DS heute genannt wird, alle anderen Autos sofort alt aussehen. Doch die DS überzeugte nicht nur mit ihrem Design. Sie bot auch technische Raffinessen wie eine Serverlenkung, eine hydraulische Bremskraftverstärkung und – natürlich – die hydropneumatische Federung.

Hydraulik und Pneumatik übernehmen bei dieser Federung die Aufgaben von Dämpfung und Federung. Anstelle von mechanischen Federn und Stoßdämpfern verfügt jedes Rad über einen Hydraulikzylinder, der mit der sog. Federkugel verbunden ist. Dieser ist mit Stickstoff gefüllt. Eine Membran trennt das Gas von der Hydraulikflüssigkeit, die die Radbewegungen auf die Federkugel überträgt, wo das Gas die Federeigenschaft übernimmt.

Auf der Techno Classica sah ich ein Modell, das das die Arbeitsweise der Federkugel demonstriert. Da ich morgen in Paris das Werksmuseum von Citroën besichtigen werde, ein gutes Video, um mich auf den Flug nach Paris einzustimmen.

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